Provision verschwiegen: Commerz­bank vom Land­gericht Wuppertal verurteilt

Finanzberatung Special

Im Erkrather Rosenhof, einer Seniorenresidenz, betreibt die Commerz­bank die kleinste Zweigstelle Deutsch­lands.

Der 78-jährige Kurt Beil* fand es 2004 sehr bequem, sich in der Kontakt­stelle der Commerz­bank im Erkrather Rosenhof, in dem er wohnt, beraten zu lassen. Der Beraterin sagte er, dass er sein Geld in Kürze benötige, da er schon bald auf den Roll­stuhl angewiesen sein werde.

Die Beraterin empfahl, in lang­jährige Schiffs­fonds zu investieren. Beil investierte 50 000 US-Dollar in die Schiffs­fonds MS Manhattan und MS Fernando, die unter dem Namen LF Flottenfonds IV verkauft wurden. Ihm war nicht klar, dass er im Notfall nicht an sein Geld kommen würde.

Als die Fonds 2007 wirt­schaftliche Probleme bekamen, wandte sich Beil an die Berliner Anwalts­kanzlei Kälberer & Tittel in Berlin. Dort erfuhr er, dass ihm wesentliche Risiken der Fonds verschwiegen wurden. Beil verklagte die Commerz­bank wegen Falsch­beratung. Mit Erfolg. Der alte Herr hätte die Beteiligung nicht gezeichnet, wenn er gewusst hätte, dass die Commerz­bank für die Vermitt­lung eine Gebühr und eine Provision kassierte, urteilte das Land­gericht Wuppertal (Az. 3 O 467/12). Da die Bank Beil über die Provisionen nicht aufgeklärt habe, müsse sie den entstandenen Schaden von 32 300 Euro plus 2 Prozent Zinsen ersetzen.

* Namen von der Redak­tion geändert

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