Aha-Effekt. Rausfinden: Wie viel Geld geht eigentlich jeden Monat für Essen und Ausgehen drauf?

Erster Job, erstes Gehalt – endlich finanziell auf eigenen Beinen stehen! Aber: Mit den ersten selbst verdienten Euro kommen auch viele Fragen und Entscheidungen auf junge Menschen zu. Von Budgetplanung über Steuererklärung bis Versicherung – test.de zeigt, worauf Berufs­anfänger achten müssen und worum sie sich kümmern sollten. Keine Sorge: Das meiste ist schnell erledigt.

Budget erstellen und Spar­möglich­keiten nutzen

Versicherungen, Aktien, Riester – alles schön und gut. Aber was davon ist wirk­lich wichtig?

Bevor es mit dem Sparen und der Alters­vorsorge losgeht, gilt es zu klären, wie viel Geld dafür eigentlich zur Verfügung steht. Am besten geht das, indem man zwei bis drei Monate lang Einnahmen und Ausgaben fest­hält. Diverse Apps helfen dabei. Bei manchen trägt der Nutzer jede Trans­aktion händisch ein, bei anderen ordnet die App Konto­bewegungen auto­matisch bestimmten Posten zu.

App, Haus­halts­buch, Excel-File

Wer seine Daten nicht irgend­einem App-Anbieter zur Verfügung stellen möchte, kann die Einnahmen und Ausgaben auch ganz oldschool in einem Haus­halts­buch oder einer Excel-Tabelle fest­halten. Auf der Einnahme­seite passiert abge­sehen vom Gehalt meist nicht so viel. Interes­santer ist da schon die Ausgabenseite: Wie viel Geld sind jeden Monat für Miete, Versicherungen, Streaming und Handy-Vertrag fällig? Wie viel geht zusätzlich für Kneipen­besuche und Konzerte drauf? Und was kosten Auto, Bus & Bahn? Allein dies zu notieren dürfte für manchen Aha-Effekt sorgen. Die Kosten für einmalige Ausgaben wie Urlaube lassen sich grob auf einen monatlichen Betrag umrechnen. Am Ende steht die Erkennt­nis, wie viel vom Gehalt tatsäch­lich übrig bleibt.

Strom, Gas, Handy: Wechsel hilft sparen

Handy- oder Strom­anbieter wechseln dauert oft nur wenige Minuten – und kann viel Geld sparen.

An manchen Posten kann man sogar noch was drehen: Gerade bei Strom und Gas kann ein Anbieter­wechsel häufig helfen, ordentlich zu sparen. Allein damit können ein paar hundert Euro im Jahr zusammen­kommen. Mitt­lerweile gibt es Wechselservices, die das Wechseln für Kunden jähr­lich über­nehmen. Das ist sehr bequem. Unser Test zeigt: Der Anbieter Switchup.de ist kostenlos und macht gute Arbeit. Weitere Posten, bei denen sich durch einen Wechsel Geld sparen lässt, sind zum Beispiel Hand­ytarife und Internet­verträge. Auch Giro­konten oder Kreditkarten fressen unnötige Gebühren. Mehr dazu weiter unten.

Sparen mit test.de

Unsere Tests sollen Ihnen helfen, möglichst viel Geld zu sparen. Um unsere unabhängige Testarbeit zu finanzieren, müssen wir für die Frei­schaltung der Test­ergeb­nisse Geld verlangen. Aber auch hier können Sie Geld sparen! Für nur 7,90 Euro im Monat oder 54,90 im Jahr können Sie die test.de-Flatrate frei­schalten und haben dann Zugriff auf alle Test­ergeb­nisse der Stiftung Warentest – von Fernsehern über Matratzen und Staubsauger bis Geld­anlage-Themen (ausgenommen sind Analysen und individuelle Vergleichs­rechner).

test.de-Flatrate: Zugriff auf alle Testergebnisse

Steuererklärung bringt Geld

Auch wenn allein schon das Wort bei manchem einen gewissen Grusel auslöst: Es lohnt sich, eine Steuererklärung zu machen. Im Durch­schnitt bekommen Angestellte rund 1 000 Euro zurück­gezahlt, wenn sie eine Steuererklärung abgeben. Dafür lohnt es sich, zwei bis drei Stunden zu investieren – länger dauert es in der Regel bei Berufs­anfängern nicht. Gerade wer mitten im Jahr ange­fangen hat zu arbeiten, profitiert besonders von einer Steuererklärung. Die Lohn­steuer bemisst sich nach dem monatlichen Verdienst. In der Steuererklärung wird jedoch das gesamte Jahr betrachtet, auch die Monate ohne Gehalt. Dadurch sinkt der Steu­ersatz. Außerdem gewährt das Finanz­amt unabhängig davon, wie lange jemand in einem Jahr gearbeitet hat, die volle Werbungs­kostenpauschale von 1 000 Euro. Je kürzer Arbeitnehmer tätig waren, desto höher ist hier die Steuerersparnis.

Online-Unterstüt­zung. Die Steuererklärung kann man entweder mit dem Onlineportal der Finanz­verwaltung elster.de machen (Elster online: Meine erste eigene Steuererklärung) oder mit einem Steuerprogramm, das noch etwas mehr Unterstüt­zung bietet.

Video: Wie die Steuererklärung funk­tioniert

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Kostenloses Giro­konto und Kreditkarte

Auch für Berufs­tätige gibts kostenfreie Konten – sogar mit Kreditkarte. Ein Konto-Umzug ist einfach.

