Geldanlagen für Währungswetten: Konten, Anleihen oder Fonds

Wer auf Währungen setzen will, hat viele Geldanlagen zur Auswahl. Ein Überblick.

Währungskonten

Ein Währungskonto funktioniert wie ­Tagesgeld – mit dem Unterschied, dass es nicht Euro sind, die auf dem Konto liegen, sondern Franken, Kronen oder Dollar. Die Konten gibt es bei nahezu allen Banken, mitunter aber nur für reiche Privat- oder Geschäftsleute. Die meisten Konten sind gar nicht oder nur gering verzinst (siehe „Steuern“).

Angebote. Comdirect bietet Währungskonten ab 500 Euro. Zur Auswahl stehen elf Währungen, darunter der Schweizer Franken, der US-Dollar und die norwegische Krone. S-Broker hat zehn Währungen im Angebot, keine Kronen, aber viele Arten von Dollar.
Bei der DAB-Bank gibt es nur Franken, Yen, Dollar und Pfund. Cortal Consors bietet Franken, Dollar und Pfund als Verrechnungskonten für Wertpapier­geschäfte an.

Die Kontoführung ist jeweils kostenlos. Consors verlangt für den Währungstausch 19,95 Euro, comdirect 1 Prozent vom Tauschbetrag.

Chancen. Währungsgewinne und – in wenigen Fällen – Zinserträge.

Risiken. Währungsverluste.

Tipp: Nutzen Sie ein Währungskonto nicht, um für den nächsten Urlaub in der Schweiz oder den USA zu sparen. Die Bank zahlt Ihnen immer Euro aus.

Fremdwährungsanleihen

Fremdwährungsanleihen lauten nicht auf Euro, sondern auf eine andere Währung. Läuft die Anleihe aus, tauscht die Bank die Rückzahlungssumme zum dann gültigen Kurs zurück in Euro. Auch Zinsen gibts in Euro.

Angebote. Fremdwährungsanleihen werden von verschiedenen Stellen herausgegeben. Wer sich für Dollaranleihen interessiert, kann amerikanische Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen kaufen. Microsoft, ExxonMobil oder der Mischkonzern Johnson&Johnson etwa gehören zu den wenigen Firmen, die von den Ratingagenturen mit AAA ausgezeichnet sind. Auch deutsche Unternehmen geben Dollaranleihen aus, zum Beispiel Linde und RWE, beide A-, oder Daimler und die Deutsche Telekom, beide BBB+. Auch der Bund hat eine Dollaranleihe aufgelegt, sie läuft noch ein Jahr. Mehr Auswahl, auch an Währungen, bietet die staatseigene Bank KfW.

Chancen. Währungsgewinne, Zins­erträge, Kursgewinne bei vorzeitigem Verkauf.

Risiken. Währungsverluste, Kurs­verluste bei vorzeitigem Verkauf, ­Zahlungsausfall.

Tipp: Fremdwährungsanleihen werden an der Börse oft nur unregelmäßig ­gehandelt. Wer während der Laufzeit ein- oder aussteigen will, bekommt ­womöglich ungünstige Kurse. Besser geeignet sind Rentenfonds.

Rentenfonds

Rentenfonds bündeln Anleihen. Wer ­eine bestimmte Währung im Blick hat, braucht Fonds mit entsprechendem Schwerpunkt. Rentenfonds Europa und internationale Rentenfonds taugen für gezielte Währungswetten nicht, weil sie Anleihen verschiedener Währungen enthalten.

Angebot. Das größte Angebot an Fremdwährungsrentenfonds gibt es für Dollar-, Franken- und Pfundanleihen. Vor allem die jeweils heimischen Fondsgesellschaften sind hier am Start. Rentenfonds mit Papieren in dänischen, norwegischen und schwedischen Kronen bietet vor allem die skandinavische Gesellschaft Nordea an.

Chancen und Risiken. Wie Anleihen.

Tipp: Mit Anleihen und Rentenfonds spekulieren Sie nicht auf die Währung allein, sondern auch auf die Zinsentwicklung. Wenn Sie nur der Wechselkurs interessiert, sind Geldmarktfonds eine Alternative.

Geldmarktfonds

Geldmarktfonds kaufen kurzlaufende Anleihen, für die es geringe Zinsen gibt. Die Kurse schwanken meist kaum.

Angebot. Auf dem deutschen Markt gibt es vor allem US-Dollar-Fonds.

Chancen und Risiken. Ähnlich wie bei Währungskonten.

Tipp: Die Fonds sind vor allem eine ­Alternative für Kunden, die für ihre favorisierte Währung keine Konten finden oder ihre Bankgeschäfte nicht über das Internet abwickeln wollen. Geldmarktfonds gibt es auch bei der Hausbank.

Währungsstrategiefonds

Währungsstrategiefonds wollen hauptsächlich von Wechselkursschwankungen profitieren. Das können geldmarktnahe, aber auch auf langfristigen Ertrag ausgerichtete Fonds sein. Investiert wird je nachdem in ausländische An­leihen und Festzinsprodukte sowie ­Devisentermingeschäfte und Optionen auf Währungen.

Angebot. Derzeit gibt es 59 Devisen-Fonds, die Mehrzahl davon wurde erst in jüngster Zeit aufgelegt.

Chancen und Risiken. Je nach An­lageziel und Währungsschwerpunkt schwanken die Fonds in ihrer Wert­entwicklung unterschiedlich stark.
Für ­gezielte Wechselkursspekulationen sind sie eher ungeeignet, da der ­Fondsmanager die Richtung vorgibt.

Achtung: Rund die Hälfte der Fonds haben eine Erfolgsgebühr, also versteckte Kosten, die zusätzlich die Rendite schmälern können (siehe „Grundregeln der Geldanlage“).

Aktien und Aktienfonds

Jeder, der einen Aktienfonds Welt oder Europa im Depot hat, besitzt verschiedene Währungen. Britische, Schweizer oder amerikanische Aktien werden in ihrer jeweiligen Landeswährung gehandelt, ganz gleich wie die Fondswährung lautet.

Tipp: Kaufen Sie Aktien und Aktienfonds nicht zur Währungsspekulation. Die Aktien schwanken stärker, das überlagert die Währungsentwicklung womöglich.

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