Zins und Rendite

Anleihenkurse werden nicht wie Aktienkurse in Preis pro Stück ausgedrückt, sondern in Prozent vom Nennwert.

Am 23. Februar kostete eine griechische Staatsanleihe mit Fälligkeit am 21. Juni 2005 103,20 Prozent. Die Anleihe gibt es in Stückelungen à 1 000 Euro. Eine Anleihe kostete demnach 1 032 Euro.

Die Anleihe ist mit einem Kupon von 4,65 Prozent ausgestattet. So viel Zinsen schüttet der griechische Staat jedes Jahr zum 21. Juni aus. Die Zinsen gibt es allerdings nur auf den Nennwert von 1000 Euro. Die Rendite für den Anleger, der ja mehr bezahlen musste, ist deshalb geringer als der Kupon. Um sie auszurechnen, gibt es eine Faustformel:

Zins + 100 1) - Kaufkurs : Restlaufzeit in Jahren

Rendite = Restlaufzeit in Jahren : Kaufkurs x 100

1) Oder ein davon abweichender Rückzahlungskurs.

Im Beispiel beträgt die Rendite 2,17 Prozent. Der Zins ist 4,65 Prozent, die Restlaufzeit 1 1/3 Jahre und der Kaufkurs 103,2 Prozent.

Unter dem Nennwert kaufen

Der Kaufkurs kann auch unter dem Nennwert liegen. Henkel hat eine Anleihe ausgegeben, die bis 2013 läuft. Ihr Kurs lag am 23. Februar bei 97,90 Prozent. Ein Stück kostete 979 Euro.

Die Anleihe wird mit 4,25 Prozent pro Jahr verzinst. Das ergibt eine Rendite von 4,53 Prozent, denn der Anleger bekommt die Zinsen auf den Nennwert von 1 000 Euro und erhält am Ende der Laufzeit auch 1 000 Euro zurück, nicht 979. Er macht 21 Euro Kursgewinn.

Der Kursgewinn ist steuerfrei, wenn seit dem Kauf mehr als ein Jahr vergangen ist und die Differenz zum Nennwert, das Disagio, nicht zu groß war. Es darf bei einer Anlagedauer von weniger als 2 Jahren nicht mehr als 1 Prozent betragen, bis 4 Jahre höchstens 2 Prozent, bis 6 Jahre 3 Prozent, bis 8 Jahre 4 Prozent, bis 10 Jahre 5 Prozent und ab 10 Jahren höchstens 6 Prozent.

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