Aufzeichnungen so gut wie das Original und obendrein noch Werbung kinderleicht entfernen: Wie und mit welchem Rekorder das geht, haben wir geprüft.

Samstagabend, die ARD bringt nach dem „Musikantendampfer“ einen alten James Bond. Im Jazzclub um die Ecke läuft jedoch das bessere Programm mit Livemusik in geselliger Runde. Das ist die Stunde des neuen Festplatten-DVD-Rekorders. Den Film program­mieren, dann ab zu Musik und Bier – das dauert kaum mehr als eine Minute.

Doch schnell programmiert heißt noch lange nicht gut gesehen. Denn von den zwölf DVD-Rekordern im Test liefern nur sieben ein „gutes“ Bild. Wer dazu auch noch einen makellosen Ton, eine „gute“ Handhabung und einen akzeptablen Strom­verbrauch wünscht, hat am Ende nur noch die Wahl unter fünf DVD-Rekordern. Es sind die Erstplatzierten in der Tabelle. Ansonsten hagelt es vor allem schlechte Urteile bei der Handha­bung. Die vielen neuen Funktionen der Rekorder machen aber nur mit den gut zu bedienenden Geräten Spaß, zum Beispiel beim Entfernen der Werbeblöcke.

Kann jeder DVD-Rekorder Werbung aus einer Aufzeichnung herausschneiden?

Ja, aber die einen sind dabei komfortabler zu bedienen als andere. Die Schnittfunktion wird gestartet und man setzt je eine Markierung an den Beginn und an das Ende des Werbeblocks. Der Rekorder von Daewoo ist beim Schnitt jedoch umständlich zu bedienen und deshalb kein guter Werbekiller. Aber selbst bei komfortableren Modellen braucht ein routinierter „Schneider“ schon mal eine halbe Stunde, ehe er einen ganzen Spielfilm werbefrei hat. Mit der Fernbedienung in der Hand muss er die ganze Zeit auf die stark verkleinerte Aufzeichnung im Schnittfenster starren und Schnittmarken setzen.

Der ganze Aufwand lohnt sich nur, um den Mitschnitt auf DVD zu brennen. Hier gibt es mit manchen Rekordern Probleme, wenn auf Festplatte in höchster Qualität aufgezeichnet wurde. Auf eine normale, einlagige DVD passt davon nur eine Stunde – zu wenig für einen Spielfilm. Mit Ausnahme der Rekorder von Daewoo, Grundig, Samsung und SEG können alle anderen die Qualität beim Überspielen auf DVD beliebig ändern, sodass der komplette Film auf eine Scheibe passt.

Warum dauert das Kopieren von der Festplatte auf DVD manchmal so lange?

Alle Rekorder können mit etwa doppelter Ge­schwindigkeit brennen (Highspeed). So dauert es deutlich weniger als eine Stunde, einen Spielfilm in voller Länge zu brennen – allerdings nur, wenn die Datenmenge des Mitschnitts auf die DVD passt. Erfolgte die Aufnahme in hoher Qualitätsstufe, HQ oder XP genannt, ist die Datenmenge dafür zu groß. Der Rekorder muss sie während des Brennens erst auf eine niedrigere Qualität umrechnen, damit die Daten auf eine Scheibe passen. Das verlangsamt ihn. Aber nicht jeder Rekorder beherrscht diesen Trick (siehe oben). Eine Alternative wäre es, den Film auf mehrere DVDs zu verteilen oder eine zweilagige DVD zu verwenden. Sie fasst zwei Stunden in hoher Qualität. Aber auch hier passen etliche Testkandidaten: LG RH266, Universum und wieder Daewoo, Grundig und SEG. Sie brennen nur einlagige DVDs.

Aufnahmen direkt auf DVD sind bequem, warum dann eine Festplatte?

Die Festplatte ist das flexiblere Speichermedium. Sie nimmt klaglos auch lange Filme in höchster Qualität auf – und zwar viele davon. Eine Festplatte mit 160 Gigabyte speichert je nach Modell mindestens 32 Stunden, bei schlechterer Qualität sind sogar bis 300 Stunden und mehr drin. Eine normale, einlagige DVD dagegen wäre nach einer Stunde Film in bester Qualität randvoll. Geräte wie die beiden LG im Test nehmen allerdings nur auf Festplatte, aber nicht direkt auf DVD auf.