Für Studenten und Azubis ist das Giro­konto bei der örtlichen Volks­bank oder Sparkasse häufig noch kostenlos – zumindest noch bis zu einem bestimmten Alter. Spätestens mit dem ersten Gehalts­eingang ändert sich das jedoch meistens. Wer auf eine Filiale wert legt oder aus anderen Gründen gerne die lokale Bank unterstützen möchte, kann das natürlich tun.

Für wen ein Wechsel in Frage kommt ...

Gebühren bis 60 Euro im Jahr finden wir vertret­bar. Allerdings gibt es auch viele Kunden, die nie eine Filiale aufsuchen und keine Verbindung zu „ihrer“ Bank haben. Für sie kommt ein Wechsel in Frage: Bei Online­banken gibt es eine gute Auswahl an Angeboten, bei denen es Konten ohne Gebühren gibt. Der Berufs­start ist eine gute Gelegenheit für den Wechsel. Zu diesem Zeit­punkt haben die meisten noch nicht so viele monatlichen Abbuchungen, so dass sich der Aufwand in Grenzen hält.

Tipp: Die besten kostenlosen Angebote gibt es in unserem Vergleich Girokonten.

... und wie er funk­tioniert

Der Wechsel läuft zudem meist problemlos, seitdem alte und neue Bank gesetzlich verpflichtet sind zusammen­zuarbeiten. Die bisherige Bank muss eine Über­sicht aller Buchungen der letzten 13 Monate liefern, die künftige Bank soll allen Zahlungs­part­nern die neue Konto­verbindung mitteilen. Bei unserer Recherche haben wir fest­gestellt, dass das zwar nicht immer reibungs­los klappt, häufig aber schon. Wie es geht, zeigt unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Kontowechsel.

Kreditkarte kostenlos dazu

Bei manchen Online­banken gibt es nicht nur das Konto kostenlos, sondern auch noch eine Kreditkarte dazu, mit der man europaweit oder sogar welt­weit kostenlos Geld abheben kann. Aber Achtung: Viele Anbieter haben mitt­lerweile die Teilzahlung (oder auch Revolving Credit) beim Karten­antrag voreinge­stellt. Das klingt erst einmal super, weil der Kunde nur kleine Beträge zurück­zahlen muss. Allerdings muss er auf die übrige Summe, die er noch nicht zurück­gezahlt hat, sehr hohe Zinsen zahlen – bis zu 20 Prozent pro Jahr. Wer seine Karte laufend nutzt, landet so ziemlich schnell in der Schuldenfalle. Die Teilzahlung also unbe­dingt abwählen!

Tipp: Die besten kostenlosen Kreditkarten finden Sie in unserem Kreditkarten-Vergleich.

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Die wichtigsten Versicherungen für Berufs­anfänger

Nicht nur für Industrie­mechaniker ist der Abschluss einer Berufs­unfähigkeits­versicherung ratsam.

Die einen rennen ohne jede Absicherung durchs Leben, während die anderen jede Zusatz­versicherung mitnehmen, die sie kriegen können. Aber welche Versicherungen sind wirk­lich sinn­voll? Grund­sätzlich gilt: Jeder sollte nur die Risiken versichern, die existenz­bedrohend sind. Zu diesen Risiken gehören Krankheiten und die finanziellen Folgen von Schäden, die man jemand anderem zufügt und für die man aufkommen muss. Auch Berufs­einsteiger sollten prüfen, ob sie den wichtigsten Schutz haben.

Wann Versicherungs­schutz sinn­voll ist

Die Faust­regel: Man sollte sich den größten Schaden vorstellen, den eine Versicherung abdeckt. Wenn Sie den Schaden nicht aus eigener Tasche zahlen können, ist der Schutz sinn­voll. Wenn das Handy kaputt geht, ruiniert einen die Anschaffung eines neuen Handys nicht komplett. Deswegen gehören Handy­versicherungen zu den Produkten, die über­flüssig sind.

Ein paar Versicherungen sind so wichtig, dass sie wirk­lich jeder haben sollte:

Kranken­versicherung

Eine Kranken­versicherung ist in Deutsch­land Pflicht. Kinder sind bis zum 18. Geburts­tag kostenlos mitversichert, wenn die Eltern Mitglied einer gesetzlichen Kranken­versicherung sind. Wer noch nicht arbeitet, kann bis 23 mitversichert bleiben, Schüler, Studierende und manche Azubis sogar bis 25. Spätestens dann muss sich jeder selbst kümmern. Viel falsch machen kann man dabei nicht: Der Groß­teil der medizi­nischen Versorgung ist vorgeschrieben und bei allen Anbietern identisch. Es gibt einen festen Krankenkassenbeitrag, der vom Gehalt abge­zogen wird. Die Krankenkassen unterscheiden sich nur in Details: So dürfen die Krankenkassen noch Zusatz­beiträge erheben, die höher oder nied­riger ausfallen. Außerdem bieten sie individuell unterschiedliche Extras jenseits des gesetzlichen Leistungs­katalogs wie zum Beispiel Zuschüsse für alternative Arznei­mittel, Reiseimpfungen oder für eine professionelle Zahn­reinigung. Beitrags­unterschiede oder Extras, die einem wichtig sind, können ein Grund sein, die Kasse auch wieder einmal zu wechseln, was leicht geht.

Weitere Informationen und Test­ergeb­nisse: Welche Extras welche Kasse bietet, zeigt unser Krankenkassenvergleich. Einen umfassenden Über­blick über die Leistungen der Krankenkassen bietet unser Special Gesetzliche Krankenversicherung.

