Finanz­check für Paare

Das richtige Konto­modell: So vermeiden Paare Streit ums Geld

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Wer zusammenlebt, wirt­schaftet zusammen. Mit dem richtigen Konto­modell können Paare Konflikte vermeiden. Für viele ist ein Gemein­schafts­konto sinn­voll. Mit diesem können beide Partner alle gemein­samen Ausgaben erledigen. Um Streit zu vermeiden, sollten sie vorher fest­legen, welche das sind. Unver­heiratete sollten darauf achten, dass keine größeren Geld­beträge dort liegen, die nichts mit laufenden Einnahmen und Ausgaben zu tun haben. Das Finanz­amt könnte sonst von einer Schenkung des einen an den anderen ausgehen. Liegt die Summe über dem Frei­betrag von 20 000 Euro inner­halb von zehn Jahren, kann Schenkung­steuer anfallen. Verheiratete haben 500 000 Euro Frei­betrag.

50–50 oder anteilig

Außerdem müssen die Partner klären, wie sie gemein­same Ausgaben aufteilen. Manche Paare teilen alles hälftig auf, manche berechnen die Anteile prozentual nach der Höhe der jeweiligen Einkommen, andere wollen gar nicht darauf achten müssen, wer was bezahlt. Richtig oder falsch gibt es hier nicht. Für Paare, bei denen nur einer oder eine Geld verdient, bieten sich das Ein-Konto-Modell oder das Drei-Konten-Modell 2 an. Im letzteren Fall bekommt jeder Partner Geld vom Gemein­schafts­konto über­wiesen (siehe unten Drei-Konten-Modell 2).

Ein-Konto-Modell

Finanz­check für Paare - Alters­vorsorge, Versicherung, Immobilien, Recht
© Stiftung Warentest / Katja Kirst, Illustrationen: Martin Burgdorff

Die Partner nutzen nur ein Gemein­schafts­konto. Darauf gehen alle Einkünfte ein und alle Ausgaben gehen davon ab. Das ist vorteilhaft für Paare, die Einnahmen und Ausgaben als gemeinschaftlich betrachten und nicht hin- und herrechnen wollen. Schwierig bei unterschiedlichem Ausgabever­halten.

Zwei-Konten-Modell

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© Stiftung Warentest / Katja Kirst, Illustrationen: Martin Burgdorff

Die Partner verzichten auf ein Gemein­schafts­konto. Jeder Partner behält sein Konto, auf dem auch seine Einkünfte eingehen. Entweder einer bezahlt alle anstehenden Ausgaben und der andere über­weist seinen Anteil, oder die Partner versuchen, sich die Ausgaben einigermaßen anteilig aufzuteilen.

Drei-Konten-Modell 1

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© Stiftung Warentest / Katja Kirst, Illustrationen: Martin Burgdorff

Zusätzlich zu den beiden individuellen Konten richten die Partner ein Gemein­schafts­konto ein. Jeder über­weist seinen Anteil für die gemein­samen Ausgaben. Die Anteile können sich zum Beispiel an unterschiedlichen Einkommen orientieren. Gut für Partner mit unterschiedlichem Ausgabever­halten.

Drei-Konten-Modell 2

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Beide Einkommen gehen auf das Gemein­schafts­konto, von dem auch gemein­same Ausgaben abgehen. Der Rest des Geldes wird aufgeteilt. Dieses Modell eignet sich auch für Partner mit nur einem Einkommen. So erhält auch der Partner regel­mäßig Geld, der keine eigenen Einkünfte hat.

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LottaMotta am 21.08.2021 um 07:46 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Schleichwerbung

Profilbild Stiftung_Warentest am 15.05.2019 um 10:36 Uhr
Unverheiratetetes Paar

@Hansi0419: Ja, bei unverheirateten Paaren gelten die gleichen Regeln und Tipps für hetero- wie homosexuelle Paare. (TK)

Hansi0419 am 14.05.2019 um 18:16 Uhr
Unverheiratetetes Paar

Gilt das auch für ein heterosexuelles Paar?