Flüssige Handseifen Test

Die Nivea Creme Soft Cremeseife ist besonders haut­schonend. Es folgt ja! von Rewe, eine der preis­wertesten Seifen. Sagrotan verspricht zu viel.

Wenn alle um einen herum röcheln, schniefen und hüsteln, dann heißt es wieder: Vorsicht, Anste­ckungs­gefahr. Gründliches Hände­waschen zählt zu den aussichts­reichsten Methoden, sich vor Husten, Schnupfen, Heiser­keit zu schützen, ja sogar vor Virus­grippen und anderen Infektions­krankheiten. Ärzte und Hygieniker wieder­holen diesen Ratschlag gebets­mühlen­artig zu jeder Erkältungs­periode, bei jeder sich andeu­tenden Pandemie. Man schützt damit nicht nur sich selbst, sondern hilft auch, die Verbreitung von Krank­heits­erregern unter Kontrolle zu halten.

Flüssige Handseifen Test

Seife soll Keime wegschwemmen, die man sich über­all einfangen kann, zum Beispiel an Türklinken oder bei jedem Hände­druck.

Auch wenn schon Wasser allein groben Schmutz von den Händen entfernt, Bakterien und Viren werden dabei nur zum Teil abge­löst. Seife ist das Mittel der Wahl. Sie löst Verschmu­tzungen, schäumt sie auf und schwemmt sie dann weg.

Wir haben 16 der besonders gefragten flüssigen Hand­seifen getestet. Sehr gut ist allein Nivea Creme Soft Creme­seife, gefolgt von der guten ja! Creme Seife Mandel­milch von Rewe und der rezepturgleichen Yanao Body Creme­seife Mandel­milch von Penny. Die restlichen Seifen sind nicht besser als befriedigend. Für die Flüssig­seife von Sagrotan heißt es allerdings mangel­haft. Sie verspricht eine anti­bakterielle Wir­kung, die sie im Test nicht erbringt.

Die meisten getesteten Seifen werben mit milder Reini­gung und sanfter Pflege. Andere loben anti­bakterielle Effekte aus. Oft sind sie teurer als die Konkur­renten und kosten pro 100 Milli­liter zwischen 0,50 und 1,15 Euro. Für „normale“ Flüssig­seifen zahlt der Kunde viel weniger: nur zwischen 0,13 und 0,64 Euro.

Antibakterielle Seifen unnötig

Im vergangenen Winter ließ die Angst vor der Schweine­grippe die Verkaufs­zahlen für anti­bakterielle Hand­seifen nach oben schnellen. Viele Kunden erhoffen sich von ihnen noch mehr poren­tiefe Rein­heit als von einer üblichen Seife. Hygieniker sehen diese Produkte aber skeptisch: „Im üblichen Familien­haushalt reicht das Säubern der Hände mit normaler Seife völlig aus, um Krank­heits­erreger weg­zu­schwemmen“, sagt Professor Martin Exner von der Universität Bonn (siehe Interview).

Anders sieht es aus, wenn daheim akute Infektions­krankheiten herr­schen oder pflege­bedürftige An­ge­hörige mit geschwäch­tem Abwehr­system zu versorgen sind. Erst dann sollte man – nach Rück­sprache mit dem Arzt – zu massi­veren Mitteln greifen. In solchen Fällen ist es jedoch allemal wirkungs­voller, die Hände mit alko­ho­lischen Des­infektions­mitteln zu behandeln als mit anti­bakterieller Seife, deren Wirkungs­grad nicht genau definiert ist.

Auf unseren Test über­tragen heißt das: Auch wenn fast alle getesteten Flüssig­seifen mit anti­bakterieller Wirkung ihre Versprechen mehr oder weniger einhalten, ist der Gebrauch dieser Produkte über­flüssig.

Haut­ärzte und Hygieniker stehen dem inflationären Einsatz von anti­bakteriellen Wirk­stoffen in Produkten für den täglichen Gebrauch sowieso kritisch gegen­über. Wenn alles anti­bakteriell ausgerüstet ist – von der Strumpf­hose bis zum Haus­halts­reiniger – sehen sie vor allem die Gefahr der Resistenz­bildung. Diskutiert wird auch die zusätzliche Belastung der Klär­anlagen.