Private Haft­pflicht­versicherung

Eine private Haft­pflicht­versicherung braucht jeder. Oft reicht schon eine kleine Unacht­samkeit und man hat einen großen Schaden ange­richtet, dessen Behebung mehrere Tausend Euro kostet. Wird jemand schwer verletzt, kann es im Einzel­fall sogar um sechs­stel­lige Summen gehen. Eine private Haft­plicht­versicherung schützt in diesem Fall vor dem finanziellen Ruin. Sie springt ein, wenn Versicherte aufgrund gesetzlicher Rege­lungen Schaden­ersatz zahlen müssen. Sehr gute Versicherungs­tarife gibt es, zumindest für Singles, schon für wenig mehr als 50 Euro im Jahr. Die beste Police für Ihren persönlichen Bedarf finden Sie mit unserem Vergleich Private Haftpflichtversicherung.

Berufs­unfähigkeits­versicherung

Die Berufs­unfähigkeits­versicherung (BU) ist für alle diejenigen wichtig, die von ihrem Gehalt leben müssen – und das sind die meisten Menschen. Wer entsprechend versichert ist und aufgrund psychischer Probleme oder anderer Krankheiten seinen Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann, erhält eine monatliche Berufs­unfähigkeits­rente. Es ist sinn­voll, diese Versicherung möglichst früh abzu­schließen. Junge Menschen erhalten güns­tigere Tarife, weil sie meist noch fit sind. Außerdem schließen Versicherer bestimmte Vorerkrankungen von der Versicherung aus. Diese muss der Versicherungs­nehmer im Versicherungs­antrag angeben. Tut er dies nicht, verwirkt er in der Regel seinen Versicherungs­schutz, wenn das verschwiegene Leiden den Versicherungs­fall auslöst – und die Vorerkrankung raus­kommt. Wer also schon einmal wegen eines Rückenleidens behandelt wurde, bekommt dann zum Beispiel keine Rente, wenn er wegen dieses Leidens seinen Job nicht mehr ausüben kann. Das Problem: Eine Berufs­unfähigkeits­versicherung ist nicht ganz günstig, und mit manchen Berufen ist es schwer, über­haupt eine zu bekommen.

Weitere Informationen und Test­ergeb­nisse: Die besten Berufs­unfähigkeits­versicherungen für junge Menschen zeigt unser Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung.

Auslands­reisekranken­versicherung

Wer gern weite Reisen unternimmt, braucht eine Auslands­reisekranken­versicherung. Die normale gesetzliche Krankenkasse über­nimmt die Kosten für ambulante und stationäre Behand­lungen inner­halb der EU und in Staaten, mit denen ein Sozial­versicherungs­abkommen besteht. Die Krankenkasse erstattet allerdings keine privatärztlichen Leistungen, und sie bezahlt nie einen Krankenrück­trans­port nach Deutsch­land. Wer das Gebiet der EU verlässt, sollte sowieso eine Auslands­reisekranken­versicherung haben, um im Ernst­fall nicht auf Behand­lungs­kosten sitzen zu bleiben. Schon für rund 10 Euro im Jahr gibt es sehr gute Policen.

Weitere Informationen und Test­ergeb­nisse: Die besten Tarife zeigt unser Vergleich Auslandsreisekrankenversicherung. Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Kranken-, Gepäck- sowie Reiser­ücktritts- und -abbruch­versicherungen gibt es in unseren FAQ Reiseversicherung.

Auto­versicherung

Für jedes Auto braucht der Halter eine Kfz-Haft­pflicht­versicherung, sonst gibt es keine Zulassung. Für den Ersatz der Schäden am eigenen Auto ist zusätzlich noch eine Kasko­versicherung sinn­voll. Bei alten Pkw von geringem Wert reicht die Kfz-Haft­pflicht. Bei den meisten anderen Autos ist zumindest eine Teilkasko­versicherung empfehlens­wert, für Neuwagen und teure Gebrauchte eine Voll­kasko. Hier lohnt es sich, regel­mäßig Tarife zu vergleichen. Ein paar Hundert Euro im Jahr lassen sich durch den Wechsel zu einem güns­tigeren Anbieter manchmal sparen.

Weitere Informationen und Test­ergeb­nisse: Güns­tige Auto­versicherungen genau für Ihren Bedarf ermittelt der Kfz-Versicherungsvergleich der Stiftung Warentest. Grund­legende Infos zum Thema Auto­versicherungen finden sie in unserem Special Autoversicherung.

Weitere Versicherungen

Je nach Bedarf können auch eine Rechtsschutzversicherung, eine Zahnzusatzversicherung und eine Pflegezusatzversicherung sinn­voll sein. Das sind aber nicht die Versicherungen, um die man sich als erstes kümmern sollte (mehr dazu in unserem Versicherungscheck).

Risiko­lebens­versicherung. Sinn­voll, wenn man seinen Partner ­absichern möchte, für den Fall, dass man stirbt (Vergleich Risikolebensversicherung).

Hausrat­versicherung. Wer zu Hause hoch­wertige Elektronik oder eine Foto- oder Sport­ausrüstung gegen Schäden sichern will oder ­vielleicht ein teures Fahr­rad gegen Diebstahl versichern möchte, sollte diese Versicherung abschließen (Hausratversicherung im Test).

