Ehemalige Kunden, die von der Insolvenz von Flex­strom, Flexgas, Löwenzahn Energie und Optimalgrün betroffen sind, sollten ihre Forderungen noch in diesem Jahr anmelden. Für spätere Anmeldungen verlangt der Insolvenz­verwalter eine Gebühr.

Forderungen bis 30. Dezember anmelden

Kunden des insolventen Stromanbieters Flex­strom oder der ebenfalls zahlungs­unfähigen Firmen Flexgas, Löwenzahn Energie und Optimalgrün sollten Ihre Forderungen bis zum 30. Dezember beim Insolvenz­verwalter anmelden. Für spätere Anmeldungen berechnet er 20 Euro. Zur Forderungs­anmeldung sollten Kunden ein Formular mit Barcode verwenden. Solch ein Formular kann per Mail an die Adresse insoberlin@whitecase.com ange­fordert werden. Insolvenz­verwalter ist die Kanzlei White & Case LLP.

Mit Verlusten ist zu rechnen

Wie viel Geld Flex­strom-Kunden wieder­sehen, ist bislang noch völlig offen. Klar ist, dass sie nicht ihr ganzes Geld zurück­bekommen, sondern bestenfalls einen kleinen Teil. Denn bevor die Strom­kunden etwas aus der Insolvenzmasse erhalten, werden vorrangig andere Gläubiger wie zum Beispiel das Finanz­amt bedient. Dies gilt auch für die Kosten des Insolvenz­verfahrens. Erst anschließend kommen die Strom­kunden zum Zug.

Insolvenz­verwalter treibt Außen­stände ein

Um die Insolvenzmasse aufzusto­cken, hat der Insolvenz­verwalter der Flex­strom-Gruppe vor einigen Wochen mehreren hundert­tausend ehemaligen Kunden Rechnungen geschickt. Es gebe Außen­stände im zwei­stel­ligen Millionen­bereich. Als Gründe dafür nannte der Verwalter, dass Rechnungen entweder über­haupt noch nicht bezahlt wurden oder teil­weise nicht oder falsch abge­rechnet wurden. Zudem würden manche Kunden noch Rück­last­schrift­gebühren schulden. Die Unter­nehmens­gruppe, zu der außer Flex­strom auch die Gesell­schaften Optimalgrün, Löwenzahn Energie und Flexgas zählen, hat mehr als 830 000 Gläubiger. Nach­einander meldeten alle Firmen im April 2013 Insolvenz an.

BGH-Urteil zur Bonus­auszahlung

Von der Insolvenz betroffen sind auch tausende Kunden, die noch auf ihren Neukundenbonus warten. Flex­strom hatte vielen von ihnen den Bonus verweigert, wenn sie zum Ende der Mindest­vertrags­lauf­zeit gekündigt hatten. Die Firma argumentierte: Der Bonus stehe nur Kunden zu, die ein zweites Vertrags­jahr dabeiblieben. Der Streit ging durch die Instanzen. Kurz nach dem Insolvenz­antrag entschied der Bundes­gerichts­hof zugunsten der Kunden. Ihnen steht der Bonus zu. Für die Betroffenen dürfte diese späte Klar­stellung nur ein schwacher Trost sein. Sie können aber – wie alle anderen Geschädigten auch – ihre Forderungen beim Insolvenz­verwalter anmelden.

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