Fitness­studio Nur ein Anbieter im Test betreut seine Kunden gut

30.08.2017
Fitness­studio - Nur ein Anbieter im Test betreut seine Kunden gut
© iStockphoto

Fitness First, Clever Fit, McFit – Muckibuden gibt es für jeden Geschmack und Geldbeutel. Fitness­clubs mit guten Geräten finden Frei­zeit­sportler schon ab etwa 20 Euro im Monat. Gute Betreuung ist bei großen Anbietern hingegen rar, wie unser Test von sieben Fitness­ketten zeigt: Nur eine schafft die Gesamt­note gut. Vier Anbieter schneiden befriedigend ab, zwei sind nur ausreichend. Auch bei den Preisen gibt es große Unterschiede: Von rund 250 bis 1 000 Euro reichen die Jahres­beiträge.

Fitness­studio Testergebnisse für 7 Fitness­studios 09/2017

Anzeigen
Inhalt
Liste der 7 getesteten Produkte
Fitness­studios 09/2017 - Nur Kraft­training
  • Kieser Training Hauptbild
    Kieser Training
Fitness­studios 09/2017 - Kraft- und Aus­dauer­training
  • Clever Fit Hauptbild
    Clever Fit
  • Easyfitness.club Hauptbild
    Easyfitness.club
  • Fitness First Lifestyle Hauptbild
    Fitness First Lifestyle
  • FitX Hauptbild
    FitX
  • Injoy Hauptbild
    Injoy
  • McFit Hauptbild
    McFit

Sieben Fitness­ketten im Test

Mehr als zehn Millionen Menschen in Deutsch­land sind in einem Fitness­studio angemeldet. Das ermittelten Markt­forscher von TNS Infratest im Auftrag mehrerer Fitness­verbände. Um die Gunst der Kunden konkurrieren neben lokalen Anbietern auch etliche über­regionale Anbieter. Die sieben größten davon haben wir auf Herz und Nieren geprüft.

Trainer nehmen sich kaum Zeit für die Kunden

Für unsere Unter­suchung haben sich 35 geschulte Tester bei Studios der ausgewählten Ketten in verschiedenen Städten als Einsteiger angemeldet. Sechs Mal besuchten die Tester jedes Studio und arbeiteten ein umfang­reiches Prüf­programm ab. Sie dokumentierten das Einführungs­training, Zustand und Verfügbarkeit der Geräte sowie die Betreuung. Sie schilderten dabei auch körperliche Beschwerden und trainierten absicht­lich falsch. Doch kaum ein Trainer korrigierte von sich aus die fehler­haften Ausführungen oder reagierte angemessen auf die geäußerten Körperbeschwerden.

Nur einmal gut betreut

Das ist ärgerlich. Denn gerade wer mit dem Fitness­training beginnt, braucht eine aufmerk­same und individuelle Betreuung. Aber genau daran hapert es oft, wie unser Test zeigt. An der Ausstattung der getesteten Fitness­studios mit Geräten und Räumlich­keiten haben wir kaum etwas auszusetzen. In diesem Punkt sind alle Anlagen gut oder sehr gut. Die Betreuung lässt allerdings fast über­all zu wünschen übrig. So kommt es, dass nur ein Anbieter insgesamt gut abschneidet.

Schlechte personelle Ausstattung

Viele Anbieter sparen am Personal. Das Spar­konzept geht zulasten der Betreuung. So sahen unsere Tester zum Beispiel in den Studios des Test-Schluss­lichts oft nur einen einzigen Mitarbeiter, der nicht nur für Empfang, Über­wachung des Sport­bereichs und das Probetraining zuständig war, sondern sogar noch fürs Reinigen der Duschen. Die Trainings­kontrolle ist auch bei anderen Anbietern ein Problem. Dort betreuen die Trainer aber immerhin die Kurse. Der Test­letzte über­lässt die Teilnehmer seiner Kurs­programme sich selbst. Trainer-Anweisungen gibt es ausschließ­lich per Video­film.

Unklare Preise bei Injoy und Clever Fit

Ein Ärgernis für viele Kunden ist die mangelnde Kosten­trans­parenz. Vor allem Injoy und Clever Fit lassen Interes­senten über ihre Preise im Unklaren. FitX und McFit verlangen bundes­weit Einheits­preise. Bei den anderen Anbietern schwanken die Kosten mitunter enorm, abhängig unter anderem von Leistungs­paket, Vertrags­lauf­zeit, Zahlungs­modalitäten – und Stand­ort.

Unfaire Klauseln

Viele Studios schließen in ihren Geschäfts­bedingungen oder Haus­ordnungen eine Haftung bei Personenschäden oder Diebstahl ganz aus. Das ist unzu­lässig. Verletzt sich jemand, weil Geräte nicht ordentlich gewartet wurden, muss das Studio haften. Ein Anbieter im Test hat deutliche Mängel im Klein­gedruckten. Unzu­lässig ist etwa seine Klausel zur Video­über­wachung, die weder Dauer noch Umfang der Speicherung konkret bestimmt und eingrenzt. Ebenfalls nicht erlaubt ist, nur im Klein­gedruckten zu regeln, dass fürs Duschen extra bezahlt werden muss. In Fitness­studios sollte das ohnehin zum Stan­dard­angebot gehören.

Fitness­studio Testergebnisse für 7 Fitness­studios 09/2017

Anzeigen

Raus aus dem Vertrag?

Wer mit seinem Anbieter unzufrieden ist und aus dem Vertrag raus will, muss wissen: Die Möglich­keiten sind begrenzt. Es gibt nur wenige wichtige Gründe, die eine außer­ordentliche Kündigung recht­fertigen, zum Beispiel eine Schwangerschaft oder eine ernste Erkrankung. In welchen Fällen Sie vorzeitig aus ihrem Fitness­vertrag heraus­kommen, erklären wir in unseren FAQ Fitnessstudio.

Nutzer­kommentare, die vor dem 30. August 2017 gepostet wurden, beziehen sich noch auf die Vorgänger-Unter­suchung aus test 1/2014.

  • Mehr zum Thema

    Fitness­studio Ihre Rechte bei Krankheit, Umzug, Studiopleite

    - Wann komme ich vorzeitig aus meinem Vertrag raus? Muss ich für Corona-Schließ­zeiten Beitrag zahlen? Stiftung Warentest klärt häufige Fragen zum Thema Fitness­studio.

    Eiweiß­pulver im Test Für die meisten sind Protein-Shakes über­flüssig

    - Eiweiß­pulver für Sportler gibt es fast in jedem Supermarkt. Zielgruppe sind Frei­zeit- und Leistungs­sportler, die ihre Muskeln mit „Whey Protein“ erhalten oder aufbauen...

    EMS-Studios im Test Nur einer von sechs Anbietern ist gut

    - Ein Trainer, etwas Bewegung und viele kleine Strom­impulse – so funk­tioniert die elektrische Muskels­timulation (EMS). Die Stiftung Warentest hat die sechs größten...