Auswirkungen auf Rentenfonds

Finanz­krise Special

[28.04.2010] Die Krise um Griechen­land spitzt sich zu. Inzwischen haben die Rating­agenturen auch die Kredit­würdig­keit von Portugal und Spanien gesenkt. Beob­achter fürchten, dass bald auch Italien von der Pleite­panik angesteckt werden könnte. Anleger, die ihr Geld in Renten­fonds Euro gesteckt haben, müssen sich nicht sorgen – voraus­gesetzt, die Fonds investieren in Anleihen mit erst­rangigem Rating. Problematischer sind Index­fonds mit Schwer­punkt Süd­europa. test.de gibt Tipps für Anleger.

Griechen auf Finanz­hilfe angewiesen

Die Kurse grie­chischer Anleihen sind in dieser Woche stark gefallen. Der Rendite­aufschlag ist seit Februar von gut 3 Prozent gegen­über Bundes­anleihen auf über 8 Prozent gestiegen. De facto bedeutet das, dass Griechen­land kein Geld mehr am Kapitalmarkt aufnehmen kann, weil es zu teuer ist. Die Griechen sind deshalb auf die Hilfe der anderen Euroländer und des Interna­tionalen Währungs­fonds (IWF) angewiesen. Das Schuldendesaster drückt sich auch in den Bonitäts­noten aus. Die Rating­agentur Stan­dard & Poors hat Griechen­land auf BB+ herab­gestuft. Damit sind grie­chische Anleihen jetzt Ramsch­papiere. Auch Portugal ist betroffen. Das Land hat jetzt eine Bonitäts­note von A-. Spanien und Italien wurden bislang nicht herab­gestuft.

Gute Mischung wichtig

Viele Anleger, die Rentenfonds Euro als Sicher­heits­baustein in ihrem Fonds­depot haben, sind verunsichert. Sie fürchten, dass sie mit ihrer sicher geglaubten Anlage nun Verluste machen. Diese Sorge ist nur teil­weise begründet. Stimmt die Mischung, sind Rentenfonds Euro als Basis­anlage für gut strukturierte Fonds­depots weiterhin geeignet. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass die Fonds vorüber­gehend Kurs­verluste erleiden. Doch Verluste waren auch schon vor der Schuldenkrise möglich. Steigende Zinsen am Kapitalmarkt oder eine schlechte Konjunktur machen den Rentenfonds, die außer Staats- auch Unter­nehmens­anleihen halten, immer zu schaffen. Ihren Sicher­heitscharakter entfalten Rentenfonds Euro daher auch nicht auf kurze Zeit, sondern vor allem dann, wenn Anleger sie mehrere Jahre halten. Finanztest empfiehlt einen Anla­gehorizont von mindestens drei, besser noch fünf Jahren.

Gefahr für Renten-Indexfonds

Der Vorteil von aktiv gemanagten Rentenfonds Euro: Die Manager können auf die aktuelle Lage schnell reagieren. Sind es gute Manager, dann haben sie die Reiß­leine schon längst gezogen und das Geld der Anleger in sichere Häfen gebracht. Renten­indexfonds dagegen bilden einen Index ab, der – einmal konstruiert – so schnell nicht verändert wird. Hier kann es gefähr­lich werden. Anleger, die Renten­indexfonds gekauft haben, sollten deshalb die Zusammenset­zung ihres Index über­prüfen. Liegt der Anteil der so genannten PIGS bei mehr als der Hälfte, ist der Fonds als Sicher­heits­baustein in der jetzigen Situation nicht mehr geeignet. PIGS ist Börsenjargon für die Länder Portugal, Italien, Griechen­land und Spanien. Wer denkt, dass alles gut geht, kann diese Rentenfonds im Depot lassen. Wer dagegen ganz auf Nummer sicher gehen will, sollte umschichten und einen Renten­indexfonds kaufen, der sich ausschließ­lich auf Bundes­anleihen bezieht. Das ist zum Beispiel beim ishares eb.rexx Government Germany der Fall. Die Griechen­land­anleihen fallen bei der nächsten Anpassung aus den Indizes übrigens heraus. Papiere mit Ramsch­status dürfen dort nämlich nicht gelistet sein. Das ist bei aktiv gemanagten Rentenfonds Euro ähnlich: Sie kaufen normaler­weise nur Papiere mit erst­klassigen Bonitäts­noten.

Index über­prüfen

Im Artikel Die Folgen der Griechenland-Krise aus Finanztest 04/2010 sind die verschiedene Renten­indexfonds und ihre Länder­zusammenset­zungen dargestellt. Das hilft Anlegern bei der Über­prüfung der Renten­indexfonds in ihrem Depot. Sie können zusätzlich auf die Internet­seiten der Anbieter gehen, um sich ihren Index genauer anzu­schauen, etwa auf:
www.ishares.de,
www.dbxtrackers.de,
www.lyxoretf.de,
www.comstage.de.

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