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Richtig sparen in drei Schritten

Viele Berufs­anfänger verdienen genug Geld, um etwas auf die Seite legen zu können. Zwar heißt es heute häufig „Sparen lohnt sich nicht mehr“, weil die Banken kaum noch Zinsen für ihre Spar­produkte zahlen, aber nicht zu sparen ist keine gute Idee. Selbst wenn das gesparte Geld tatsäch­lich nichts mehr abwerfen würde, ist es sinn­voll Geld zu sparen. „Für schlechte Zeiten“ etwas zur Seite zu legen, ist genauso wichtig wie Geld für das Alter anzu­sparen – weil für die allermeisten jüngeren Menschen das Geld aus der gesetzlichen Rente alleine nicht mehr reichen wird, um auch im Alter ein auskömm­liches Leben zu haben. Wer anfängt zu sparen, sollte nach­stehende Anleitung befolgen:

1. Schulden abbauen

Das erste Sparziel für Berufs­einsteiger sollte es sein, eventuell vorhandene Schulden abzu­bauen. Zinsen für Kredite sind in der Regel höher als Gutha­benzinsen für angelegtes Geld. Daher gilt es, bestehende Kredite – etwa einen Studien­kredit – möglichst schnell zu tilgen, also abzu­bezahlen. Die Rechnung ist einfach: Wer 10 000 Euro Schulden hat und dafür 3 Prozent Zinsen zahlt, obwohl er 10 000 Euro auf dem Spar­buch liegen hat, für die er aber nur 1 Prozent Zinsen bekommt, macht jedes Jahr einen Verlust von 200 Euro. Das sollten junge Sparer vermeiden.

2. Notfall­reserve aufbauen

Sind alle Schulden weg, geht es im nächsten Schritt darum, eine Notfall­reserve für unvor­hergesehene Kosten aufzubauen. Ist zum Beispiel das Smartphone kaputt, kann das Geld aus der Notfall­reserve genutzt werden und der Sparer muss keinen teuren Kredit aufnehmen, um das Handy zahlen zu können. Für die Notfall­reserve sollte der Sparer ein Tages­geld­konto eröffnen. Ein Tages­geld­konto ist ein Guthaben­konto bei einer Bank, auf das der Sparer Geld über­weisen kann. Dort ist das Geld zwar nur sehr gering verzinst, aber der Sparer kann jeder­zeit an das Geld ran. Der Vorteil gegen­über dem Giro­konto: Das Geld ist gefühlt „weg“, weil es auf einem anderen Konto liegt. Finanztest empfiehlt, zwei bis drei Netto­gehälter auf dem Tages­geld­konto zu parken. Das kann gerade für Sparer ohne hohes Gehalt etwas länger dauern. Wer 1300 Euro Netto verdient und jeden Monat nur 100 Euro zur Seite legt, ist zwei bis drei Jahre mit dem Aufbau der Notfall­reserve beschäftigt.

Weitere Informationen und Test­ergeb­nisse: Wo es die besten Zinsen gibt, zeigt unser Tagesgeldvergleich.

3. Sparen je nach Sparziel

Erst wenn alle Schulden getilgt und die Notfall­reserve aufgebaut sind, sollte man sich über weitere Sparziele Gedanken machen. Für die allermeisten Einsteiger reichen drei Finanz­produkte: Ein Tages­geld­konto, ein Fest­geld­konto und ein Aktienfonds. Wie Sparer ihr Geld am Besten anlegen, hängt vom Anla­gehorizont ab – also davon, wie lange das Geld angelegt werden soll.

  • Kurz­fristig. Wer für den nächsten Urlaub oder einen neuen Laptop spart, sollte das am besten auch auf einem Tages­geld­konto tun. Hier gibt es zwar geringe Zinsen, aber der Sparer ist flexibel, kann das Geld jeder­zeit abziehen, hat keine Kosten und muss keine Kündigungs­fristen beachten.
  • Mittel­fristig. Wer schon einen gewissen Betrag angespart hat und den an einem bestimmten Zeit­punkt in der Zukunft nutzen möchte, ist mit einem Fest­geld­konto gut bedient. Fest­geld hat, wie der Name schon sagt, immer eine feste Lauf­zeit – zum Beispiel zwölf Monate. Während dieser Lauf­zeit kommt der Sparer nicht an das Geld heran, dafür sind die Zinsen aber höher als beim Tages­geld. Für die Lauf­zeit von zwölf Monaten gibt es aktuell rund 1 Prozent Zinsen. Das ist optimal, wenn der Sparer beispiels­weise 5 000 Euro anlegen möchte, die er in drei Jahren für eine Welt­reise nutzen möchte. Nach drei Jahren wären es rund 5150 Euro. Keine tollen Erträge, aber immerhin ist gesichert, dass die Anlage nicht an Wert verlieren kann. Die besten Fest­geld­angebote zeigt unser Festgeldvergleich.
  • Lang­fristig. Sparer, die Geld anlegen können, das sie in den nächsten zehn Jahren vermutlich nicht brauchen werden, können sich auch über andere Geld­anlagen Gedanken machen. Am sinn­vollsten für die länger­fristige Geld­anlage sind Aktienfonds. Sie sammeln das Geld vieler Anleger und investieren es in viele verschiedene Aktien. Damit ist der Einzelne vom Stress verschont, sich seine Aktien selbst aussuchen zu müssen. Mit güns­tigen Aktienfonds (ETF, siehe unten) kann man in viele verschiedenen Aktien auf der ganzen Welt investieren. Die Erträge (Renditen), die gute Aktienfonds erzielen, sind deutlich höher als bei Tages­geld- oder Fest­geld­konten. Aber: Aktien­kurse schwanken. Sehr wahr­scheinlich wird die Geld­anlage zwischendrin einmal weniger wert sein, als man einge­zahlt hat. Deswegen sollte man Anlagen in Aktien nur über einen längeren Zeitraum planen, um Börsentiefs aussitzen zu können.

