Festverzinsliche Wertpapiere Meldung

Nun auch in Deutschland: Zins der Anleihe steigt mit der Inflation.

Der Bund gibt zum ersten Mal eine Anleihe mit Inflationsschutz heraus. Zins und Tilgung der Anleihe sind an den harmonisierten Verbraucherpreisindex der Europäischen Union gekoppelt (HVPI). Steigt der Index beispielsweise um 2 Prozent, erhöhen sich sowohl Zinssatz als auch Rückzahlungsbetrag der Anleihe ebenfalls um 2 Prozent.

Die Anleihe läuft zehn Jahre. Der anfängliche nominale Zinssatz beträgt 1,5 Prozent pro Jahr. Bei 2 Prozent Teuerung im ersten Jahr gibt es zum ersten Zinstermin einen Zinssatz von 1,53 Prozent.

Der nominale Zinssatz ist niedriger als bei herkömmlichen Bundesanleihen, deren Zins nicht an die Inflation gekoppelt ist. Diese rentieren zurzeit mit rund 3,5 Prozent pro Jahr.

Der Zinsunterschied rührt daher, dass im Zinssatz normaler Anleihen die aktuellen Inflationserwartungen bereits enthalten sind. Dabei besteht das Risiko, dass sich die Inflationsrate stärker erhöht als bei Ausgabe der Anleihe angenommen. Mit inflationsindexierten Anleihen kann sich der Anleger vor dem Risiko schützen.

Im Gegenzug verzichtet er auf die Chance einer höheren realen Verzinsung, die es bei herkömmlichen Anleihen dann gibt, wenn die Inflation niedriger ausfällt als erwartet.

Entwickelt sie sich wie angenommen, ist die Rendite der herkömmlichen Anleihe in etwa so hoch wie die der inflationsindexierten.

Der Bund will zunächst Anleihen im Wert von 5,5 Milliarden Euro ausgeben, und das Volumen später aufstocken. Die Stückelung der Papiere beträgt ein Cent, eine Mindestanlage gibt es nicht. Anleger können die Papiere über ihre Bank an der Börse kaufen und sie später kostenlos bei der Bundeswertpapierverwaltung verwahren lassen. Bei den Papieren handelt es sich um eine Finanzinnovation, das heißt alle Erträge sind steuerpflichtig, auch Kursgewinne.

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