Fett­arme Frisch­milch

„Faire“ und andere Milch: Der Kampf um den Milch­preis

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Fett­arme Frisch­milch Alle Testergebnisse für Fettarme Milch 5/2011

Die Situation der Bauern

Fragt man Milchbauern, wie es ihrem Berufs­stand geht, hört man viele wehklagen. Die Situation sei dramatisch und bedrohlich. „In den vergangenen Jahren haben tausende Milchbauern die Arbeit einge­stellt, es mangelt an Nach­wuchs. Seit zwei Jahren decken die Milch­preise nicht mehr die Kosten“, berichtet ein Vertreter vom Bundes­verband Deutscher Milchviehhalter. Molkereien würden viel Druck ausüben.

Der Milch­preis

Zank­apfel ist der Milch­preis – der Erzeuger­preis, den der Bauer pro Kilogramm Rohmilch von der Molkerei bekommt. Gezahlt wird mindestens der Grund­preis, der sich in allen Regionen bis auf Bayern auf einen Fett­gehalt von 4 Prozent und Eiweiß­gehalt von 3,4 Prozent bezieht. 2009 fiel er mit 24 Cent sehr nied­rig aus, 2010 kletterte er auf gut 30 Cent. Schät­zungen zufolge kann ein Bauer erst ab 36 Cent Gewinn machen. Im Laden macht der Erzeuger­preis nur einen Teil des Endpreises aus. Hinzu kommen Kosten für Molkerei, Verpackung, Lagerung, Trans­port, Handel und die Mehr­wert­steuer.

Die Biomilch

Der Preis liegt etwa um 10 Cent höher pro Kilo Rohmilch: Im Februar 2011 erhielten Biobauern rund 42 Cent. Die Tierhaltung ist insgesamt aufwendiger, auch weil den Tieren mehr Platz einge­räumt wird. Verfüttert wird größ­tenteils Gras, Klee und Luzerne. Biokühe geben weniger Milch.

Die fairen Angebote

Fett­arme Frisch­milch - ESL gegen traditionelle Frisch­milch
Faire Preise: Faire Milch­produkte vermitteln ihre Grund­idee sehr unterschiedlich. Links die Packung von Alnatura © Stiftung Warentest

Damit Bauern den Lohn bekommen, der ihnen zusteht, gibt es zunehmend Angebote an „fairer Milch“. Vorreiter war 2005 die Upländer Bauernmolkerei. Wer dort verarbeitete Milch kauft, zahlt 5 Cent extra – und die gehen direkt an die Bauern. Auch die Milch von Alnatura im Test wurde dort verarbeitet, sie ist also eine faire Milch. Seit 2009 gibt es ebenso „Die faire Milch“ der Milch­vermarktungs­gesell­schaft MVS, eine H-Milch, die inzwischen vieler­orts angeboten wird. Das Konzept: Milchbauern aus Baden-Württem­berg, Bayern, Hessen und Nord­rhein-West­falen erhalten „kosten­deckende Preise“.

Die Anbieter im Test

Wir fragten bei den Anbietern im Test nach, ob sie sich für faire Bezahlung einsetzen. Discounter wie Aldi (Süd), Netto Supermarkt und Penny schwiegen, auch Rewe. Hemme-Milch, Weihen­stephan und zu Teilen auch Norma erklärten, über dem üblichen Markt­preis zu zahlen. Bioanbieter Berchtesgadener Land zahlt eigenen Angaben nach deutlich über dem Durch­schnitt und setzt sich für faire Preise und regionale Rohstoffe ein. dennree bezieht über Berchtesgadener Land seine Milch. Die Milch von Brodowin trägt das Logo „fair & regional“ und will darüber existenz­sichernde Löhne garan­tieren. Das Gros der übrigen Anbieter verweist darauf, dass sie als Genossenschaften den Erzeugern Mitspracherechte einräumen und hohe Preise erwirt­schaften wollen.

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Liess am 22.09.2017 um 08:06 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

BloodGoddess am 24.01.2014 um 18:54 Uhr
In Deutschland keine gute Milch findbar...

Ich war ein sehr exessiver Milchtrinker. In meinem Griechenlandurlaub lernte ich kennen was es bedeutet ECHTE Milch zu trinken. Ich habe 2 Liter am Tag versoffen. Die Verpackungen in Griechenland zeigen keine glücklichen Kühe, keine dummen Werbeversprechen.
Man schmeckte, dass es der Kuh gut ging!!! Da braucht man kein Werbeversprechen. Und mit 1,89 Euro den Liter... Ambrosia. Ich bin erleuchtet worden.
In Deutschland wieder angekommen: Kein einziges Glas Milch getrunken. Nun bin ich zu verwöhnt... Die Griechen nennen die deutsche Milch "Staub", was ich sehr treffend finde.
Die einzige Milch, die einen ganz kleinen, winzigen Hauch von der griechischen Milch hat, ist Landliebe...

ralphb am 15.03.2012 um 19:01 Uhr
Kein Geschmacksunterschied?!

Ich würde ja gerne auf Stiftung Warentest vertrauen und tatsächlich eine Milch gefunden haben, die nur 50 Cent kostet und trotzdem schmeckt.
Die Milch scheint aber von denselben Menschen verkostet worden sein, die vor einigen Jahren Lidl-Olivenöl für sensorisch gut befunden hat.
Die Schwarzwald-Bio-ESL-Milch hat bei Ihnen ++ Sensorik, verglichen mit der traditionell hergestellten aus der braunen Glasflasche besitzt sie aber einen deutlichen Kochgeschmack!
Ich warne alle Menschen mit guten Geschmacksnerven, nicht auf diesen Test zu vertrauen.

kali96bal am 14.06.2011 um 18:45 Uhr
Deklaration für Jodgehalt

liebe test-redaktion,
eine deklaration des jodgehaltes von milch, der durch die jodierung von tierfutter oder verwendung jodhaltiger lecksteine künstlich in die höhe getrieben wird, ist angesichts drastisch steigender zahlen insbesondere von autoimmunerkrankungen der schilddrüse längst überfällig. als betroffene www.jodsensibel.info kenne ich die problematik nur zu gut. eine ihrem bedarf entsprechend versorgte kuh gibt milch mit ca 35 µg/ltr. die aktuellen angaben, die sie veröffentlichen, sind von umso größerem wert, als in lebensmitteltabellen meist noch die alten zahlen von vor der jodierung zu finden sind. vielen dank!

cikala am 13.06.2011 um 23:24 Uhr
Iodgehalt fettarmer Milch

Liebe test-Redaktion,
wie bereits im Test für Vollmilch aus 2007 hervorgeht, ist der Iodgehalt mancher Milch doch recht hoch. So enthält ein Liter Milch von Hemme mehr als den Tagesbedarf eines Erwachsenen. Biomilch enthält zwar durchweg weniger Iod, aber immer noch Mengen, die auf eine Anreicherung des Tierfutters mit dem Spurenelement schließen lassen. Bedenkt man, dass sich diese Zufuhr zu unserem Iodverzehr über Salz, Backwaren, Wurst etc. addiert, sollte hier zumindest eine Deklaration angestrebt werden. Viele Schilddrüsenkranke sind auf diese Angabe angewiesen. Vielen Dank dafür, dass Sie diesen Inhaltsstoff mitgetestet haben! Weiter so!