Flexgas Meldung

Nun hat auch die Flex­strom-Tochter Flexgas Insolvenz angemeldet. Die Kunden fallen in die Ersatz­versorgung. Sie sollten sich jetzt rasch einen neuen Tarif suchen.

Stadt­werke kündigen Netznut­zung

Nun ist auch Flexgas pleite. Eine Woche nach der Mutter Flexstrom hat das Unternehmen ebenfalls Insolvenz­antrag gestellt. Der ausländische Investor sei vom Kauf­vertrag zurück­getreten. „Nachdem auch die angekündigten Finanz­mittel nicht zur Verfügung gestellt worden waren“, habe man keine trag­fähige Lösung mehr finden können, meldet Flexgas auf seiner Internetseite. Zuvor hatten die Stadt­werke Essen dem Gasversorger den Netznut­zungs-Vertrag gekündigt. Flexgas hat nach eigenen Angaben eine fünf­stel­lige Kundenzahl.

Investor springt ab

Auf der Home­page des Investors, der AKO Capital AG mit Sitz in Zürich, heißt es lapidar, man habe entsprechend einer im Kauf­vertrag vereinbarten Klausel den Rück­tritt vom Kauf­vertrag erklärt. Das ursprüng­liche Vorhaben sei gewesen, die Markt- und Kunden­strategie von Flexgas zu ändern, für mehr Trans­parenz zu sorgen und die Risiken für den Kunden zu verringern. Neue Erkennt­nisse hätten aber nach der Beur­kundung dazu geführt, davon Abstand zu nehmen.

Ersatz­versorgung für Kunden

Für die Gaskunden läuft es nun ähnlich wie für die Strom­kunden: Sie werden über­gangs­los weiter beliefert. Für Flexgas springt der örtliche Grund­versorger mit der Ersatz­versorgung ein. Die Ersatz­versorgung läuft aber meist zu einem eher teuren Tarif.

Was Kunden jetzt tun sollten

Als erstes sollten Kunden den Zählerstand notieren. Wer eine Einzugs­ermächtigung erteilt hat, sollte sie sofort widerrufen. Wenn der Netz­betreiber ihnen mitgeteilt hat, dass Flexgas nicht mehr liefert und sie in die Ersatz­versorgung bei örtlichen Grund­versorger gerutscht sind, sollten sie bei Flexgas kündigen, am besten per Einschreiben. Erst jetzt können sich die Betroffenen einen güns­tigeren Anbieter suchen oder beim Grund­versorger in einen güns­tigen Sonder­tarif wechseln. Während der dreimonatigen Ersatz­versorgung können sie jeder­zeit kündigen. Wer das versäumt, rutscht spätestens nach drei Monaten auto­matisch in den Grund­versorgungs­tarif. Dieser Tarif ist vergleichs­weise teuer, kann aber jeder­zeit mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden. Finanztest erklärt, was beim Wechsel zu beachten ist.

Tarife mit Voraus­zahlung

Flexgas bot unter anderem einen Tarif mit jähr­licher Voraus­kasse an, ebenso einen Tarif mit vierteljähr­licher Über­weisung. Spezielle Boni sollten den Kunden eine besondere Ersparnis bringen. In welchem Umfang die Kunden ihre Voraus­zahlungen, noch ausstehende Boni oder noch vorhandene Guthaben erstattet bekommen oder ob sie ihr Geld im Zuge der Pleite abschreiben müssen, hängt vom weiteren Verlauf des Insolvenz­verfahrens ab.

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