Fitness­studio Umzug berechtigt nicht zur Kündigung

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Ein berufs­bedingter Umzug berechtigt Kunden von Fitness­studios nicht, vorzeitig aus einem Studio­vertrag auszusteigen. Das hat der Bundes­gerichts­hof (BGH) entschieden (Az. XII ZR 62/15).

Der Fall

Ein Zeitsoldat aus Hannover hatte einen Vertrag zur Nutzung eines Studios in Hannover unter­schrieben. Als die Bundes­wehr ihn in eine andere Stadt abkommandierte und er das Studio in Hannover nicht mehr nutzen konnte, kündigte er vor Ende der Vertrags­lauf­zeit. Das Studio sah keinen Kündigungs­grund und verklagte den Mann auf Zahlung offener Beiträge in Höhe von rund 720 Euro.

Das Urteil

Nach Ansicht der BGH-Richter fällt ein berufs­bedingter Wohn­ortwechsel in den Verantwortungs­bereich des Kunden. Er berechtige deshalb nicht zur außer­ordentlichen Kündigung. Anders ist es bei Krankheit und Schwangerschaft: Diese Umstände können Grund für eine außer­ordentliche Kündigung sein.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 18.05.2016 um 09:19 Uhr
Rechtsprechung

@ halsbandschnaepper: In der Tat haben Untergerichte in der Vergangenheit auch anders entschieden. Hier nun aber haben wir eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes, die die Rechtsprechung auch der anderen Gerichte für die Zukunft prägen dürfte. Mit anderen Worten: Hier werden zukünftig kaum anders lautende Entscheidungen zu erwarten sein. (lw)

halsbandschnaepper am 18.05.2016 um 08:24 Uhr
@test: Widerspricht bisherigerer Rechtsprechung

Also ich fiinde diesen Artikel etwas dürftig und so nicht sehr hilfreich. So hätte man ruhig darauf hinweisen dass bisher die Gerichte anders entschieden haben. Im nachfolgenden Link werden einige Urteile von Oberlandesgerichten zitiert die bisher ganz anders entschieden haben:
http://www.refrago.de/Fitnessstudio_Kann_man_den_Vertrag_mit_einem_Sportstudio_bei_einem_Umzug_kuendigen.frage9.html