Vergleichen lohnt sich. Die besten Treffer finden Preissuch­maschinen im Internet. Vor dem Klick auf „buchen“ ist aber Vorsicht angebracht.

Die Flugpreise steigen. Schuld daran sind vor allem die anziehenden Kosten für Flug­benzin. So erhöhte die Luft­hansa im Dezember bereits zum dritten Mal im vergangenen Jahr die Kerosin­zuschläge. Inner­halb von Europa und nach Nord­afrika stieg der Aufschlag von 28 auf 31 Euro, auf der Fern­strecke sind jetzt 122 Euro fällig.

Preis­über­sicht: Einige Portale wie hier check24.de zeigen den Preis­verlauf über den gesamten Monat an.

Preis­über­sicht: Einige Portale wie hier check24.de zeigen den Preis­verlauf über den gesamten Monat an.

Wer günstig abheben will, muss akribisch Preise vergleichen. Bester Start­platz für die Suche ist das Internet. Preissuch­maschinen und Online-Reisebüros versprechen, unter tausenden von Tarifen den besten heraus­zufischen. Deren Arbeits­weise unterscheidet sich in einem Punkt gravierend: Online-Reisebüros über­nehmen nach der Suche auf Wunsch auch die Buchung der gewünschten Leistung.

Preissuch­maschinen dagegen durch­forsten nicht nur die Webseiten hunderter Air­lines, sondern vergleichen auch die Angebote von Online-Reisebüros. Mit dem Klick auf das gewünschte Angebot wird der Suchende auf die Seite des Anbieters (Air­line oder Reiseportal) weitergeleitet, wo er den Flug dann buchen kann.

Ein Viertel sparen

Vergleichen und sparen: Preissuch­maschinen und Online-Reisebüros versprechen, unter hunderten von Tarifen den besten heraus­zufischen.

Wir haben uns acht Preis­vergleichs­seiten und neun Online-Reisebüros genauer angesehen und jeweils nach dem güns­tigsten Preis für 15 One-way-Flüge gesucht. Da sich Flugpreise schnell ändern können, haben wir die Abfragen je Reiseziel inner­halb kürzester Zeit durch­geführt. Es wurden immer nur die Ergeb­nisse berück­sichtigt, die zum angegebenen Preis auch wirk­lich buch­bar waren. Das Resultat ist erfreulich: Die Durch­schnitts­preise der 15 billigsten Flüge zeigen, dass alle acht Preissuch­maschinen güns­tige Flüge liefern (siehe Tabelle Preissuchmaschinen). Die besten Seiten fanden für fast alle 15 Ziele Top-Angebote. Zwiespältig ist das Ergebnis bei Skyscanner. Das eng­lische Portal ermittelte zwar viele Schnäpp­chen, lag mit dem Sucher­gebnis aber auch mal daneben.

Nach einer Studie von billigflieger.de sparen diejenigen, die vergleichen und nicht gleich beim erst­besten Anbieter buchen, im Schnitt rund 27 Prozent. Wer auf das absolut güns­tigste Angebot Wert legt, sollte aber immer mehrere Vergleichs­seiten heran­ziehen.

Zusatz­kosten beachten

Achtung bei Billigfliegern: Die Aufschläge fürs Gepäck sind meist noch nicht berück­sichtigt.

Alle Flug­preis­vergleiche präsentieren auch die Angebote von Billigfliegern. Die von den Such­maschinen angegebenen Preise müssen insgesamt aber nicht immer die güns­tigsten sein. Es können noch etliche Zuschläge dazu­kommen, zum Beispiel für das Gepäck. Wer das Flugti­cket mit Kreditkarte bezahlt, muss nicht nur bei den Billigfliegern mit Zusatz­kosten rechnen, auch Luft­hansa, Swiss, Austrian und Brussels Air­lines kassieren eine Gebühr. Bei der Luft­hansa heißt sie Optional Payment Charge und beträgt je nach Flug­strecke zwischen 5 und 18 Euro.

Ryanair verärgert Kunden

Paradebei­spiel für preistreibende Extra­kosten ist immer noch die irische Billiga­irline Ryanair. Die wirbt mit Tickets ab 10 Euro, kassiert aber vor allem für Gepäck kräftig ab. So kostet ein 15-Kilogramm-Koffer, wenn er am Flughafen aufgegeben wird, je nach Reise­zeit zwischen üppigen 60 und 120 Euro. Wer schon bei der Buchung im Internet Angaben über sein Gepäck macht, kommt güns­tiger davon: Der Koffer kostet dann 20 bis 30 Euro.

