Eine Fluggesell­schaft muss ihren Check-in-Schalter nicht erneut öffnen, wenn ein Flug­gast erst nach dessen Schließung erscheint. Das gilt auch, wenn der Passagier ausgerufen wurde, der Flug noch auf der Anzeigen­tafel ausgewiesen ist oder sich der Start verspätet. Das Land­gericht Frank­furt am Main verhandelte den Fall einer Reisegruppe, die verspätet am Flughafen in Beirut erschien. Bei ihrer Ankunft waren die Check-in-Schalter bereits etwa eine Stunde geschlossen. Da sich der Flug verspätete, wäre der Check-in noch möglich gewesen – Boden­personal war aber nicht mehr zu finden. Die Gruppe musste neue Rück­flüge buchen. Der Reiseleiter verlangte, dass die Kosten von 8 500 Euro ersetzt werden. Das Gericht winkte ab. Die Air­line sei einzig gegen­über den recht­zeitig erschienenen Passagieren zur Abwick­lung des Fluges verpflichtet gewesen (Az. 2–24 O 95/15).

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