Schreibweisen für den Wechselkurs: Verwirrung auf dem Kursblatt – die Auflösung

Wenn man einkaufen geht, findet man auf dem Schild den Preis der Ware. ­Eine Dose Tomaten kostet 79 Cent, ein Brot 1,50 Euro. Wer sein Geld in andere Währungen tauscht, bekommt aber keinen Preis genannt, sondern eine Menge. Er erfährt, wie viele Schweizer Franken oder wie viele amerikanische Dollar er für 1 Euro bekommt.

Beispiel: Am 30. September gab es für 1 Euro 1,22 Schweizer Franken oder 1,35 Dollar. Das ist so, als ginge man in den Laden und kaufte für 1 ­Euro Butter. Ist Butter billig, gibts viel. Steigt der Butterpreis, gibts wenig.
Mit den Währungen ist es genauso. An der Menge Fremdwährung, die man für den Euro bekommt, lassen sich Wertentwicklungen genauso ­ablesen wie an der Menge Butter. Am 31. Juli gab es für 1 Euro nur 1,13 Franken. Er war zu diesem Zeitpunkt für den Eurobesitzer also teurer als am 30. September.

Auf dem Kurszettel der Banken sah das am 30. September 2011 so aus:

EUR/CHF 1,22

EUR/USD 1,35

CHF ist das Kürzel für den Schweizer Franken, USD für amerikanische Dollar. Für 1 Euro gab es 1,22 Franken oder 1,35 Dollar.

Diese Schreibweise heißt „Mengen­notierung“.

Umrechnen von Geldbeträgen geht so: Wer Euro hat, muss mit 1,22 oder 1,35 multiplizieren, um zu wissen, welchen Betrag in fremder Währung er bekommt. Wer Dollar oder Franken ­besitzt und wissen will, wie viel Euro er dafür kriegt, der muss dividieren.

Finanzkrise Special

Einfach zu verstehen ist die Mengennotierung nicht, zumal sie hierzulande erst mit dem Euro eingeführt wurde. Auch grafisch ist sie für manchen verwirrend: Fällt der Wert des Franken, steigt die Linie im Kurs-Chart an, denn es gibt mehr Franken für einen Euro. Auch beim Dollar ist es so: Gibt es für 1 Euro nicht mehr 1,35 Dollar sondern 1,50, dann ist der Dollar nicht gestiegen, sondern gefallen (siehe Chart).

Früher, als es noch die D-Mark gab, gab es für Währungen auch noch Preise. Wer damals Franken oder Dollar kaufen wollte, konnte auf dem Kurszettel erkennen, wie viel ein Franken kostete und wie viel er für einen Dollar bezahlen musste. In unserem Beispiel sähe das so aus: 1 Schweizer Franken gäbe es zum Preis von 0,82 Euro, für 1 Dollar müsste der Kunde nur 0,74 Euro zahlen. Diese Schreibweise wird „Preisnotierung“ oder „Preisnotiz“ genannt. Manche Länder, wie etwa die Schweiz, wenden sie nach wie vor an – was die Verwirrung noch verstärkt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 396 Nutzer finden das hilfreich.