Flexstrom ohne Bonus Meldung

120 Euro Aktionsbonus lockten Herrn Vietzen zu Flexstrom. Er zahlte seinen gesamten Jahresverbrauch im Voraus, blieb 12 Monate treuer Kunde. Doch den Bonus hat er – wie viele andere ehemalige Flexstrom-Kunden – nicht bekommen. Somit hat er Flexstrom mehr bezahlt, als wenn er beim Grundversorger geblieben wäre.

Flexstrom verweigert Bonus

Im Begrüßungsschreiben schrieb Flexstrom: „Der Aktionsbonus wird Ihnen vereinbarungsgemäß nach 12 Monaten erstattet.“ Doch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen stand gleichzeitig: „Der Bonus entfällt bei Kündigung innerhalb des ersten Belieferungsjahres, es sei denn, die Kündigung wird erst nach Ablauf des 1. Belieferungsjahres wirksam.“ Tatsächlich kündigte Vietzen seinen Vertrag während des ersten Belieferungsjahres zum Ablauf desselben. Hätte er nicht rechtzeitig gekündigt, hätte sich der Vertrag um 12 Monate verlängert. Flexstrom-Pressesprecher Dirk Hempel bestätigt: „Damit entfällt der Bonusanspruch.“

Preise steigen nach Vertragsbeginn

Der Flexstrom-Vertrag startete mit einem vergleichsweise niedrigen Arbeitspreis von 17,50 Cent je Kilowattstunde und einer monatlichen Grundgebühr von 7,70 Euro. Doch bereits nach vier Monaten erhöhte Flexstrom die Preise deutlich: Der Arbeitspreis stieg auf 20,8 Cent je Kilowattstunde (fast 19 Prozent mehr). Und auch die Grundgebühr erhöhte das Unternehmen auf 8,70 Euro. Abzüglich von 105 Frei-kWh zahlte Vietzen für seinen Jahresverbrauch von 3 369 Kilowattstunden insgesamt 747,06 Euro an Flexstrom.

Flexstrom-Kunde zahlte drauf

Zum Vergleich: Beim lokalen Grundversorger Vattenfall hätte Vietzen im günstigsten Sondertarif für die ersten acht Monate 18,93 Cent je Kilowattstunde und für die übrigen vier Monate 21,21 Cent je Kilowattstunden bezahlt. Die monatliche Grundgebühr hätte 5,80 Euro betragen. Die gleiche Strommenge hätte bei Vattenfall im Tarif Hamburg Easy 732,96 Euro gekostet – gut 14 Euro weniger als bei Flexstrom und ohne Mindestvertragslaufzeit. Hinzu kommen 60 Euro Bonus, die Vattenfall Neukunden zahlt, wenn sie mindestens 12 Monate Strom im Tarif Hamburg Easy bezogen haben. Auch im Tarif Hamburg Kompakt hätte Vietzen noch 8 Euro gegenüber Flexstrom gespart.
Fazit: Wegen des nichtgezahlten Bonus war Flexstrom für Herrn Vietzen teurer als die Sondertarife seines Grundversorgers.

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