Vermögens­wirk­same Leistungen (VL)

Das klingt ziemlich umständlich und ist auch etwas bürokratisch, aber es gibt Geld geschenkt – ideal, um mit dem Sparen anzu­fangen! Das Geld kommt vom Arbeit­geber, doch es fließt nur dann, wenn man einen speziellen Vertrag dafür abge­schlossen hat. Wer auf VL verzichtet, und das tun Schät­zungen zufolge rund die Hälfte der Berechtigten, der verliert einen Haufen Geld. Im Laufe eines Arbeits­lebens können mehrere Tausend Euro zusammen­kommen. Wie viel VL der Sparer bekommt, regelt der Tarif- oder Arbeits­vertrag. Manche Arbeitnehmer kriegen nichts, Beschäftigte in der Eisen- und Stahl­industrie erhalten knapp 27 Euro, Mitarbeiter bei Banken sogar 40 Euro. Dafür muss der Beschäftigte sich nur einen VL-Vertrag aussuchen und abschließen. Eine Durch­schrift des Vertrags erhält die Personal­stelle.

Weitere Informationen und Test­ergeb­nisse: Die besten VL-Angebote zeigt unser Vergleich vermögenswirksame Leistungen.

Bausparen

Wer plant, später mal ein Eigenheim zu kaufen oder zu bauen, kann mit ­einem Bauspar­vertrag den ersten Schritt machen: Anfangs spart man, später gibt es einen güns­tigen Kredit.

Den besten Tarif finden Sie mithilfe unseres Bausparrechners.

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ETF-Sparplan: Sparen mit Indexfonds

Wie Sie mit güns­tigen Aktienfonds lang­fristig Geld anlegen, erklären wir in unserem Video. Die wichtigsten Fakten zu ETF fassen wir hier zusammen.

Basis­anlage. Finanztest empfiehlt bei Aktienfonds ETF (Exchange Traded Funds, also börsen­gehandelte Indexfonds). Ihr großer Vorteil : Sie sind günstig. Bei ihnen trifft kein hoch­bezahlter Fonds­manager die Entscheidungen. Ein ETF kauft einfach die Aktien eines Börsen­index, etwa des Dax. Der Börsen­index MSCI World listet zum Beispiel die größten Aktiengesell­schaften der Welt auf. ETF auf den MSCI World eignen sich als Basis­anlage super, denn sie streuen das Geld vorbild­lich auf mehr als 1 600 Unternehmen in 23 Industrieländern. Da ist es nicht so schlimm, wenn es einem Unternehmen mal schlecht geht.

Anla­gehorizont. Wenn es an den Aktienmärkten kracht, bleibt auch so ein Welt-ETF nicht verschont. Es kann sein, dass die Anteile des Sparers zwischendrin stark an Wert verlieren. Deswegen sollte man mit ETF nur über Zeiträume von mindestens zehn Jahren sparen. So lassen sich Börsentiefs aussitzen. Das Risiko wird belohnt. Wer vor 30 Jahren in welt­weite Aktienfonds investiert hat, kommt nach Kosten auf eine Rendite von 6,6 Prozent pro JahrEs gab auch schlechtere und bessere Zeiträume.

Flexibel. Am einfachsten steigen Sparer mit ETF-Sparplänen ein. Die gibt es günstig bei vielen Online­banken. Damit bleiben Anleger sehr flexibel, sparen jeden Monat ein biss­chen und können ihre Einzahlungen zur Not jeder­zeit stoppen oder die ETF verkaufen, um an ihr Geld zu kommen. Außerdem geht das Ganze schon mit kleinen Beiträgen ab 25 oder 50 Euro.

Folgende Onlinedepots für ETF-Sparpläne sind günstig:

Anbieter / Depot­name

Monatliche Mindest­rate

Reguläre Kosten pro Sparplan­ausführung (der Rate)

Jahres­kosten für Sparplan­ausführung und Depot bei Monats­raten von …

50 Euro

300 Euro

Comdirect

25 Euro

1,50 %

1,50 %

1,50 %

Consors­bank

25 Euro

1,50 %

1,50 %

1,50 %

Deutsche Bank Maxblue

50 Euro

1,25 %1

1,25 %

1,25 %

DKB

50 Euro

1,50 Euro

3,00 %

0,50 %

Flatex

50 Euro

1,50 Euro + 0,25 %2

3,25 %

0,75 %

ING

50 Euro

1,75 %

1,75 %

1,75 %

Netbank

25 Euro

0,30 % (0,95 Euro bis 19,50 Euro)

1,90 %

0,32 %

Onvista Bank / Fest­preisdepot

50 Euro

1,00 Euro

2,00 %

0,33 %

Post­bank (Online)

25 Euro

0,90 Euro

1,80 %

0,30 %

    Stand: 1. August 2019

    Gefettet sind jeweils die drei güns­tigsten Angebote für die entsprechende Sparrate.

    • 1 Preis gilt ab dem 1. September 2019.
    • 2 Bei unterstellten ATC (Zusatz­kosten der Abwick­lungs­stelle) von 0,25 Prozent.

    Tipp: Welche Online-Banken welche welt­weit anlegenden ETF anbieten, zeigt unser Schnell-Über­blick Diese ETF gibt es bei Ihrer Bank.

    Einmal­anlage

    Manchmal wollen Sparer auch einen größeren Betrag auf einmal anlegen, etwa, weil sie etwas geerbt haben oder eine Bonuszahlung erhalten haben. Dafür hat Finanztest das sogenannte Pantoffel-Portfolio entwickelt. Das heißt so, weil es so einfach und bequem ist. Es besteht aus einem Rendite­baustein und einem Sicher­heits­baustein, die sich je nach Risiko­bereitschaft unterschiedlich mischen lassen. Für die meisten Anleger eignet sich eine 50:50 Mischung.

