Seriöse Ärzte warnen vor der Fett-weg-Spritze. Risiken und Nebenwirkungen sind noch nicht ausreichend erforscht.

Es wäre ja auch zu schön: Einfach eine Spritze ins Un­terhautgewebe und die Fettpolster schwinden – ganz ohne Diätstress oder gar operatives Fettabsaugen. Doch so simpel ist es nicht. Das neue Verfahren birgt Risiken. Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) jedenfalls lehnt die Fett-weg-Spritze ab. Denn Nebenwirkungen, Dosierung und Verträglichkeit sind nicht ausreichend erforscht.

Diese so genannte Injektionslipolyse basiert auf dem fettauflösenden Wirkstoff Phos­phatidylcholine (Phos­pho­li­pide aus Sojabohnen). Der steckt auch in Cholesterin senkenden Medikamenten. Dafür ist er in Deutschland auch seit Jahren zugelassen, nicht aber für die Auflösung größerer Men­gen an Fettgewebe. Trotz­dem bieten einige Ärzte dieses Verfahren auch hierzulande schon an.

Zahlreiche Risiken: Bei der Injektion wird das Fett in einer chemischen Reaktion zersetzt, bleibt aber im Körper, der es dann abbauen muss. Doch bei größeren Mengen kann er den „Abfall“ nicht ausreichend abtrans­por­­tie­ren. Das kann zu schmerzhaften Entzündungen und Zystenbil­dungen führen. Es ist zudem nicht klar, ob neben dem Fettgewebe nicht auch andere Gewebestrukturen aufgelöst werden.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Arzt die Fettauflösung per Spritze nicht exakt steuern kann, weil die individuell ange­messene Dosierung nur schwer einzu­schätzen ist. Das kann zu hässlichen Löchern oder Knoten im Gewebe führen.

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