Finansbank Meldung

"Bei uns wird Ihr Geld sicher mehr", verkündet die holländische Finansbank auf den Internetseiten, die über die Konditionen für Festgeld informieren. Mehr wird es zwar, aber anders, als die Bank verspricht, stellte Finanztest Mitte September bei der Untersuchung von Einmalanlagen fest.

Der angebotene "Beispiel-Rechner Festgeld berechnete für den Mindestanlagebetrag von 10.000 Mark bei einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Zinssatz von 6 Prozent "Ihre Zinsen mit glatten 3.000 Mark. Das bedeutet, die Finansbank berechnet und zahlt die Zinsen einmalig erst nach fünf Jahren mit dem angegebenen Zinssatz. Banküblich ist aber, dass die Zinsen jährlich gutgeschrieben und in der Folgezeit mitverzinst werden. Durch den Zinseszinseffekt reicht im Beispiel schon ein Zinssatz von 5,39 Prozent, um nach fünf Jahren 3.000 Mark Zinsen zu erhalten. Bei einem "ehrlichen Zinssatz von 6 Prozent würde der Sparer 382 Mark mehr Zinsen kassieren als bei der Finansbank.

Auf die Unstimmigkeit angesprochen, teilte die Bank mit, dass sie ihre mehrjährigen Festgeldanlagen inzwischen auf jährliche Zinsgutschrift umgestellt und ihre Kunden darüber informiert habe ­ auf "Empfehlung des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen.

So weit, so gut. Doch 6 Prozent sind bei der Finansbank noch immer nicht 6 Prozent. Ihr neues Preisverzeichnis lockt Anleger schon wieder auf die falsche Fährte. Als Zinssatz für ihr fünfjähriges Festgeld gibt die Bank dort "nominal 6,00 % und "effektiv 6,78 % an. Bei den 6,78 Prozent handelt es sich aber gar nicht um den Effektivzins. Der beträgt nämlich 6,00 Prozent und ist mit dem Nominalzins identisch. Die Bank gibt vielmehr die durchschnittliche Wertsteigerung als Effektivzins aus. Und die ist nur deshalb so hoch, weil darin der Zinseszinseffekt wieder nicht berücksichtigt ist.

Übrigens: Mit 6 Prozent ist das Angebot der Finansbank gar nicht schlecht. Warum diese Taschenspielertricks?

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