Die Festplatte bietet aber nicht nur enorm mehr Speicherplatz, auf ihr kann man auch Werbung bequem entfernen. Bei normalen DVDs ist Nachbearbeitung so gut wie unmöglich. Das klappt nur mit einer speziellen Scheibe, der DVD-Ram. Sie funktioniert wie eine Festplatte inklusive der Schnittoption – allerdings wieder mit der für DVDs typischen, geringen Aufnahmedauer. Wie es geht, steht in der Bedienungsanleitung des Rekorders. Doch nur jedes zweite Gerät im Test kann DVD-Rams beschreiben (siehe Tabelle „Festplatten-DVD-Rekorder“).

Bietet der DVD-Rekorder wirklich ein besseres Bild als der VHS-Videorekorder?

Ja, bei Aufnahmen in höchster Qualitätsstufe zweifellos. Insbesondere bei Aufnahmen von einem internen Empfänger ist die Kopie nicht vom Original zu unterscheiden. Der Panasonic DMR-EX77 macht das besonders elegant: Sein in­tegrierter DVB-T-Tuner empfängt digitales Antennenfernsehen, seine Festplatte zeichnet es digital auf. Qualitätsmindernde Umwandlungen entfallen.

Der Nutzer muss sich aber auch entscheiden: Längere Mitschnitte bekommt er nur mit Abstrichen bei der Bildqualität. Bei einer Aufzeichnung für zwei Stunden DVD-Spielzeit ist die Qualität noch besser als bei der altbe­kannten Videokassette. Bei vier Stunden DVD-Laufzeit wird es aber kritisch. Da bringen nur die beiden Panasonic-Rekorder ein „gutes“ Bild. Wer noch mehr Stunden auf eine DVD aufzeichnet, bekommt dann am Ende unscharfe, verwaschene Bilder. Das Problem wird umso augenfälliger, je größer die Bildschirmdiagonale des Fernsehers ist.

Ist das Bild über den HDMI-Ausgang des Rekorders besser als über Scart?

Ja, aber nur moderne Flachfernseher haben diese digitale Schnittstelle. Sie zeigen beim Anschluss über das HDMI-Kabel bessere Bilder, denn die DVD-Rekorder „polieren“ das Bildsignal für die neue Digitalschnittstelle auf (Fachjargon „Upscaling“, siehe Test Blu-Ray- und HD-DVD). Beim Daewoo ist diese Funktion trotz des vorhandenen HDMI-Anschlusses allerdings nicht vorhanden.

Ich will auf meinem großen Flachfernseher digitale Bilder präsentieren, wie geht das?

Ganz einfach, wenn Sie eine CD oder DVD mit Digitalfotos haben (Dateiformat .jpg). Legen Sie die Scheibe in den Rekorder ein, er spielt sie automatisch auf dem Fernseher ab. Eine solche CD oder DVD brennen Sie am Computer selbst oder ordern eine CD beim Bilderdienst, wenn Sie Abzüge bestellen. Auf einem Röhrenfernsehgerät geben die Rekorder von Daewoo, Grundig, Panasonic, Pioneer, Quelle / Universum und Sony Digitalfotos dann „gut“ wieder. Bei großen Flachbildfernsehern fällt jedoch auf, dass die Rekorder alle Digitalbilder auf Standardfernsehqualität herunterrechnen, selbst die beiden, die direkt mit der Speicherkarte der Digitalkamera gefüttert werden können (siehe Tabelle). Einige neue Flachfernseher wie der Philips 32PFL7332 präsentieren Digitalfotos direkt von der Speicherkarte besser als die Rekorder.
Tipp: Weitere Informationen errhalten Sie in unserem aktuellen Fernseher-Test.

Taugen DVD-Rekorder auch für Musik?

Ja, immerhin klingen Aufnahmen bei acht DVD-Rekordern „sehr gut“. Doch mit den anderen werden Musikliebhaber nicht glücklich. Der SEG „reichert“ den Sound bei der Umwandlung des analogen Tonsignals für die digitale Aufzeichnung sogar durch Störgeräusche an. Das nervt vor allem, wenn Musik vom Radio oder Fernseher auf Festplatte aufgenommen wird. Auch Komfortmerkmale von CD-Spielern sucht man bei DVD-Rekordern zuweilen verge­b­lich, zum Beispiel die Anspielfunktion oder eine Titelauswahl. Und wer MP3-Musik hören will, muss dazu oft erst den Fernseher einschalten: Dort zeigt der Rekorder ein Bedienmenü. Sehen um zu hören? Ein Knopfdruck sollte reichen.

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