    • Der Rendite­baustein besteht aus einem Aktien-ETF, der dafür sorgen soll, dass die Rendite stimmt
    • Der Sicher­heits­baustein besteht aus einem Tages­geld­konto und sorgt für Stabilität.
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    Diese ETF gibt es bei Ihrer Bank

    Diese welt­weit anlegenden ETF gibt es als Sparplan bei Ihrem Depotanbieter. Bitte wählen Sie Ihren Depotanbieter aus:

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    Sie wollen einen bestimmten ETF besparen? Wählen Sie hier Ihren gewählten ETF aus und wir zeigen Ihnen, bei welcher Bank das als Sparplan möglich ist.

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    Alters­vorsorge für Berufs­einsteiger

    Mit ETF-Sparplan und Pantoffel-Portfolio können Sparer natürlich auch für das Alter sparen. Unter Alters­vorsorge verstehen viele jedoch häufig vor allem Renten­versicherungen, also solche Geld­anlagen, die im Alter eine monatliche Rente garan­tieren. Der Geld­fluss ist damit im Alter gesichert, egal ob der Rentner 80, 90 oder 100 Jahre alt wird. Das ist wichtig, weil die gesetzliche Rente alleine im Alter nicht reichen wird, um davon vernünftig zu leben. Für jüngere Sparer kommen unter bestimmten Voraus­setzungen die staatlich geförderten Alters­vorsorgeformen in Frage: Die Riester-Rente und die betriebliche Altersvorsorge (Betriebsrente). Beide Alters­vorsorgeformen sind etwas für sicher­heits­orientierte Sparer, tolle Renditen gibt es hier aber nicht. Spannend werden sie nur, wenn die Förderung recht hoch ist.

    Was lohnt sich für wen?

    Als Daumen­regel gilt: Riester lohnt sich eher dann, wenn man gut verdient und einen hohen Steu­ersatz hat oder wenn man wenig verdient und viele Kinder hat. Die betriebliche Alters­vorsorge lohnt sich vor allem dann, wenn der Arbeit­geber ordentlich was dazu gibt.

    Die Riester-Rente

    Für Vorsichtige. Bei der Riester-Rente ist garan­tiert, dass das Geld, das der Sparer während der Anspar­zeit einge­zahlt hat, zum Renten­beginn auch noch da ist. Diese Garantie ist jedoch problematisch. Zum einen wird sie durch die Inflation jedes Jahr weniger wert, sprich: Für den gleichen Euro­betrag kann man sich immer weniger Waren und Dienst­leistungen kaufen. Bei einer Inflation von 2 Prozent sind 100 Euro in 40 Jahren nur noch 45 Euro wert. Zum anderen verhindert die Garantie gerade in Zeiten nied­riger Zinsen eine ertragreiche Geld­anlage.

    Wenig Rendite. Damit die Garantie einge­halten werden kann, investieren die Anbieter dieser Sparformen das Geld der Kunden nur in sehr sichere Geld­anlagen, die wenig abwerfen. Zudem berechnen die Anbieter von Riester-Renten die Rente im Alter sehr vorsichtig. Rentner müssen sehr alt werden, damit sie das Geld, das sie einge­zahlt haben, wiederbe­kommen. Dafür zahlt der Anbieter aber auch weiter, wenn das einge­zahlte Geld eigentlich schon „aufgebraucht“ ist. Tatsäch­lich werden wir immer älter und bleiben länger fit – da sollte uns doch nicht das Geld ausgehen.

    Hohe Förderung. Die Riester-Rente wird vom Staat unterstützt. Deswegen lohnt sich eine Riester-Rente vor allem für diejenigen, die eine hohe Förderung bekommen. Vor allem sind das zwei Gruppen: Gutverdiener, weil sie die Beiträge zur Riester-Rente als Sonder­ausgaben in der Steuererklärung angeben können und eine hohe Steuerrück­zahlung bekommen. Auch Mütter mit geringem Gehalt gehören zu den Profiteuren der Riester-Rente. Neben der Grund­zulage von 175 Euro bekommen sie pro Kind 300 Euro Kinder­zulage. Sie müssen nur recht wenig selbst einzahlen, um die volle Förderung zu bekommen.

    Pro und Contra Riester-Rente

    Pro:

    • Zulagen oder Steuererspar­nisse vom Staat
    • Später gibt es eine monatliche Rente, egal wie alt man wird
    • Garantie, dass zum Renten­beginn nicht weniger Geld im Vertrag ist, als der Sparer einge­zahlt hat.

    Contra:

    • Häufig hohe Abschluss­kosten und laufende Kosten
    • Aufgrund der hohen Sicherheit nur geringe Renditen
    • Renten­phase häufig so gestaltet, dass man sehr alt werden muss, um das einge­zahlte Geld wieder raus­zubekommen.
    • Spätere Rente muss voll versteuert werden
    • Wer das Geld dringend vor der Rente braucht, kommt meist nur mit Verlusten wieder dran

    Weitere Informationen und Test­ergeb­nisse: Bei Riester gibt es viele verschiedene Angebote. Einen Über­blick bietet unser Artikel So finden Sie die richtige Riester-Sparform.

