Risiken verschleiert: BHW Bausparkasse verurteilt

Finanzberatung Special

Wie einen Bauspar­vertrag habe der BHW-Berater der Witwe Amelie Kern* eine Unter­nehmens­beteiligung mit Total­verlustrisiko verkauft, urteilte das Land­gericht Frank­furt am Main (Az. 2–07 O 429/13, nicht rechts­kräftig). Nicht anlegergerecht sei es, nahezu die Hälfte des Vermögens in eine Anlage zu investieren, die das Vermögen der 57-Jährigen bis zum Alter von 73 Jahren binde – anstatt es auf mehrere Anlagen zu verteilen.

Kern hatte den Wunsch gehabt, regel­mäßige Zinsen zu erhalten, um ihren drei Töchtern etwas vererben zu können. Sie hätte die Beteiligung nicht gezeichnet, wenn der Berater sie über das Risiko des Total­verlustes aufklärt hätte, urteilten die Richter. Die Über­gabe eines Prospekts mit Risikohin­weisen am Tag der Vertrags­unter­schrift reiche nicht aus, um die mündliche anlagegerechte Aufklärung zu ersetzen. So habe Kern nicht gewusst, dass Ausschüttungen keine Zinsen seien und unter Umständen zurück­gezahlt werden müssten

Die BHW-Gruppe muss der Frau nun Schaden­ersatz zahlen. Im Gegen­zug erhält sie den Fonds­anteil zurück. Weil die BHW-Gruppe außerge­richt­lich bestritten hatte, dass der Berater ihr Mitarbeiter war, muss sie laut Urteil auch recht hohe außerge­richt­liche Kosten tragen, die bei Kerns Anwältin Nicole Mutschke anfielen. Diese musste zunächst beweisen, dass der Berater für die BHW-Guppe unterwegs war.

* Namen von der Redak­tion geändert

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