Fimagol-Fonds Meldung

Hans-Peter Schwintowski

Mit einer namentlichen Nennung im Buch „Die Revolution in der deutschen Finanz- und Versicherungsmaklerbranche“ sollten Anleger belohnt werden, die sich an der Fimagol Fonds Beteiligungs GmbH & Co. KG in Dresden beteiligen. Der Fonds will mit dem Anlegergeld eine Software finanzieren, die die Beratung im Finanz- und Versicherungsbereich verbessern soll. Doch die Investition ist riskant und das Buch gibt es gar nicht.

[Update: 29.06.2011]

Schwintowski legt Schirmherrschaft nieder. Prof. Dr. Hans-Peter Schwintowski hat nach Erscheinen dieses Berichts mitgeteilt, dass er seine Schirmherrschaft für die Fimagol-Software bis auf weiteres niedergelegt habe. [Update Ende]

Schwintowski ist Schirmherr der Software

Mit der namentlichen Eintragung in das Buch, das als Autor den bekannten Rechts- und Versicherungsexperten Professor Hans-Peter Schwintowski von der Humbold-Universität in Berlin nennt, sollte Anlegern die Beteiligung schmackhaft gemacht werden. Gegenüber Finanztest erklärte der Professor jedoch, dass er von dem Buch nichts wisse. Auch sei er nie in die Finanzierung der Beratungssoftware eingebunden gewesen. Deren Idee finde er jedoch „klasse“. Dass der Geschäftsführer der Fimagol Verwaltungs GmbH, Klaus Hoffmann, in dieser Weise mit seinem Namen umgehe, sei jedoch nicht akzeptabel. Er habe sich lediglich als Schirmherr für die Software zur Verfügung gestellt.

Gesprächsleitfaden für Vermittler

Ein interner Gesprächsleitfaden, der Vermittlern helfen soll, den Fonds zu vermarkten, erweckt jedoch einen anderen Eindruck. Dort wird gerade die Nennung in dem Buch als besonderer Vorteil beschrieben: Wer mindestens 1 000 Euro in die Fimagol Fonds Beteiligungs GmbH & Co. KG investiere, könne mit der Eintragung in das Buch des als „Papst“ der Versicherungsbranche geltenden Professors noch nach Jahren beweisen, dass er die Arbeitsweise von Finanz-und Versicherungsmaklern verbessert habe.

Hoffmann bestreitet irreführende Werbung

Fimagol-Geschäftsführer Klaus Hoffmann bestreitet, irreführend mit dem Namen Schwintowski zu werben. „Es war und ist immer noch geplant, dass ein Buch geschrieben wird. Darin wird die Geschichte des Maklers bis heute beleuchtet und es wird das Fimagol-Projekt ausführlich beschrieben. Als Autor können Herr Professor Dr. Schwintowski oder Fimagol oder beide auftreten. Die Feinabstimmungen werden später durchgeführt.“ Mit Schwintowski jedenfalls scheint die Feinabstimmung nicht zu klappen. Der Professor teilte Finanztest auf Nachfrage mit, dass die Werbung mit seinem Namen die Risiken der Beteiligung verschleiern würden.

[Update: 25.10.2011]

Die Firma Fimagol-Fonds Beteiligungs GmbH & Co. KG in Dresden macht geltend, dass Prof. Dr. Schwintowski zu einem Buch mit dem Titel „Die Revolution in der deutschen Finanz- und Versicherungsmaklerbranche“ bereits Literaturrecherchen durchgeführt habe. [Update Ende]

Gesprächsleitfaden soll nicht mehr verwendet werden

Auf weitere Nachfrage erklärte Fimagol-Geschäftsführer Hoffmann, dass er den Gesprächsleitfaden nun nicht mehr verwende. Über die Zahl der Anleger und die Summen, die sie in die Beteiligung eingezahlt haben, gibt Hoffmann keine Auskunft. Nicht einmal auf die Frage nach den Fondsnebenkosten will Hoffmann antworten. Finanztest hat die Kosten anhand der Daten des Prospekts berechnet. Sie betragen rund 13 Prozent der Beteiligungssumme. Dazu kommen laufende Kosten von rund 2,4 Prozent der Beteiligungssumme bis Ende 2015.

7,25 Prozent Ausschüttung im Jahresdurchschnitt angestrebt

Ausschüttungen aus ihrer Anlage haben Anleger bisher nicht bekommen. Sie sollen nachbezahlt werden, wenn die Gesellschaft in den Jahren 2013 und 2014 Gewinne machen sollte. Für das Jahr 2013 sind erstmals Ausschüttungen vorgesehen. Zum Ende der Beteiligung im Jahr 2015 soll es dann – sofern sich die Software rentiert hat – einen Gewinnbonus von 50 Prozent des Gewinns der Gesellschaft geben, der den Anlegern zugute kommt. Das Ganze kann allerdings auch im Totalverlust enden.

Schwintowski schon mal in den Schlagzeilen

Eine glückliche Hand hat Rechtsprofessor Schwintowski mit seinen außeruniversitären Aktivitäten bisher nicht bewiesen. Bereits 2006 sorgte er als Aufsichtsrat der Juragent AG für Schlagzeilen. Der Vorstand dieser Firma hatte Millionen an Anlegergeldern ins Ausland transferiert und wurde verhaftet. Aufsichtsrat Schwintowski war es nicht gelungen, Einfluss auf die dubiosen Aktivitäten führender Mitarbeiter der Juragent AG zu nehmen.

Hinweis: Finanztest setzt die Fimagol Fonds Beteiligungs GmbH & Co. KG aus Dresden wegen unseriöser Werbemethoden, die die Risiken des Angebots verschleiern, auf die Warnliste.

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