    Die betriebliche Alters­vorsorge

    Arbeit­geber entscheidet. Auch über den Arbeit­geber lässt sich fürs Alter sparen. Die betriebliche Alters­vorsorge sorgt dafür, dass später im Renten­alter neben der gesetzlichen Rente jeden Monat noch eine weitere Zahlung aufs Konto kommt. Der Arbeitnehmer hat zwar ein Recht darauf, über den Betrieb für das Alter vorzusorgen. Aber in welcher Form und über welchen Vertrag das geschieht, entscheidet der Arbeit­geber.

    Entgelt­umwandlung. Optimal für die Mitarbeiter ist es natürlich, wenn der Chef die Beiträge selbst über­nimmt oder dem Arbeitnehmer ordentlich Geld zur Betriebs­rente zuschießt. Seit 2019 muss er bei neuen Verträgen mindestens 15 Prozent dazu­geben. Bei der Entgelt­umwandlung fließt ein Teil des Brutto­gehalts in die betriebliche Alters­vorsorge. Der Arbeitnehmer spart damit Steuern und Sozial­abgaben.

    Beispiel: Ein Arbeitnehmer, der 2 500 Euro brutto im Monat verdient, spart 100 Euro per Entgelt­umwandlung für seine betriebliche Alters­vorsorge. Dadurch reduziert sich sein Brutto­gehalt auf 2 400 Euro. Er spart dadurch Steuern und Sozial­abgaben in Höhe von rund 48 Euro. Obwohl er 100 Euro in die betriebliche Alters­vorsorge spart, reduziert sich sein Netto­gehalt also nur um rund 52 Euro.

    Rente versteuern. Leider lohnt sich das trotzdem aber nur dann, wenn der Chef ordentlich Geld zuschießt. Denn die Renten aus der betrieblichen Alters­vorsorge sind später komplett zu versteuern. Außerdem gehen knapp 18 Prozent der Rente für Kranken- und Pflege­versicherung weg.

    Pro:

    • Später gibt es eine monatliche Rente, egal wie alt man wird
    • Der Arbeit­geber gibt etwas dazu
    • Der Arbeitnehmer spart aus dem Brutto­gehalt, muss auf den Spar­betrag also keine Steuern und Sozial­abgaben zahlen

    Contra:

    • Hohe Abgaben auf die Rente im Alter
    • Bei verschiedenen Arbeit­gebern eventuell später viele kleine Betriebs­renten

    Weitere Informationen und Test­ergeb­nisse: Alles Wissens­werte zum Thema steht in unserem Special Betriebliche Altersvorsorge.

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    Finanz­produkte, die kein (junger) Mensch braucht

    In der Finanz­branche gibt es leider Vieles, das vor allem die Verkäufer reich macht. Finger weg von Anlagen, die Sie nicht durch­blicken, zum Beispiel abwegige Kryptowährungen, Zertifikate, Spezialfonds, Nach­rangdarlehen und so weiter. Aber auch prinzipiell seriöse Angebote sind oft für Berufs­anfänger nicht sinn­voll.

    Rürup-Rente

    Bei einer Rürup-Rente oder auch ­Basisrente spart man fürs Alter und genießt Steuer­vorteile. Sie ist aber eher für Selbst­ständige oder sehr gut ­verdienende Angestellte konzipiert (Rürup-Rente im Test).

    Private Renten­versicherung

    Private Renten­versicherungen ohne staatliche Förderung oder Unterstüt­zung vom Arbeit­geber sind aufgrund der nied­rigen Zinsen und hoher Kosten für Berufs­anfänger nicht sinn­voll.

    Spekulative Anlagen

    Im Internet versprechen viele Anlagen hohe Zinsen bei wenig Risiko. Das gibt es aber nicht. Mehr als 1 bis 2 Prozent Zinsen pro Jahr gibt es ­aktuell für sichere Zins­produkte nicht. Bei Zins­angeboten mit deutlich höheren Zins­versprechen droht der Total­ausfall (etwa Wald­investments, Crowdinvestments für Start-ups). Viele weitere Infos und Tests finden Sie auf unserer Themenseite grauer Kapitalmarkt.

    Mini-Versicherungen

    Häufig werden Kunden beim Kauf von Elektrogeräten unnötige Policen angeboten – wie Handy­versicherungen, Laptop-Versicherungen und ähnliches. Das braucht kein Mensch. Man sollte nur Risiken absichern, die man nicht tragen könnte, wenn sie eintreten. Das ist bei einem kaputten Handy meist nicht der Fall (Versicherungs-Check).

    Einzel­aktien

    Wer bisher noch keine Erfahrungen an der Börse gemacht hat, sollte nicht anfangen, einzelne Aktien zu kaufen. Das Risiko ist zu hoch. ­Besser ist es, viele Aktien gebündelt über einen Aktienfonds zu kaufen (siehe ETF-Sparplan). Mehr Infos und Tests auf unserer Themenseite Aktien.

    Kombi-Versicherungen

    Von Finanz­vertrieben werden gerne Kombipro­dukte verkauft, zum Beispiel eine Berufs­unfähigkeits- mit ­einer Renten­versicherung. Das Problem: Werden die Beiträge zu teuer, kann man die Verträge nicht einzeln kündigen und der wichtige Berufs­unfähigkeits­schutz geht verloren (Versicherungs-Check).

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    Glossar: Die wichtigsten Finanz­begriffe erklärt

    Aktie. Eine Aktie ist ein Anteils­schein, mit dem ein Bruch­teil eines Unter­nehmens gekauft wird. Der Käufer einer Aktie wird dadurch Miteigentümer einer Aktiengesell­schaft (AG) und ist an deren Erfolg und Miss­erfolg beteiligt. Aktien bieten keine fest­gelegten Erträge. Aktionäre profitieren nur dann von Ihrer Investition, wenn es dem Unternehmen gut geht.

