Unterschiede bei der Schweinefleischerzeugung

Biofleisch

Konventionelles Fleisch

aus intensiver Mast 1

aus extensiver Mast 2

Tierhaltung

Möglichkeiten für arttypisches Verhalten: beim Fressen, Trinken, Ruhen, Paaren, im sozialen Umgang. Bewegungsfreiheit darf nicht leiden. Abkneifen von Schwänzen und Zähnen unzulässig. Im Stall muss Tageslicht und Frischluft herrschen. Nur Teilspaltenböden erlaubt.

Schweine dürfen nicht in ständiger Dunkelheit gehalten werden. Künstliches Licht muss zu­mindest der natürlichen Beleuchtung zwischen 9 und 17 Uhr entsprechen. Vollspaltenböden und Anbindehaltung sind erlaubt, solange das Tier nicht verletzt wird.

Ausreichend Tageslicht und Belüftung müssen vorhanden sein. Vollspaltenböden sind verboten, Teilspalten­böden erlaubt.

Futter

Tiere bekommen Ökofutter (vorzugsweise vom eigenen Hof). In Ausnahmen darf bis 2005 noch 20 Prozent konventionelles Futter in den Trog. Verboten: gentechnisch verändertes Futter, synthetische Amino­säuren, Antibiotika, Leistungsförderer.

Das Futter darf der Gesundheit nicht schaden. Zugelassene Zusatzstoffe, synthetische Aminosäuren und Enzyme sind erlaubt, auch gentechnisch veränderte Stoffe. Bis 2005 dürfen EU-weit 3 Antibiotikagruppen als Leistungsförderer ins Futter.

Das Futter besteht zu 70 Prozent aus Getreide. Es muss nicht „öko“sein. Tabu: gentechnisch verändertes Futter. Ebenfalls verboten: Antibio­tische oder andere Substanzen zur Wachstums- und Leistungs­förderung.

Krankheits-
vorsorge
und
medizinische
Behandlung

Stärkung der natürlichen Widerstandskraft durch Rasse, tiergerechte Haltung, hochwertiges Futter, viel Auslauf. Homöopathische Medizin ist chemisch-synthetischer und Anti­biotika vorzuziehen. Wird ein Tier öfter als 3 Mal jährlich so behandelt, verliert es den Ökostatus.

Es dürfen nur Arzneimittel und Stoffe verabreicht werden, die nach dem Arzneimittelgesetz zu­gelassen sind. Das regelt auch den vorbeugenden Antibiotikaeinsatz. Vor allem neue Schweine im Stall dürfen so versorgt werden.

Vorbeugende Antibiotika sind verboten. Bekommen Tiere mit einem Gewicht über 40 Kilo Antibiotika, fallen sie aus dem Markenfleischprogramm. Oft nehmen Hersteller an Hygiene-Überwachungsprogrammen teil, zum Beispiel am Salmonellen-Monitoring.

Tier-
transporte

Stress muss auf Minimum begrenzt sein, kein Antreiben mit Stromstößen. Medikamentöse Beruhigungsmittel sind verboten. Tiere müssen immer an Wasser kommen.

Liegen Versand- und Bestimmungsort im Inland, dürfen Nutztiere nicht länger als 8 Stunden befördert werden. Strom-stöße zum Antreiben sind in der Regel verboten.

Tiere dürfen höchstens vier Stunden transportiert werden. Eintreibehilfen sind verboten.

Herkunfts­-
nachweis des Fleischs

Orte der Erzeugung, Schlachtung, Zerlegung, Abpackung sind rückverfolgbar.

Herkunft des Schweins, Ort der Schlachtung und Zerlegung sind ungewiss.

Herkunft des Schweins ist bis zur Mastgruppe zurückzuverfolgen.

    Quellen: EU-Ökoverordnung 2092/91, Verordnung zum Schutz von Schweinen bei Stallhaltung, Futtermittelgesetz, Arzneimittelgesetz, Tierschutztransport-Verordnung, Tierschutzverordnung für Schweinehaltung, Kriterien für die extensive und artgemäße Erzeugung von Rind-, Schweine- und Mastgeflügelfleisch (herausgegeben von fünf Verbraucherzentralen, Oktober 2002).

    • 1 Intensive Mast: Die gesetzlichen Mindestanforderungen werden erfüllt, Massentierhaltung ist möglich.
    • 2 Extensive Mast: artgerechte Tierhaltung; Futtermittel sind streng definiert, müssen aber nicht biologischer Herkunft sein. Markenfleisch stammt meist aus extensiver Mast. Bekannte Marken: Neuland, Landjuwel, Gutfleisch.

    So sind wir vorgegangen