Die Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (Bafin) warnt vor irreführenden Angaben in Mails einer Rechts­anwalts­kanzlei. Die Kanzlei KMP Rechts­anwälte hatte in einer Mail und auf ihrer Internetseite behauptet, die Bafin habe „nach Rück­frage“ mitgeteilt, dass schon sechs Lebens­versicherungs­unternehmen „unter einen Schutz­schirm gestellt sind“. Außerdem erwartete die Kanzlei, dass in den nächsten fünf bis sechs Jahren kein Lebens­versicherer mehr über­lebens­fähig sei. Damit bewarb die Kanzlei ihre Dienst­leistung, fehler­hafte Versicherungs­verträge rück­abzuwickeln.

Die Finanz­aufsicht stellt dazu klar, dass weder sechs Anbieter „unter einen Schutz­schirm gestellt“ seien, noch teile sie die Auffassung, dass inner­halb der nächsten sechs Jahre kein Lebens­versicherer mehr über­lebens­fähig sei. Auf Finanztest-Nach­frage rudert KMP-Anwalt Markus Klamert zurück: Seine Informationen seien „populistisch im Sinne der Verbraucher“ dargestellt. Es gäbe aber Versicherer mit Problemen.

Tatsäch­lich hatte sich auch Bafin-Chef Hufeld zuletzt im Handels­blatt kritisch über den Zustand einiger Versicherer aufgrund der Nied­rigzinsen geäußert. Mittel­fristig sei alles stabil, lang­fristig könne er aber nicht ausschließen, dass „einzelne Lebens­versicherer aus dem Markt ausscheiden“. Eine „zwei­stel­lige Zahl“ sei unter intensi­verer Aufsicht.

Tipp: Für Kunden mit Lebens­versicherungen besteht kein akuter Hand­lungs­bedarf. Alle wichtigen Informationen zum Thema finden Sie in unseren FAQ Lebensversicherung rückabwickeln.

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