Fieberthermometer Test

Die nützlichen Helfer zeigen die Temperatur meist in Sekundenschnelle an. „Gute“ gibt es in allen Preisklassen.

Fieber ist die gesunde Reaktion des Körpers auf Krankheitserreger. Er heizt ein, verstärkt seine Abwehrmechanismen und bremst die Vermehrung von Bakterien oder Viren. Fieber unter 39 Grad, das zum Beispiel eine Erkältung, Angina oder Magen-Darm-Infektion begleitet, muss nicht behandelt werden. Es ist aber sinnvoll, die Fieberkurve zu beobachten, um sich ein Bild von der Erkrankung zu machen. Fieberthermometer sind also nützliche Helfer. Im Jahr 2007 kauften die Deutschen zwischen vier und fünf Millionen Stück. Besonders beliebt sind kleine digitale Kontaktthermometer, doch auch das Interesse an Ohr- und Stirnthermometern wächst.

Wir haben 18 Fieberthermometer getestet. Dazu ließen wir zum Beispiel eine Krankenschwester die Temperatur von Testpersonen messen, untersuchten aber auch, wie Laien mit den Fieberthermometern zurechtkommen. Sie ermittelten ihre eigene Körpertemperatur und die von Kindern. Diese Ergebnisse haben wir mit der Temperaturmessung durch ein Referenzthermometer verglichen.

In einer Sekunde gemessen

Fieberthermometer Test

Bei Fieberthermometern gibt es einen auffälligen Trend: Sie messen immer schneller. Manche zeigen das Ergebnis schon nach einer Sekunde an. Das muss aber nicht auf Kosten der Messgenauigkeit gehen, wie das Testergebnis der zwölf „guten“ Thermome­ter zeigt. Nach der deutschen Norm dürfen Kontaktthermometer nur ein Zehntelgrad von der tatsächlichen Temperatur abweichen, Ohr- und Stirnthermometer drei Zehntelgrade. Diese Anforderungen erfüllten alle im Test. Bis auf einige Ausnahmen zeigten sie auch in feuchtwarmer Umgebung die Temperatur zuverlässig an.

Die technischen Voraussetzungen stimmen also, doch der Alltag ist wesentlich komplizierter. Die normale Körpertempe­ratur von etwa 37 Grad ist von Mensch zu Mensch verschieden, und abends ist sie höher als morgens. Je nachdem, wo und mit welchem Thermometer gemessen wird, können Abweichungen von einem halben Grad oder mehr auftreten. Und wie genau oder ungenau das Ergebnis ist, hängt auch davon ab, wie geschickt man mit dem Messinstrument umgeht. Wir überprüften deshalb auch, ob die Temperaturmessung unter Alltagsbedingungen klappt. Während geübte Krankenschwestern fast immer optimale Messergebnisse erzielten, haperte es hier manchmal bei den Laien.

Kontaktthermometer

Fieberthermometer Test

Unter der Zunge in einer der beiden Wärmetaschen messen.

Am besten kamen die Anwender mit den Kontaktthermometern zurecht; und alle im Test sind „gut“. Es gibt sie schon ab 3,50 Euro (Omron). Testsieger waren die Thermometer von Hartmann (4,95 Euro) und Scala SC 37 T (3,95 Euro). Die Messdauer der geprüften digitalen, batteriebetriebenen Thermometer liegt zwischen 7 und 32 Sekunden. Kontaktthermometer eignen sich gut zum Fiebermessen unter der Zunge. Wichtig ist aber die richtige Position – denn weiter vorn im Mund ist es zu kühl (siehe Grafik). Für Kleinkinder empfiehlt sich, das Fieber im After zu ermitteln – das ist die genaueste Messmethode. Unter der Achsel sollte Fieber aber nicht gemessen werden, das liefert ungenaue Werte.

Stirnthermometer

Fieberthermometer Test

Am schlechtesten kamen Laien und auch Fachkräfte mit dem Stirnthermometer Sanitas zurecht. Es ist das Schlusslicht im Test. Es gibt aber auch die „guten“ Stirnthermometer Wick W-977F (30 Euro) und Carerra (19,90 Euro). Ein Infrarotsensor ermittelt bei diesen Thermometern die Stirntempera­­tur und errechnet aufgrund der Umgebungstemperatur die Körperkerntemperatur. Er liefert das Ergebnis nach vier bis sieben Sekunden. Auf der Stirn zu messen ist einfacher als am Trommelfell im Ohr.

Ohrthermometer

Fieberthermometer Test

Im Ohr wird die Wärmestrahlung des Trommelfells gemessen.

Auch die Ohrthermometer sind mit einem Infrarotsensor ausgestattet. Sie messen die Wärmestrahlung des Trommelfells. Das Ergebnis liegt meist schon nach ein bis fünf Sekunden vor. Die Ohrtemperatur liegt wegen der Nähe zum Blutkreislauf des Gehirns nahe bei der tatsächlichen Körperkerntemperatur. Doch die richtige Messposition ist für Laien nicht einfach zu erkennen (siehe Grafik), und so waren ihre Messergebnisse meist weniger genau als die Resultate der Fachkraft.

Im Test schnitt das Braun-Thermometer für 50 Euro „gut“ ab, das preiswertere Beu­rer (35 Euro) nur „befriedigend“. Das Beurer-Thermometer bereitete vor allem den Eltern Schwierigkeiten, bei ihren Kindern die richtige Temperatur zu ermitteln. Kinderärzte raten übrigens davon ab, bei Säuglingen unter sechs Monaten Ohrthermometer zu benutzen, denn ihr Gehörgang ist noch zu eng. Außerdem sollte man sie nicht bei Ohrentzündungen anwenden, denn das führt zu überhöhten Werten. Zudem besteht das Risiko, Keime zu verschleppen.

Kombinierte Ohr-/Stirnthermometer

Die Kombinations-Thermometer lassen sich meist durch einen kleinen Aufsatz vom Ohr- zum Stirnthermometer umrüsten. Nicht alle schalten automatisch in den jeweiligen Messmodus um. „Gute“ Kombi­thermometer sind Dittmann, Medisana und Scala SC 53 TM. Alle Prüfmodelle waren bei der Anwendung im Ohr etwas genauer als bei der Stirnmessung.

Berührungsloses Stirnthermometer

Zu den Infrarotthermometern zählt auch Tecnimed ThermoFocus, es misst die Temperatur jedoch berührungslos. Das Thermometer wird vor die Stirn gehalten, ein Lichtpunkt zeigt die richtige Position an. Das Ergebnis ist nach zwei Sekunden abzulesen. Mit einem Preis von knapp 70 Euro ist das berührungslose Thermometer das teuerste Produkt im Test, kam aber nur auf ein „befriedigendes“ Qualitätsurteil. Ausschlaggebend hierfür waren die schlechteren Messergebnisse bei Kindern.

Diodenthermometer

Das kleinste, leichteste und günstigste Thermometer, das wir prüften, war das „gute“ NexTemp. Mit ihm lässt sich die Temperatur im Mund messen. Biochemisch präparierte Dioden auf einem Kunststoffstreifen zeigen die Temperatur durch eine Farbveränderung von Grün nach Schwarz an – auf Zehntelgrade genau, denn jede Diode reagiert bei einer spezifi­schen Temperatur.

Nach Gebrauch sollten Thermometer mit einem feuchten Tuch oder Wattestäbchen gereinigt werden. Schweiß oder Ohrenschmalz auf den empfindlichen Messsensoren können die Ergebnisse verfälschen und sind unhygienisch.

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