Flug verlegt Meldung

Verlegt der Veranstalter einer Pauschal­reise den Flug um fast sechs Stunden, ist das zu viel, sagt das Land­gericht Hannover (Az. 8 S 46/16). Ein Paar hatte für sich und das 21 Monate alte Kind eine Reise nach Mallorca gebucht. Im Vertrag stand eine voraus­sicht­liche Abflug­zeit von 13:40 Uhr bis 16 Uhr. Wenige Wochen vor Reiseantritt kam die Nach­richt, der Rück­flug werde erst um 19:25 Uhr starten. Als die Familie protestierte, erklärte der Veranstalter, er könne die vereinbarten Zeiten nicht einhalten. Sie buchte darauf­hin selbst einen Flug. Die Kosten von 613 Euro muss der Veranstalter erstatten, ebenso 84 Euro fürs Taxi, da die Urlauber den Transfer nicht nutzen konnten.

Wie viele Stunden Flug­verlegung Urlauber akzeptieren müssen, ist umstritten. Nennt der Vertrag „voraus­sicht­liche“ Zeiten, müssen sie zumindest annähernd einge­halten werden, urteilte der Bundes­gerichts­hof (Az. X ZR 24/13). In der Praxis sehen viele Gerichte in einer Verlegung von bis zu vier Stunden kein Problem. Im vorliegenden Fall kam hinzu, dass die Eltern extra einen Flug um die Mittags­zeit gebucht hatten, um den Schlafrhythmus des Kindes einzuhalten.

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