Fibank in Bulgarien Meldung

In Bulgarien haben Kunden in kurzer Zeit 500 Millionen Euro von der dort ansässigen Fibank abge­zogen. Zuvor waren Gerüchte über die Zahlungs­unfähigkeit der Bank aufgekommen. Auch Deutsche Kunden haben dort Fest­geld anlegt. Nach EU-Recht sind alle Spar­einlagen bis 100 000 Euro gesichert.

Fünf Verdächtige fest­genommen

Die bulgarischen Behörden haben am Wochen­ende fünf Personen fest­genommen, die im Internet und mit wahl­los verschickten SMS-Nach­richten Zweifel an der Zahlungs­fähig­keit der First Investment Bank (Fibank) gesät haben sollen. Dabei soll es sich um bewusste Falsch­informationen handeln, um den Finanzsektor des Landes zu destabilisieren. Schon letzte Woche musste die Zentral­bank Bulgariens das viert­größte Kredit­institut des Landes, die Corporate Commercial Bank, unter ihre Kontrolle nehmen, weil Internetmeldungen die Zahlungs­fähig­keit der Bank in Frage stellten. In beiden Fällen hatten die Internetmeldungen einen Kunden­sturm auf die Banken ausgelöst. Viele Sparer zogen in Panik ihr Geld ab, weil sie fürchten, dass es dort nicht sicher ist.

EU stützt bulgarischen Finanzsektor

Bei der Fibank, einer der größten Bank Bulgariens, wurden am Freitag in den Filialen in Sofia und am Wochen­ende an den Auto­maten binnen Stunden rund 500 Millionen Euro abge­hoben. Die Fibank versicherte unterdessen, dass sie über ausreichend Liquidität verfüge und der Geschäfts­betrieb in dieser Woche normal weitergeführt werde. Nach Agenturbe­richten will Bulgarien seinen Finanzsektor jetzt mit einem Milliarden-Kredit stützen. Die EU-Kommis­sion habe ein Notdarlehen von rund 1,7 Milliarden Euro genehmigt.

100 000 Euro gesetzlich garan­tiert

Auch rund 2 000 deutsche Kunden haben Spargeld bei der Fibank angelegt. Die Bank bot zuletzt über den Vermittler Welt­sparen.de 2, 5 Prozent Zinsen pro Jahr für eine einjähriges Fest­geld und 3,3 Prozent Zinsen für ein dreijäh­riges Fest­geld bei einer Anlagesumme von mindestens 10 000 Euro. Das ist deutlich mehr, als es bei deutschen Banken gibt. Um ihre Erspar­nisse müssen sich deutsche Sparer jedoch wenig sorgen. Sollte die Fibank pleite gehen, ist Spargeld bis 100 000 Euro wie bei allen Banken mit Sitz in der Europäischen Union gesetzlich garan­tiert zum Special „Hohe Zinsen im Ausland kassieren“.

Finanztest-Experten sind skeptisch

Dennoch könnte eine Pleite der Fibank deutschen Sparern einigen Ärger bescheren. Schon im Februar haben die Experten von Finanztest Zweifel daran geäußert, dass Anleger im Fall einer Pleite binnen der vorgeschriebenen Frist von 20 Werk­tagen tatsäch­lich entschädigt werden können. Sie glauben nicht, dass im Sicherungs­fonds Bulgariens genügend Geld ist. Im Ernst­fall müsste wahr­scheinlich der bulgarische Staat für Guthaben bis 100 000 Euro haften. Ist er dazu nicht in der Lage, müsste die Europäische Union mit Krediten einspringen, wie zuletzt in Zypern. Das könnte allerdings einige Zeit dauern.

Fibank verzichtet vor­erst auf Neugeschäft in Deutsch­land

Beim Berliner Internet­vermittler welt­sparen.de, der die Fest­geld­angebote der Fibank in Deutsch­land anbietet, wird derzeit kein Geld mehr an die Fibank vermittelt. Wie welt­sparen.de mitteilt, will die Fibank solange auf Neugeschäfte in Deutsch­land verzichten, bis sich die Lage beruhigt hat. Wie berichtet, bietet die von der Saving Global GmbH aus Berlin gegründete Onlineplatt­form welt­sparen.de seit Dezember 2013 deutschen Sparern höher verzinste Fest­geld­konten bei ausländischen Banken in Europa an, darunter auch die Fest­geld­angebote bei der Fibank.

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