Fitnessräder Test

Raus aus dem Fitnessstudio, rauf aufs Rad. Spezielle Fitnessbikes sollen den Körper trainieren. Zielgruppe: gesundheits- und konditionsorientierte Menschen ab 30. Fitnessbikes ähneln Rennrädern ohne Rennlenker. Die Reifen sind schmal, die Räder leicht, mit Rennsattel, ohne Gepäckträger, Schutzbleche, Rückstrahler oder Scheinwerfer. Der gerade Trekkingrad-Lenker und die spezielle Rahmengeometrie bringen den Oberkörper in eine recht bequeme Position. test.de zeigt die besten Modelle.

Das Material ist edel

Fitnessräder sind gut, aber nicht billig. Die getesteten Modelle kosten bis zu 1.400 Euro. Dafür gibts zum Teil recht edles Material wie Carbongabeln und Leichtlaufräder. Gebremst wird mit V-Brakes oder Seitenzug-Rennbremsen. Alurahmen sind Standard: Die Fitnessräder im Test wiegen zwischen 9 und 12,4 Kilogramm. Das schwerste Rad – Diamant Zagora – kommt mit Gepäckträger, Beleuchtung und Schutzblechen daher. Der Begriff Fitnessrad ist eben nicht fest definiert.

Für die Straße gemacht

Die meisten Fitnessräder sind reine Sportgeräte ohne Schnickschnack. Straßentauglich und für die Straße gemacht: Fitnessbikes erinnern an Rennräder. Schmale Reifen, leichte Rahmen und bis zu 27 Gänge. Die Schaltungen sind sportlich ausgelegt: Die Räder machen Tempo, brauchen aber Kraft. Fitness eben. Sportgeräte bis elf Kilogramm dürfen übrigens auch ohne Dynamo auf die Straße. In der Dunkelheit reichen ansteckbare Batterieleuchten. Drei Modelle von Maxcycles, Göricke und Rabeneick fahren auf breiteren, grobstolligen Reifen. Sie sind auch für Feldwege und leichtes Gelände geeignet.

Nichts für Anfänger

Für Anfänger und Gemütliche bringen die Fitnessräder wenig Spaß. Das fängt schon beim Aufsteigen an: Die Räder haben geschlossene Rahmen mit Querstange. Seitliches Einsteigen: Fehlanzeige. Auch die Käfig- oder Clickpedalen sind gewöhnungsbedürftig. Sie fixieren den Fuß an der Pedale. Ungeübte kommen nicht schnell genug frei. Sie können umkippen. Wer den Dreh raus hat, fährt mit Clickpedalen besser: Hier rastet der Clickverschluss der speziellen Radschuhe in die Pedalen ein. Nach unten wird die Pedale getreten, nach oben gezogen. Vorteil: optimale Kraftübertragung und runder Tritt. Manches Fitnessrad wird ohne Pedalen geliefert – dann hat der Käufer freie Wahl.

Gabelbruch bei Kilometer 15.000

Acht Testerinnen und Tester jagten die Räder über die Straßen. Mindestens 300 Kilometer mit jedem Modell. Dazu kommen Bremsentests auf dem Prüfstand und eine Dauerprüfung im Labor. Hier müssen sich Lenker, Gabel, Sattelstütze und Rahmen beweisen. Die Stiftung Warentest simuliert eine Fahrleistung von etwa 24.000 Kilometern. Zwei Modelle fielen aus dem Rahmen: Beim Rabeneick bricht der Lenker nach etwa 19.000 Kilometern. Beim Diamant Zagora gehen Gabel und Lenker kaputt. Nach rund 15.000 Kilometern. test-Urteil: gerade noch ausreichend – weil der Schaden recht spät auftritt.

Die Teuersten sind die Besten

Im Ziel sind sich die Tester einig: Die teuersten Modelle fahren vorn. Die Testsieger heißen Corratec Shape Two, KTM Strada Sport, Simplon Grid 400 und Stevens Strada 800: beste Fahreigenschaften, sehr haltbar, sicher und gut beim Einstellen und Reparieren. Sehr gute Fahreigenschaften hat das Scott USA Roadster S1. Nachteil: Die Bremsen sind nur befriedigend. Billig und gut ist das Trek 1000 Flat Bar. Preis: nur 700 Euro. Noch billiger ist das Göricke Idukah. Geländetauglich und gut. Nachteil: Der Sattel ist hart und schmal. Bei einem Preis von 600 Euro bleibt aber etwas Luft für einen neuen Sattel.

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