Berater, die nicht für Banken arbeiten, müssen Anlegern beim Verkauf von Finanzprodukten ihre Provisionen nicht ­ungefragt offenlegen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Grundsatzurteil entschieden (Az. III ZR 196/09).

Die Richter wiesen die Klage eines Anlegers gegen den Finanzvertrieb AWD ­wegen verschwiegener Provisionen ab. Der BGH verwies den Fall zurück an das Oberlandesgericht (OLG) Celle. Das OLG muss nun erneut prüfen, ob der AWD wegen mangelnder Aufklärung über die Risiken einer empfohlenen Geldanlage Schadenersatz zahlen muss.

Das Urteil, das der AWD als „Befreiungsschlag für die ganze Branche“ wertete, enttäuscht viele Anleger. Andere Gerichte hatten mehrmals freie Berater zu Schadenersatz verurteilt, weil sie nicht über Provisionen aufgeklärt hatten, die sie für Verträge erhielten.

Dieser Artikel ist hilfreich. 64 Nutzer finden das hilfreich.