Fest­geld Special

Bis zu 2 Prozent Zinsen erhalten Sparer, wenn sie ihr Geld zwei Jahre lang fest anlegen. Das ist wenig, hilft aber, die zins­schwache Periode zu über­brücken.

Die Zwei vor dem Komma ist ein seltenes Pflänz­chen. Nur wenige Banken bieten Sparzinsen in dieser Höhe. Das ist mager. Aber in der anhaltend zins­schwachen Periode ist es das meiste, was der Markt für eine Lauf­zeit von zwei Jahren hergibt. Das zeigt die aktuelle Unter­suchung der Stiftung Warentest von 138 Fest­geldern und Spar­briefen.

Angenommen, ein Sparer legt eine Summe von 20 000 Euro zurück und erhält jedes Jahr 2 Prozent Zinsen, dann würde er nach 20 Jahren 29 719 Euro ausgezahlt bekommen. Das klingt viel. Sollte allerdings die Inflations­rate im Schnitt auch bei 2 Prozent liegen, hat der Sparer nur die Kauf­kraft seines Geldes erhalten.

Keine lange Bindung eingehen

Die 2 Prozent gibt es momentan nur, wenn Kunden zwei Jahre durch­halten. Vor Ablauf dieser Frist kommen sie nicht an ihr Geld heran. Im Gegen­zug haben sie die Sicherheit, dass die Bank die Zinsen während der Lauf­zeit nicht senkt.

Für Fest­geld gilt die Faustformel: Je länger der Sparer das Geld anlegt, desto höher der Zins. Eine lange Bindung sollte er dennoch nicht eingehen. Irgend­wann wird die Nied­rigzins­periode vorbei sein. Wer sein Geld über einen langen Zeitraum anlegt, verzichtet auf Flexibilität. Der Sparer hat keine Chance, zu einem Anbieter mit besseren Zinsen zu wechseln.

Die Topanbieter für zweijäh­riges Fest­geld mit 2 Prozent Zinsen heißen Akbank, Bank11, DHB Bank und NIBC Direct. Diese Häuser sind passionierten Zins­jägern bekannt. Allen, die sie nicht kennen, stellen wir sie in Kurzporträts vor.

Fest­geld gehört zu einer der sichersten Formen der Geld­anlage. Alle für den Zins­test der Stiftung Warentest ausgewählten Institute haben ihren Sitz in der Europäischen Union. Europäisches Recht garan­tiert, dass 100 000 Euro pro Sparer und Bank im Pleitefall von der Einlagensicherung des jeweiligen Landes ersetzt werden. Bis zu dieser Höhe ist das Geld auch vor dem Zugriff des Staates sicher.

Das hat der Fall Zypern gezeigt. Dort sollten auch Kleinsparer nach dem Willen der Euro-Gruppe zu einer Abgabe auf ihre Spar­einlagen gezwungen werden. Damit hätten die Euro-Finanz­minister die Einlagensicherung auf Guthaben in Höhe von weniger als 100 000 Euro ausgehebelt. Nach einer Woche war die Zwangs­abgabe für Kleinsparer vom Tisch.

Welches nationale Sicherungs­system ein- springen muss, hängt davon ab, in welchem Land die Bank ihre Zentrale hat. Der deutschen Einlagensicherung unterliegen die Bank 11 und die Akbank. Beide Institute gehören der Entschädigungs­einrichtung deutscher Banken (EdB) an und dem freiwil­ligen Sicherungs­fonds des Bundes­verbands deutscher Banken (BdB). Das freiwil­lige Sicherungs­system der privaten Banken sichert Sparergeld in Millionenhöhe ab.

„Merkel-Garantie“ gilt weiter

Sollten alle Stricke reißen, gibt es das Versprechen von Bundes­kanz­lerin Angela Merkel und dem früheren Bundes­finanz­minister Peer Steinbrück aus dem Jahr 2008. Danach sind alle Einlagen deutscher Sparer sicher. Regierungs­sprecher Steffen Seibert hat die „Merkel-Garantie“ Mitte März 2013 bekräftigt. Einklag­bar ist diese Garantie jedoch nicht.

Bei den Internet­banken NIBC Direct und DHB Bank schützt der nieder­ländische Einlagensicherungs­fonds Spargeld bis zu einer Summe von 100 000 Euro pro Kunde.

Tipp: Legen Sie nicht mehr Geld an als die jeweilige Einlagensicherung garan­tiert.

Neukunden gehen auf die Post

Wollen Neukunden ein Konto bei einer Online­bank wie der Bank 11 eröffnen, gehen sie mit den ausgefüllten Konto­unterlagen in eine Post­filiale und weisen sich aus. Der Post­angestellte prüft die Unterlagen anhand des Personal­ausweises und schickt sie an die Internet­bank. Dieses Prozedere heißt Postident-Verfahren.

Wer bei einem der vier Institute Fest­geld anlegen möchte, muss jeweils ein kostenloses Tages­geld­konto mit eröffnen. Darauf fließen die Zinsen und der Anla­gebetrag nach dem Ende der Lauf­zeit. Vom Tages­geld­konto über­weist der Kunde das Geld auf sein Giro­konto – alles per Online­banking am Computer oder mit dem Telefon.

Tipp: Bevor Sie ein Konto eröffnen, sollten Sie prüfen, ob die guten Zinsen noch aktuell sind. In der Daten­bank www.test.de/zinsen finden Sie jeden Monat aktualisierte Angebote von rund 90 Banken unter „Fest­gelder und Spar­briefe 1 bis 10 Jahre“.

Die Reserve auf dem Tages­geld­konto

Neben Fest­geld empfiehlt sich für Sparer ein Tages­geld­konto. Es ist eine sehr flexible Anlageform. Anders als beim Fest­geld können sie hier täglich in unbe­grenzter Höhe über ihr Geld verfügen. Es gelten die gleichen Sicher­heits­stan­dards wie beim Fest­geld. Die Summe auf dem Tages­geld­konto eignet sich als Reserve für finanzielle Notfälle. Die Zinsen sind in der Regel nied­riger als beim Fest­geld, und die Bank darf sie täglich ändern. Deshalb sollten dort nicht mehr als etwa drei Monats­gehälter liegen.

Tipp: Die besten Zinsen von 1,85 Prozent für Tages­geld bieten derzeit die Rabodirect, eine hollän­dische Internet­bank, und die Renault Bank direkt an. Unsere Daten­bank unter www.test.de/zinsen liefert monatlich aktualisiert auch die attraktivsten Tages­geld­angebote.

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