Filesharing Meldung

Gute Nach­richten für Eltern: Sie müssen nicht zahlen, wenn ihre Kinder – etwa durch illegalen Tausch von Dateien mit geschützter Musik („Filesharing“) – gegen das Urheberrecht verstoßen haben. Das gilt aber nur, wenn Eltern ihren Spröss­lingen erklärt haben, dass das verboten ist, und wenn sie davon ausgehen konnten, dass ihre Kinder sich korrekt verhalten.

Das hat der Bundes­gerichts­hof (BGH) entschieden und eine Klage von vier Musik­konzernen gegen den Vater eines seiner­zeit 13-jährigen Jungen abge­wiesen (Az. I ZR 74/12). Das Land­gericht und Ober­landes­gericht Köln hatten ihn noch zu fast 5 400 Euro Schaden­ersatz verurteilt, weil er ihn nicht genau genug kontrolliert habe. Das geht aus Sicht der Bundes­richter zu weit: Ohne Anlass müssten Eltern ihre Kinder nicht kontrollieren – auch nicht beim Surfen.

Allerdings haften in solchen Fällen oft die Kinder. Voraus­setzung ist nur, dass sie fähig sind, das Unrecht einzusehen.

Tipp. Schalten Sie sofort einen Anwalt ein, wenn Sie oder Ihre Kinder wegen Urheber­rechts­verstößen Schaden­ersatz zahlen sollen. Verweigern Sie die Aussage, wenn Polizisten oder Staats­anwälte Sie oder Ihre Kinder zu solchen Vorwürfen befragen wollen, ohne dass Sie sich vorher von einem Anwalt haben beraten lassen. Weitere Informationen finden Sie auf www.test.de/filesharing.

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