Die First Real Estate Ltd. macht ein fragwürdiges Angebot: „Attraktive Festverzinsung 8 Prozent per anno – Auch für Sie!“ verspricht die Firma mit Sitz in London und Repräsentanz in Düsseldorf. Die attraktiven Zinsen sollen alle Anleger erhalten, die bis zum 31. Dezember 2002 eine Inhaberschuldverschreibung (Anleihe) mit einer Laufzeit von 11 Monaten für Beträge ab 500 Euro und mehr kaufen. Die „hohen Gewinne“ will die Firma durch den günstigen An- und Verkauf von Immobilien erwirtschaften.

Doch das Angebot scheint Finanztest aus mehreren Gründen riskant. So liegt der Garantiezins etwa 3,5 Prozent über dem Zins für Bundesanleihen. Zudem betragen die Kosten für Konzeption, Verwaltung und Vertrieb 12 Prozent des Anleihekapitals. Weitere bis zu 15 Prozent des Anleihekapitals will die erst im Februar 2002 neu gegründete First Real Estate Ltd. für Vermittlerprovisionen ausgeben.

Angesichts dieser hohen Kosten erscheint es fraglich, wie die First Real Estate Ltd. am Ende der kurzen Laufzeit das Anlegergeld plus 8 Prozent Zinsen zurückzahlen kann. Hinweise auf solche Risiken finden sich im Prospekt der Firma allerdings nicht.

Dafür wird auf den besonderen Vorteil einer Kapitalabsicherung durch einen deutschen Grundschuldbrief ab einer Anlagesumme von mindestens 25 000 Euro hingewiesen. Eine Zuordnung der Anleihe zu einem bestimmten Grundschuldbrief oder einem bestimmten Objekt findet jedoch nicht statt. Ob das Anlegergeld bei einer Insolvenz der First Real ­Estate und damit verbundenen Zwangsversteigerungen der Immobililen wirklich sicher ist, erscheint fraglich. Erschwerend hinzu kommt, dass der Gerichtsstand im Streitfall London ist.

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