Sonderfall Sagrotan

Ein besonderer Fall ist die Flüssig­seife von Sagrotan. Sie enthält laut Dekla­ration den anti­bakteriellen Wirk­stoff Benzal­konium­chlorid und verspricht eine Bakterien­verminderung von 99,9 Prozent. Der Anbieter suggeriert damit eine ausge­prägte anti­bakterielle Wirk­sam­keit, die seine Seife im Test aber bei weitem nicht erreicht. Mit diesem Produkt ist der Nutzer im Ernst­fall keines­falls auf der sicheren Seite. Auf­grund der über­triebenen Wirk­versprechen heißt das Urteil für die Sagrotan-Seife mangelhaft.

Nivea besonders hautschonend

Sauber werden die Hände mit jeder Seife. Doch eine gewisse Aus­trock­nung der Haut lässt sich beim Waschen nicht verhindern. Schon Wasser allein entzieht ihr Feuch­tig­keit. Die in Flüssig­seifen enthaltenen wasch­aktiven Substanzen, die Ten­side, verstärken den Feuchtig­keits­entzug noch. Dagegen sollen rück­fettende Stoffe helfen. Mit einer sehr guten Feuchtig­keits­anreicherung setzt die Nivea Creme Soft Creme­seife der aus­trock­nenden Wirkung der Inhalts­stoffe am meisten entgegen. Sie gehört mit 64 Cent pro 100 Milli­liter aber auch zu den teureren Seifen des Tests. Die Flüssig­seife ja! von Rewe folgt mit einer guten Feuchtig­keits­anreicherung. Sie kostet nur 13 Cent pro 100 Milli­liter und ist damit eine der preis­wertesten Seifen des Tests. Alle anderen kommen über das test-Qualitäts­urteil befriedigend nicht hinaus.

Küchengerüche verschwinden

Flüssige Handseifen Test

Einige werben auch damit, die Hände von störenden Küchengerüchen zu befreien.

Knapp 500 Test­personen prüften die Flüssig­seifen für uns in der Praxis. Sie beur­teilten vor allem das Haut­gefühl nach dem Waschen, aber auch die Konsistenz der Seifen, ihre Verteil­barkeit – und die Ver­min­derung von Küchen­gerüchen an den Händen. Ein Geruchs­stop wird auf einigen Seifen nämlich extra versprochen, zum Beispiel mit Inhalts­stoffen wie Grape­fruit oder Zitrone. Doch es lohnt sich nicht, für dieses Ver­sprechen einen Extra-Cent auszu­geben: Alle getesteten Flüssig­seifen beseitigten störende Küchen­gerüche gleicher­maßen gut, egal ob es sich nun um Knob­lauch-, Zwiebel- oder Fisch­geruch handelte.

In der Hand­habungs­prüfung zeigte sich: Bei Fa Hygiene & Frische Limette & Ingwer Flüssig­seife sowie bei der Isana Creme Seife Milch & Honig von Ross­mann, der Hand­san Sensitiv und der Hand­san Geruchs-Stop ist die Trans­port­sicherung nicht ganz einfach zu lösen. Bei den beiden Seifen der Marke Hand­san könnte zudem die Stand­festig­keit der Flaschen besser sein.

Alle gut verträglich

An der Verträglich­keit der Seifen hatten die Pro­banden wenig auszusetzen. Das ist keine allzu große Über­raschung. Schließ­lich bleiben die Inhalts­stoffe der Seifen nicht lange auf der Haut, sondern werden als sogenannte Rinse-off-Produkte gleich wieder abge­spült. Im Einzel­fall können Konservierungs-, Farb- oder Parfüm­stoffe aber den­noch zu Haut­reaktionen führen.

Tipp: Wer auf diese Substanzen sensibel reagiert, findet in der Tabelle Hinweise auf die enthaltenen Stoff­gruppen.

Damit der Umgang mit Seife auch auf Dauer verträglich bleibt, empfehlen Haut­ärzte: Jeder Kontakt mit Wasser und Seife ist ein Angriff auf den Fett-­Feuchtig­keits-Schutz­mantel der Haut. Deshalb ist es wichtig, nach dem Hände­waschen das Ein­cremen nicht zu vergessen.

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