Fitness­studios Test

Jeder zehnte Bundes­bürger ist, statistisch gesehen, in einem Fitness­studio angemeldet. Ob er regel­mäßig trainiert, hängt nicht zuletzt von der Betreuung ab. Doch daran hapert es häufig. Das zeigt der Test von sieben großen Fitness­studioketten. Nur drei von ihnen waren gut – alle­samt aus dem hoch­preisigen Segment.

Discounter und Premiumanbieter

Sieben Fitness­ketten nahm die Stiftung Warentest unter die Lupe. Auf der einen Seite vier güns­tige Anbieter mit Jahres­beiträgen ab rund 260 Euro: McFit, Easyfitness, Clever Fit und Easy Sports Fitness. Auf der anderen zwei Premiumanbieter: Bei Injoy und Fitness First kostet das Training rund 600 Euro pro Jahr und mehr. Kieser Training ist etwa gleich teuer, spielt mit seinem auf gesund­heits­orientiertes Muskeltraining beschränkten Konzept aber eine Sonder­rolle.

Organisatorische Mängel

Bevor es mit dem Training losgeht, sollte der Neukunde einen Gesund­heitscheck und einen Fitness­test absol­vieren. Nur so weiß der Trainer um die körperlichen Voraus­setzungen und das Kraft- und Ausdauer­vermögen des Kunden. Das ist besonders bei Neukunden ohne Studio­erfahrung wichtig – und als solche stellten sich die Tester bei den Anbietern vor. Optimaler­weise über­gibt der Übungs­leiter am Ende des Einführungs­trainings einen individuellen Trainings­plan. Die häufig schwache Beset­zung mit Trainern führt jedoch bisweilen zu organisatorischen Mängeln. So beschränkt sich der Eingang­scheck bei drei Anbietern, wenn er denn über­haupt statt­findet, auf ein Minimum. Und bei McFit wird das Probetraining häufig zur Gruppen­ver­anstaltung – da kommt eine individuelle Betreuung zwangs­läufig etwas zu kurz.

Zu wenig Trainer

Vor allem Discountanbieter sparen beim Personal. Mit einer Ausnahme schneiden sie bei der Betreuung schlechter ab als die teureren Studios. Aber auch bei diesen ist es durch­aus nicht selbst­verständlich, dass die Übungs­leiter dauer­haft anwesend sind und dem Sportler von sich aus – oder zumindest auf Nach­frage – zur Seite stehen. Gut präsent waren die Trainer lediglich bei Kieser.

Schlechte Beratung

Die Kompetenz der Trainer im Bereich Ausdauer und Kraft wurde unter anderem mit fünf stan­dardisierten Nach­fragen getestet. So gaben die Tester beispiels­weise vor, einen Band­scheiben­vorfall gehabt zu haben, sie klagten über Schwindel nach dem Ausdauertraining oder über Kribbeln und leichte Taub­heits­gefühle in den Beinen. Alles Symptome, die auf schwerwiegende Gesund­heits­probleme hinweisen können. Am besten, aber noch längst nicht gut, reagierten die Kieser-Trainer. Am schlechtesten berieten die von Easy Sports.

Kurs­trainer etwas besser

Kieser Training bietet seinen Kunden keine Kurse an, Clever Fit nur in einigen Studios und bei McFit gibt es bestenfalls virtuelle Kurse – mit Instruktoren auf der Leinwand. Bei den anderen Anbietern bewerteten die Tester auch die Kompetenz der Kurs­trainer. Deren Niveau ist deutlich höher als bei jenen an den Geräten. Bei gut besuchten Kursen stößt die individuelle Betreuung aber schnell an ihre Grenzen.

Preise im Dunkeln

McFit, Fitness First und Easy Sports sind zentral geführte Filial­betriebe. Bei Clever Fit, Easyfitness, Injoy und Kieser Training handelt es sich um sogenannte Franchise-Systeme. Franchisen­ehmer führen die Studios selbst­ständig. Zwischen den einzelnen Betrieben können die Preise variieren. Während die Filial­betriebe ihre Preise offenlegen, machen Franchise-Anbieter häufig ein Geheimnis daraus. Vor allem die Injoy-Studios weigerten sich, am Telefon Auskunft darüber zu geben. Vor Ort fühlten sich die Tester bei zwei Anbietern mehr oder weniger sanft zur Vertrags­unterzeichnung gedrängt. Nur McFit und Kieser Training verhielten sich hier absolut korrekt. Die Beitrags­höhe hängt vor allem von der Clubkategorie und der Vertrags­lauf­zeit ab – kurze Bindungen kosten meist mehr. Wer verhandelt, kann oft auch etwas heraus­holen. Die Preise in der Tabelle nennen das güns­tigste Angebot für einen Jahres­vertrag.

Dieser Artikel ist hilfreich. 79 Nutzer finden das hilfreich.