Ryanair will verhindern, dass Flugportale auf seine Tarife auto­matisch zugreifen können. Nutzer der Webseite müssen deshalb seit Dezember bei Anfragen einen Sicher­heits­code, Captcha genannt, eintippen. Das Ergebnis ist für die Air­line möglicher­weise kontraproduktiv. Buchungs­portale wie Edreams und Bravofly aus Spanien konnten die Captchas schnell umgehen – wer dort bucht, muss den Code nicht abtippen. Kunden jedoch, die auf der Seite von Ryanair buchen wollen, müssen umständlich den Captchacode bestätigen.

Cheapti­ckets lag meist vorn

Die 15 Flüge, mit denen wir die Preis­vergleiche geprüft haben, dienten auch als Test für neun Online-Reisebüros. Die hollän­dische Seite cheapti­ckets.de ging als Preissieger hervor, sie lieferte am häufigsten die güns­tigsten Flüge. „Durch hohe Auto­matisierungs­stan­dards, effiziente Abläufe und exzellente Einkaufs­konditionen“, erklärt das Online-Reisebüro auf seiner Webseite, „kann ­cheapti­ckets.de­ immer extrem güns­tige Flug­tarife anbieten.“ Das Unternehmen betreibt seit 2007 ein Büro in Saarbrücken. ­Cheapti­ckets.de­ findet zwar fast immer güns­tige Flugpreise, berechnet aber 7,85 Euro Reser­vierungs­kosten. Die kann der Reisende oft sparen, wenn er direkt bei der Air­line bucht.

Güns­tige Flüge bieten in unserer Auswahl noch die Portale expedia.de und lastminute.de. Opodo.de und eboo­kers.de offerieren zwar auch viele Schnäpp­chen, sie versuchen ihre Kunden aber mit einer voreinge­stellten Versicherung zu über­tölpeln. Fly.de ist insgesamt am teuersten und integriert ebenfalls eine Reiser­ücktritts­versicherung, die oft über­flüssig ist und nicht viel taugt (siehe “Versicherungen“).

Hohe Zuschläge bei fluege.de

Preistreiberei: Bei fluege.de wird zunächst ein Flugpreis von 87,97 Euro ange­zeigt. Bezahlen soll der Kunde aber schließ­lich 122,84 Euro.

Preistreiberei: Bei fluege.de wird zunächst ein Flugpreis von 87,97 Euro ange­zeigt. Bezahlen soll der Kunde aber schließ­lich 122,84 Euro.

Vorsicht ist bei fluege.de angebracht. Das Portal der Leipziger Firma Unister mit der Galions­figur Reiner Calmund ist von uns und unseren Lesern schon oft kritisiert worden. Der Verbraucherzentrale Bundes­verband (vzbv) und die Wett­bewerbs­zentrale klagen seit längerer Zeit gegen das Unternehmen. Jetzt muss der Europäische Gerichts­hof (EuGh) entscheiden, ob das Reiseportal für einen Flug sofort einen Endpreis angeben muss, wie es für Air­lines gesetzlich vorgeschrieben ist und vom Bundes­gerichts­hof (BGH) auch für Portale bestätigt wurde. Zurzeit führt bei fluege.de der zunächst angegebene Preis zu einer Zwischensumme, zu der Gebühren und Mehr­wert­steuer addiert werden. Voreinge­stellt sind immer ein Umbuchungs­service für bis zu 33 Euro und oft ein Premium-Paket für 6 Euro. Dafür bekommt der Kunde eine Telefon­nummer für eine gebühren­pflichtige „VIP-Kunden-Hotline“ und einen Kalender-Link.

Es gibt genug seriöse Anbieter

In Leser­briefen und Kommentaren auf test.de beschweren sich Verbraucher über das Gebaren von fluege.de. Neben der undurch­sichtigen Preis­gestaltung beklagen viele, dass die Buchung nur eine „verbindliche Anfrage“ sei, der Kunde lange hingehalten werde und aufgrund von Fehler­meldungen gezwungen sei, die kosten- pflichtige Hotline anzu­rufen. Selbst wenn die voreinge­stellte Versicherung abge­wählt wurde, bucht fluege.de die Beiträge über die Kredikarte ab, schreibt test-Leser K. Seelig. Das Fazit eines Kommentators auf test.de: „Wer hier bucht, ist selbst schuld, schließ­lich gibt es genug seriöse Anbieter“.

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