Filter­kaffee­maschinen im Test Gute Kaffee­maschinen gibt‘s ab 40 Euro

Filter­kaffee­maschinen im Test - Gute Kaffee­maschinen gibt‘s ab 40 Euro
© fotolia / Arthur Hidden

Guter Kaffee wirkt wie Urlaub, frische Luft und Sonnen­schein. Im Test brühte eine 57-Euro-Maschine von Melitta den besten Kaffee.

Filter­kaffee­maschinen im Test Testergebnisse für 15 Filter­kaffee­maschinen 08/2018

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Inhalt

Die Statistik macht uns alle zu Kaffee­tanten und -onkeln. Etwa 162 Liter trinkt im Durch­schnitt jähr­lich jede und jeder in Deutsch­land. Das macht fast einen halben Liter pro Tag. Die meisten brühen den Kaffee mit einer klassischen Filter­kaffee­maschine: Filtertüte in den Halter, Kaffee­pulver rein, Wasser in den Tank, einschalten, los gehts.

Im Schnitt zehn Minuten brauchen die aktuell von der Stiftung Warentest geprüften Kaffee­bereiter, bis acht Tassen des dampfenden, schwarz­bräunlichen Getränks bereit­stehen. Die meisten der 15 geprüften Maschinen brühen Kaffee gut. Sie kosten zwischen 20 und 160 Euro.

Elf der Filter­kaffee­maschinen haben eine gläserne Kanne. Die Glaskannen stehen auf einer Wärmeplatte, damit der Kaffee nach dem Brühen nicht gleich wieder kalt wird. Vier Maschinen begegnen dem Temperatur­verlust mit einer Thermos­kanne. Die hält Kaffee auch ohne Wärmequelle längere Zeit warm.

Unser Rat

Beste Filter­kaffee­maschine im Test ist Melitta Look Therm 1011-10 für 57 Euro mit Thermos­kanne. Der Kaffee aus dieser Maschine über­zeugt die Prüfer in Geruch und Geschmack am meisten. Unter den Kaffee­maschinen mit Glaskanne liegen vorn: Krups Pro Aroma Plus KM321* für 50 Euro, Philips Café Gourmet HD5408/20/B für 100 Euro und Russell Hobbs Elegance 23370-56 für 91 Euro.

Beste geprüfte Filter­kaffee­maschine mit integriertem Mahl­werk ist Melitta AromaFresh 1021-01. Sie kostet 125 Euro.

Unterschiede heraus­zuschme­cken

Wichtigster Aspekt der Unter­suchung: der Geschmacks­test. Die Prüfer beschi­cken alle Maschinen immer mit der gleichen Menge Wasser und Kaffee – derselben Sorte. Dann heißt es: Knöpf­chen drücken, und die Maschine brüht den Kaffee. Doch bei fast allen Maschinen stellten unsere geschulten Prüfer geschmack­liche Unterschiede fest. Der aus der Grundig-Maschine zum Beispiel sowie der Kaffee aus der Melitta AromaFresh und der Rowenta schmeckt weniger wäss­rig als viele andere, das heißt über­setzt: etwas kräftiger. Melitta Look Therm trumpft mit intensivem Kaffee­geschmack auf. Das ergibt die beste Note in der sensorischen Prüfung. Ausgewogenen Geschmack („keine Besonderheiten“) bekamen Bosch und Krups für die Acht-Tassen-Brühung testiert.

Filter­kaffee­maschinen im Test Testergebnisse für 15 Filter­kaffee­maschinen 08/2018

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Die Inhalts­stoffe gut heraus­lösen

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der die Filter­maschinen unterscheidet, ist der Extrakt­gehalt im gebrühten Kaffee. Das heißt, wie effektiv die Maschine die Inhalts­stoffe mit dem heißen Brüh­wasser aus dem Kaffee­mehl heraus­lösen kann. Am besten gelingt das Philips Café Gourmet. Die Besonderheit der Maschine: Sie bringt das gesamte Brüh­wasser auf einmal zum Sieden und gießt dann das Wasser kontinuierlich in den Kaffee­filter. Dass dieses Brühprinzip nicht immer zu hohen Extrakt­gehalten führt, zeigt Severin Café Caprice. Diese Maschine brüht den Kaffee genauso wie die Philips, reiht sich aber mit ihrer guten Note für den Extrakt­gehalt bei den anderen Maschinen ein, die das Brüh­wasser schwall­weise – erkenn­bar an dem typischen Kaffee­maschinenröcheln – über das Pulver gießen.

Schlechter extrahierten Russel Hobbs, Severin Kaffee­automat mit Mahl­werk und Profi Cook. Die drei Maschinen lösten die Inhalts­stoffe nicht mehr gut aus dem Kaffee­pulver. Wenn die Maschine einen Aromaschalter hat, kann das Ergebnis durch einen Druck oder Dreh verändert werden. Die Tests führten wir in der Stellung „Medium“ oder „Mittel“ oder bei gedrückter Aromataste durch.

Kaffee aus der Rösterei

Eine andere Möglich­keit für mehr Extrakt­gehalt wäre auch, etwas feiner gemahlenen Kaffee zu verwenden. Vier der getesteten Maschinen haben ein integriertes Kaffee­mahl­werk, das wir für den Test auf „fein“ einge­stellt haben. Noch feiner gehts nicht. Bliebe nur der Kauf bei einem Anbieter, der den Kaffee auf Wunsch noch feiner mahlt, am besten gleich bei einer der vielen kleinen Kaffee­röstereien. Vielleicht schmeckt auch eine andere Sorte besser?

Der Tipp gilt auch für die Filter­kaffee­maschinen ohne Mahl­werk. Wer ein wenig Spaß am Experimentieren hat, kann mit der Auswahl der Kaffee­sorte und dem Variieren der Mahl­grad­einstellung seinen Kaffee optimieren und seinem individuellen Geschmack anpassen. So ein Kaffee macht munter, wirkt wie Urlaub, frische Luft und Sonnen­schein.

Tipps

Quellen lassen

Filter­kaffee schmeckt besser, wenn er vor dem Brühen quillt: Wenn es geht, Kaffee­maschine einschalten bis erste Tropfen kommen, ausschalten, 30 Sekunden warten, dann durch­laufen lassen.

Alles frisch

Es mag ja guten, fertig gemahlenen Supermarkt­kaffee geben; besonders schmeckt jedoch frisch gerösteter und frisch gemahlener Kaffee. Dann kommt das Kaffeearoma so richtig zur Geltung.

Welcher Mahl­grad wofür
Fein.
Fein gemahlener Kaffee läuft sehr lang­sam durch und sorgt für eher bitteren Kaffee. Er passt zu schwächeren Röstungen.
Mittel.
Das Wasser hat noch genügend Zeit, wichtige geschmacks­bildende Stoffe aus dem Pulver zu lösen.
Grob gemahlen.
Das Wasser läuft schnell durch. Eher für stark geröstete Bohnen. Doch aufpassen: Der Kaffee wird schnell wäss­rig.

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