Fest­geld Test

Als ob die Zeiten für Fest­geld­sparer nicht hart genug wären, nehmen einige Banken ihnen noch ein paar Euro weg. Sie zahlen keinen Zinseszins. Die DAB Bank findet, dass sich ihre “Top-Zinsen“ von bis zu 1,3 Prozent pro Jahr „sehen lassen können“. Was sie Sparer nicht sehen lässt: Trotz 1,3 Prozent Zins beträgt die Rendite nach fünf Jahren nur 1,27 Prozent. Denn die Bank rechnet ohne Zinseszins. Sie schlägt die Zins­erträge nicht am Ende des Jahres auf das Spar­kapital auf und verzinst sie in den Folge­jahren mit, sondern sammelt die Zinsen unver­zinst und zahlt sie erst zum Ende der Lauf­zeit aus. Für ein Fest­geld in Höhe von 10 000 Euro erhalten Sparer so nach fünf Jahren nur 650 Euro. Hätte die Bank das Geld jähr­lich verzinst und die bereits vergüteten Zinsen weiter verzinst, hätte der Sparer rund 667 Euro Zinsen erzielt. Das klingt nach Peanuts – doch wenn 500 000 Kunden jeweils 10 000 Euro für vier Jahre fest anlegen und dafür einen Nominalzins von 1,5 Prozent ohne Zinseszins bekommen, stecken sich die Banken fast 7 Millionen Euro in die eigene Tasche.

Finanztest deckt auf, wie Banken ihre Kunden täuschen und viel Geld mit mehr­jährigen Fest­geld­angeboten verdienen, für die sie keinen Zinseszins zahlen. Eine Tabelle zeigt, wie viel Geld Sparer bei einer Anlagesumme von 10 000 Euro verlieren, wenn die Bank die Zinsen erst zum Ende der Lauf­zeit ohne Zinseszins gutschreibt

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