37 Prozent mehr. So steigerte sich der Fleisch­ersatz-Absatz im ersten Quartal 2020 im Vergleich zu 2019.

Seitan-Bratling, Tofu-Würst­chen, Burger aus Wurm­protein – eine Studie des Umweltbundesamts (Uba) bescheinigt Fleisch­ersatz­produkten, dass ihre Herstellung umwelt­schonender als die von herkömm­lichem Fleisch ist und dass sie oben­drein gesünder sind. Die Studie vergleicht drei Alternativen.

Pflanzliches vorn

Veggie-Produkte mit Soja, Erbsen, Weizen und Co sind aus Umwelt­sicht am besten. Grund: Hülsenfrüchte und Getreide werden direkt zu Lebens­mitteln verarbeitet. Wenn aber erst Tiere Pflanzen fressen, sind unterm Strich viel mehr Pflanzen, Wasser und Energie notwendig. Die Produktion von Tiereiweiß kostet im Vergleich zu Pflanzeneiweiß bis zu sieben Mal mehr Acker­land. Und das liegt zudem teils in gerodetem Regen­wald. Veggie-Produkte bei uns enthalten dagegen oft Pflanzliches aus Europa. Viele Veggies sind reich an Protein, teils auch fett- und kalorienärmer als Fleisch.

Tipp: Bei unserem letzten Test von Veggie-Aufschnitt haben viele Produkte gut abge­schnitten.

Insekten-Lebens­mittel folgen

Die Produktion aus – in der Regel – Zuchtinsekten verbraucht mehr Strom, Licht und Wärme als die von Veggie-Waren. Gegen­über Fleisch punkten Mehl­wurm, Grille und Heuschrecke allemal: Sie verwerten Futter effizienter als Säugetiere und fressen weniger. Oft sind sie reicher an Protein und ärmer an Fett. Für 100 Gramm Insektenwaren entstehen ein Drittel weniger Treib­hausgase als für 100 Gramm Hühner­fleisch. Im Vergleich zu Rind und Schwein liegt die Ersparnis noch höher. Insekten­zucht verbraucht weniger Platz. Noch ist aber unklar, wie eine artgerechte Zucht aussieht.

Tipp: Wir haben 2018 einen Insekten-Burger unter die Lupe genommen. Unser Schnell­test wird flankiert durch ein Interview mit einer Ernährungs­wissenschaft­lerin zur Akzeptanz von Insekten-Lebens­mitteln.

In-Vitro-Fleisch

Es ist noch nicht im Handel, wächst aber in Laboren. Tier­zellen vermehren sich in Nähr­medien, die oft Blut ungeborener Kälber enthalten. Das Uba hält dem Fleisch zugute, dass weniger Tiere als für echtes Fleisch gebraucht würden und keine Äcker – aber mehr Energie. Für diese Nahrungs­mittel, auch zu ihrem Gesund­heits­wert, sei aber noch viel Forschung notwendig.

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