Versicherungen: Angebote der Air­lines nicht empfehlens­wert

Voreinge­stellt. Mit Versicherungen lässt sich offen­bar Geld verdienen. Anders ist kaum zu erklären, warum Fluggesell­schaften und Online-Reisebüros ihre Kunden damit regelrecht nerven. Bei vier von neun über­prüften Buchungs­portalen ist die Versicherung sogar voreinge­stellt. Wer das über­sieht, bucht eine Police, die er vielleicht gar nicht will oder braucht.

Kein guter Schutz.Reiserücktrittsversicherungen, die Billigfluggesell­schaften auf ihren Internet­seiten anbieten, sind laut Finanztest (12/2010) nicht die besten. Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Selbst­beteiligung, die im Schadens­fall fällig wird. Bei vielen Angeboten liegt sie bei 20 Prozent. Besser sind Tarife ohne Selbst­beteiligung. (...zum aktuellen Test „Reiserücktrittversicherungen“ aus Finanztest 01/2012)

Gut versteckt. Air Berlin offeriert beispiels­weise eine Rück­tritts­police mit Selbst­beteiligung von der ERV, dem Reise­versicherer der Ergo. ERV bietet aber auch einen Tarif ohne Selbst­beteiligung an, doch den findet der Buchende bei Air Berlin nur unter „Service“. Auch andere Reise­versicherer, die in Koope­ration mit Billigfluggesell­schaften Rück­tritts­schutz anbieten, verstecken ihre guten Tarife. Während sie Air­line-Kunden meist nur befriedigende Angebote unterbreiten, bewerben sie auf ihrer eigenen Internetseite bessere Policen. Einen Link dazu gibt es bei den Air­lines meistens nicht. Condor treibt es auf die Spitze: Den ERV-Tarif ohne Selbst­beteiligung erhalten Air­line-Kunden nur auf telefo­nische Nach­frage bei der Buchungs­hotline.

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