Fisheye-Objektiv von Venus Optics Bezahl­bare Extrem-Optik aus China

12.02.2020
Fisheye-Objektiv von Venus Optics - Bezahl­bare Extrem-Optik aus China
Das Laowa 4mm f/2.8 Fisheye mit seiner weit nach vorn ragenden Linse. © Stiftung Warentest / Ralph Kaiser

Für weniger als 300 Euro bietet der chinesische Anbieter Venus Optics ein Fisch­auge-Objektiv mit extrem großem Blick­winkel. Zum Start war das Objektiv nur für Micro-Four-Thirds-Kameras unter anderem von Panasonic und Olympus erhältlich. Nun hat Venus Optics nachgelegt – mit Varianten für Canon EF-M-, Fujifilm XF- und Sony E-Bajonett. Die Experten der Stiftung Warentest haben ausprobiert, was die Laowa-4mm-Optik taugt – und waren positiv über­rascht.

Viel Blick­winkel für wenig Geld

Fisheye-Objektiv von Venus Optics - Bezahl­bare Extrem-Optik aus China
Das Objektiv bietet einen außergewöhnlich weiten Blick­winkel. © Stiftung Warentest

Die tech­nischen Daten des Extrem-Weitwinkel-Objektivs Laowa 4mm f/2.8 Fisheye lesen sich beein­druckend: Das 4mm-Objektiv ermöglicht einen Blick­winkel von 210 Grad! Dabei ist das Objektiv mit einer Maximalblende von 2.8 auch noch ziemlich licht­stark. Zudem ist es recht kompakt und mit rund 135 Gramm nicht sonderlich schwer. Der chinesische Anbieter verkauft das Objektiv auf seiner Website für sehr güns­tige 199 US-Dollar. Bei einem solchen Direkt­import kommen allerdings noch Zoll und Einfuhr­umsatz­steuer hinzu, und Reklamationen könnten kompliziert werden. Bei deutschen Fotohänd­lern ist das Objektiv für rund 280 Euro zu haben – das ist immer noch ziemlich günstig.

Mecha­nische Optik auf digi­taler Kamera

Fisheye-Objektiv von Venus Optics - Bezahl­bare Extrem-Optik aus China
Das mecha­nische Objektiv passt unter anderem auf Kameras des Micro-Four-Thirds-Systems von Olympus und Panasonic. © Stiftung Warentest / Ralph Kaiser

Dafür funk­tioniert die Optik komplett mecha­nisch: Fokussiert wird mit dem Fokusring, und auch die Blende muss der Nutzer von Hand direkt am Objektiv einstellen. Eine Blenden­steuerung über das Kamera­gehäuse ist nicht möglich. Um ein solches manuelles Objektiv auf einer modernen Digitalkamera betreiben zu können, muss der Nutzer im Kame­ramenü zunächst die Option „Auslösen ohne Objektiv“ akti­vieren. Dann fotografiert es sich damit am Besten mit Zeit­automatik (Modus „A“, für „aperture priority“, also Blenden­vorwahl). Beim manuellen Fokussieren können Funk­tionen wie Lupe oder Focus Peaking helfen.

Objektive im Test

Test­ergeb­nisse für 54 Objektive, darunter solche mit Fest­brenn­weiten, Tele-, Reise- und Stan­dard-Zooms finden Sie in unserem großen Vergleichstest Objektive.

Fisch­auge sei wach­sam

Fisheye-Objektiv von Venus Optics - Bezahl­bare Extrem-Optik aus China
Die Frontlinse ragt weit hervor. Zum Schutz ist eine solide Metall­kappe mitgeliefert. © Stiftung Warentest / Ralph Kaiser

Die mecha­nische Verarbeitung macht einen soliden Eindruck. Beim Hantieren mit dem Objektiv ist dennoch Vorsicht geboten: Die Frontlinse ragt wie bei solchen Objektiven üblich stark hervor – darum heißen sie auch „Fisch­auge“ (Eng­lisch: „Fisheye“). So ist die Linse sehr exponiert für Finger­abdrücke und Kratzer. Zum Schutz vor letzteren liefert der Anbieter eine stabile Metall­kappe mit, die das gesamte Objektiv umhüllt. Auch beim Fotografieren muss der Nutzer aufpassen: Aufgrund des extrem großen Blick­winkels kann es leicht passieren, dass die Hand, mit der er die Kamera hält, mit aufs Bild gerät.

Über­zeugende Bild­qualität

Fisheye-Objektiv von Venus Optics - Bezahl­bare Extrem-Optik aus China
Das Laowa eignet sich auch für Nahaufnahmen. Die runden Fish­eye-­Bil­der lassen sich auf Wunsch entsprechend zuschneiden. © Stiftung Warentest

Als typisches Fisheye-Objektiv liefert das Laowa-4mm kreisförmige Bilder mit extremen Verzerrungen. Die mögen durch­aus ihren Reiz haben, meist wird der Nutzer aber wohl eher einen recht­eckigen Bild­ausschnitt nutzen. An den Rändern zeigen die Bilder wie bei solchen Objektiven üblich deutliche Farbsäume. Zur Bild­mitte hin sind sie allerdings über­raschend scharf und kontrast­reich. Auch die kaum vermeid­baren Streulicht­effekte sind durch die Vergütung der Linsen auf ein erfreulich geringes Niveau reduziert. Besonders gemessen am güns­tigen Preis ist die Bild­qualität insgesamt beein­druckend gut.

Fazit: Güns­tiger Einstieg ins extreme Weitwinkel

Wer eine Kamera mit Canon EF-M-, Fujifilm XF- oder Sony E-Bajonett beziehungs­weise mit Micro Four Thirds-Bajonett besitzt und gern mal mit extrem weiten Blick­winkeln experimentieren möchte, findet in dem Laowa-Fisch­auge einen guten und güns­tigen Einstieg. Neben ungewöhnlichen Fotos kann das Objektiv durch­aus auch für verrückte Video-Experimente interes­sant sein.

Dieser Schnell­test ist am 12.09.2019 auf test.de erschienen. Wir haben ihn am 12.02.2020 aktualisiert.

12.02.2020
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