Fitness-Studios Test

Den Rücken stärken, den Kreislauf ankurbeln und den Büroalltag vergessen: Immer mehr Menschen entdecken Fitness-Studios für sich. Die Stiftung Warentest hat 18 Studios in München getestet. Viele halten nicht, was sie versprechen: Nach der Vertragsunterzeichnung bleibt der Kunde oft allein. Trainingsfehler werden nicht korrigiert. test.de sagt, worauf es ankommt und wie Sie ein gutes Studio finden.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Fitnessstudios

Gut für Büroarbeiter

Rund fünf Millionen Deutsche trainieren regelmäßig in Fitnessstudios. Und es werden immer mehr. Fitness ist angesagt: gerade bei älteren Menschen. Das Durchschnittsalter der Studiobesucher liegt bei 34 Jahren, fast jeder Zweite ist über 40 Jahre alt. Hier zählt die Gesundheit: Das Training im Fitnessstudio stärkt den Rücken und baut die Muskeln auf. Gut für alle Büroarbeiter, die sich sonst zu wenig bewegen. Der Besuch im Fitnessstudio bringt Ausgleich: Vorrausgesetzt, dass Training wird individuell abgestimmt. Hier versagen viele Studios. Sie lassen den Kunden zu schnell allein.

Zu wenig Kontrolle

Die Stiftung Warentest hat 18 Studios in München getestet. Nur vier sind gut. Bei den anderen machen sich die Trainer rar. Oft sind sie gar nicht zu sehen oder nicht ansprechbar. Außerdem reagieren sie nur selten auf Trainingsfehler. Die Testturner der Stiftung Warentest bauten typische Fehler in ihre Übungen ein. In den meisten Studios wurden sie nicht korrigiert. Kurioses Highlight im Elexia West: Hier wies der Trainer die Testturnerin auf die Fehler anderer Sportler hin. Nur die erfuhren nichts von ihren Fehlern. Das kann im Einzelfall sogar gefährlich werden – etwa wenn das Herz überlastet wird.

Guter Einstieg

Beim ersten Probetrainung ist der Kunde dagegen König: Ein Trainer erklärt die Geräte und preist die Vorzüge des jeweiligen Studios an. Jetzt ist die Aufmerksamkeit groß: Das sollten die Kunden nutzen und Fragen stellen. Auch die Ausarbeitung des persönlichen Trainingsplans funktioniert in vielen Studios gut. Oft gehört ein Ausdauertest zum Programm. Der fällt allerdings meist zu kurz aus. Hat der Kunde den Vertrag mit dem Studio erst unterschrieben, nimmt die Aufmerksamkeit schnell ab. Positive Ausnahmen: Body Factory, Injoy München, Swiss und Kieser. Hier werden die Kunden gut betreut. Die insgesamt beste Figur machten Fitness Forum und Vitalis: Lange Öffnungszeiten, viele Kurse, guter Service. Auch die Vertragsbedingungen sind gut.

Eigene Getränke erlaubt

Ein Blick in die Hausordnung oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen beugt Ärger vor. Wichtig ist eine kostenlose Trainingspause für die Urlaubszeit. Einige Studios gewähren diese Pause aber nur bei Krankheit. Noch ein Punkt für Streitereien: Das Mitbringen eigener Getränke. Einige Studios untersagen das, weil sie den Umsatz an der Bar ankurbeln wollen. Unzulässig, urteilen dagegen die Gerichte. Schließlich zahlt der Kunde bereits für die Mitgliedschaft.

700 Euro im Jahr

Rund 700 Euro im Jahr kosten die Studios im Schnitt. Das billigste Angebot im Test kommt von Swiss: 299 Euro im Jahr für Fitness, Betreuung, Aerobic und Sauna. Kieser verlangt 400 Euro, inklusive ärztlicher Trainingsberatung. Dafür gibt es bei Kieser keinen Schnickschnack. Nur Fitnessgeräte und Duschen. Andere Studios reifen mitunter zu Wellnesstempeln: Sauna, Wirlpool, Solarium, Massage und Bar. So viel Luxus kostet bis zu 1 000 Euro im Jahr.

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