    Anleihe. Anders als → Aktien bringen Anleihen regel­mäßige Zinsen und haben eine feste Lauf­zeit. Sie sind eine Art Schuld­schein eines Unter­nehmens oder Staates, dem Anleger mit dem Kauf der Anleihe Geld leihen. Je kreditwürdiger der Heraus­geber der Anleihe, desto sicherer ist es, dass er das Geld zurück­zahlt. Deswegen müssen solide Heraus­geber auch nur sehr geringe Zinsen zahlen. Je höher die Zinsen für Anleihen sind, umso risikoreicher ist die Investition. Geht der Heraus­geber pleite, kann es sein, dass die Anleger ihr Geld gar nicht zurück­bekommen. Anleihen werden auch als Renten­papiere, Schuld­verschreibungen oder Bonds bezeichnet.

    Dax. Der deutsche Aktien­index, abge­kürzt Dax, ist der Leit­index der Deutschen Börse. Er enthält die 30 wichtigsten Aktiengesell­schaften Deutsch­lands.

    Depot. Das Depot ist eine Art Konto für Wert­papiere wie → Aktien oder → Fonds. Wird benötigt um Wert­papiere zu kaufen.

    ETF. Abkür­zung für Exchange Traded Funds, auf Deutsch: börsen­gehandelte Fonds. In der Regel bilden ETF einen → Index ab. Deswegen werden sie manchmal auch Indexfonds genannt. Sie sind besonders günstig, unter anderem, weil sie im Gegen­satz zu aktiv gemanagten Fonds auf ein teures Fonds­management verzichten. Außerdem sind sie pflegeleicht, da man nicht regel­mäßig die Leistung des Fonds­managements über­prüfen muss.

    Fest­geld. Geld­anlage, bei der das Geld für einen bestimmten Zeitraum fest angelegt wird. Dafür bekommt der Anleger einen festen Zins­satz bezahlt. Die Zinsen sind etwas höher als beim → Tages­geld­konto, dafür kommt der Anleger aber vor Ablauf der Anlagedauer nicht an das Geld ran.

    Fonds. Ein Fonds, auch Investmentfonds, sammelt das Geld vieler Anleger und legt dieses in verschiedene Anlageformen, wie → Aktien oder → Anleihen an. Mit Aktienfonds lässt sich so auch mit kleinen Beträgen in viele verschiedene Aktien anlegen. Durch die Streuung des Geldes auf viele verschiedene Aktien ist das Risiko geringer als würde man das Geld in eine einzige Aktie stecken.

    Index. Um das Auf und Ab eines Aktienmarktes über­sicht­lich darstellen zu können, wurden Aktienindizes entwickelt. Hierbei wird die durch­schnitt­liche Entwick­lung verschiedener einzelner Aktien zu einer Kenn­zahl zusammengefasst. Bekannt ist der Deutsche Aktien­index → Dax, der die 30 größten Aktiengesell­schaften Deutsch­lands enthält. Indizes gibt es zum Beispiel für Länder, Regionen oder Branchen.

    MSCI World. Ein → Index der Firma MSCI, der aus über 1 600 Unternehmen aus 23 Industrieländern besteht. Viele → ETF, die welt­weit investieren, bilden den MSCI World ab.

    Pantoffel-Portfolio. Eine Anla­gestrategie von Finanztest. Es besteht aus einem Rendite­baustein und einem Sicher­heits­baustein. Diese beiden Bausteine können je nach Risikoneigung gemischt werden. Der Rendite­baustein ist ein Aktien-ETF und der Sicher­heits­baustein ein → Tages­geld­konto.

    Portfolio. Als Portfolio bezeichnet man den Gesamt­bestand an Geld­anlagen eines Anlegers.

    Rendite. Die Wert­entwick­lung einer Anlage in einem bestimmten Zeitraum. In der Regel wird die Rendite pro Jahr angegeben.

    Renten­versicherung. Renten­versicherungen sind Finanz­produkte für die Alters­vorsorge. Sie garan­tieren eine monatliche Rentenzahlung im Alter, unabhängig von der Lebens­dauer des Rentners. Stirbt man früh, bekommt man insgesamt wenig Geld ausgezahlt, wird man sehr alt, bekommt man insgesamt viel Geld ausgezahlt. Dadurch wird das Risiko, dass das Geld irgend­wann alle ist, im Versicherungs­kollektiv ausgeglichen.

    Tages­geld. Ein verzinstes Spar­konto, das keine fest­gelegte Lauf­zeit hat. Der Sparer kann jeder­zeit sein Geld abziehen. Die Zinsen können jeder­zeit geändert werden.

    Wert­papier. Wert­papiere sind Urkunden über ein Vermögens­recht. Dazu gehören → Aktien und → Anleihen. Heut­zutage gibt es in der Regel keine physischen Urkunden mehr.

    Zins. Der Zins ist der Ausgleich dafür, dass der Anleger für eine Weile auf sein Geld verzichtet. Wir hoch der Zins ist hängt von mehreren Einflüssen ab: Je länger der Anleger auf sein Geld verzichtet, umso höher ist der Zins. Je höher das Risiko ist, dass der Anleger sein Geld nicht wiederbe­kommt, desto höher ist auch der Zins. Darüber hinaus schafft der Zins einen Ausgleich für die Inflation, die allgemein für die Dauer des Geschäfts angenommen wird. Je höher die Inflations­erwartungen sind, desto höher der Zins.

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