Gleich zweimal hat der Bundes­gerichts­hof Opodo einen Rüffel erteilt: Das Reiseportal darf es Kunden nicht durch bestimmte Voreinstel­lungen erschweren, sich bei der Buchung gegen eine Reise­versicherung zu entscheiden. Außerdem darf die Treffer­liste bei Such­anfragen nicht nur Preise zeigen, die lediglich für eine Zahlungs­art gelten.

Wer sich nicht versichert ...

Auf üble Weise hat das Reiseportal Opodo Kunden Versicherungen angedreht. Wer keine Police wollte, musste beim Buchen ankli­cken: „Ich verzichte ausdrück­lich auf den Reise­schutz und zahle im Notfall alle Kosten selbst.“ Dann erschien ein Fenster: „Sie haben sich entschieden, ohne Versicherung zu verreisen“ und ein auffälliger Button: „Weiter, ich möchte abge­sichert sein“ und nur klein darunter „Weiter ohne Versicherung“.

... wird verunsichert

Leuten so subtil Verträge unter­zujubeln, verstößt gegen die Pflicht, Preise klar und deutlich zu nennen, urteilte der Bundes­gerichts­hof (BGH, Az. I ZR 160/15). Der Kunde glaube, nach dem ersten Wegklicken seine Buchung wie gewählt fort­zusetzen. Statt­dessen werde er zum falschen, grafisch betonten Button verleitet.

Anbieter muss immer Endpreise nennen

Auch in einem zweiten Punkt verlor Opodo vor Gericht. Die Suche nach Flügen zeigte nur Preise, die bei Bezahlung mit American-Express-Karte galten. Erst nach Ankli­cken von „Neue Preisberechnung“ kamen die Preise für andere Zahlungs­arten. Anbieter müssen aber gleich zu Beginn des Buchungs­vorgangs Endpreise nennen. Es reicht nicht, wenn dies nur für eine Zahlungs­art geschieht.

Flug­buchungs­portale im Test

Bei unserem letzten Test von Flugbuchungsportalen schnitt Opodo nur ausreichend ab. Nur 2 von getesteten 15 Portalen bekamen die Note gut.

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