"Attraktive Erträge bei steigenden und fallenden Märkten" verspricht die Hypovereinsbank Anlegern, die ein ­ so die Eigenwerbung ­ "in dieser Form in Deutschland einmaliges Produkt zur Portfolio-Optimierung" nutzen ­ mit nur geringem Risiko. Die angeblich revolutionäre Idee des "Portfolio Risk Improvement via Non-Correlated Exposure" (Prince) ist nicht neu: Ein Teil des eingezahlten Geldes wird derart in festverzinslichen Wertpapieren angelegt, dass am Ende der Laufzeit durch die angesammelten Zinsen der Gesamteinsatz zusammenkommt. Wer also die ganze Laufzeit, bei Prince sind das sechs Jahre, durchhält, hat am Ende wenigstens keine Verluste. Aber auch nur der ­ zwischendurch auszusteigen kann teuer werden.

Der Rest ist Spielgeld, das verschiedene Manager mit unterschiedlichen Strategien in Optionsscheine investieren. Mit der richtigen Strategie können sie damit auch bei sinkenden Kursen Gewinne erzielen. Sinn macht das Hypovereinsbank-Projekt also nur für Anleger, die nicht mit einem Aufwärtstrend rechnen und den Managern den richtigen Riecher zutrauen. Wer unbedingt auf Spekulation setzt, kann das aber auch ohne die Prince-Manager. Dann kann er wenigstens die Strategie selbst bestimmen. Und er spart die Kosten für die verschiedenen Manager.

Optimistischere Anleger investieren gleich in Aktienfonds. Wenigstens drei deutsche Fonds gewannen in den vergangenen fünf Jahren über 30 Prozent jährlich an Wert. Die Manager, die jetzt für das neue Hypovereinsbank-Produkt spekulieren, kamen nach Angaben der Hypovereinsbank im Schnitt auf jährlich 17 Prozent.

Dieser Artikel ist hilfreich. 38 Nutzer finden das hilfreich.