Fertiglesebrillen

Der Einkaufstest: Nur zwei Personen wählten akzeptabel

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Fertigbrillen passen meist nicht wirklich. Das merkt man aber oft erst beim Vergleich mit Besserem – der angepassten Lesebrille.

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Die halbe Wahrheit

Ein Einkaufstest sollte klären, was sich Käufer mit Fertigbrillen unter Umständen an­tun: Zehn Tester kauften jeweils eine Fertigbrille (ohne Beratung), die sie als für sich geeignet empfan­den. Anschließend wurden geprüft: Passform der Brillenfassung, exakte Augen- glasbe­stim­mung, Bestimmen der Sehqua­lität. Die Fertigbrillen waren in der vorgegebenen optischen Genauigkeit (Dioptrie) in Ordnung – aber das ist nur die halbe Wahrheit: Beim Vergleich der Ergebnisse der individuellen Augenglasbestimmung mit der optischen Wirkung der gewählten Fertigbrille zeigte sich: Nur zwei der zehn Prüf­personen hatten eine für sie akzeptable Brille ausge­sucht. In den anderen Fällen wurden eine Hornhautverkrümmung oder die Ungleichheit der Fehlsichtigkeit von rechtem und linkem Auge nicht korrigiert. Die Testkäufer nahmen zunächst an, mit der Fertigbrille optimal versorgt zu sein.

Die große Überraschung

Hatten sie aber erst eine individuell angepasste Lesebrille aufgesetzt, stellten sie eine zum Teil erhebliche Verbesserung der Sehqualität fest. Jede zweite Fertigbrille saß nicht gut auf der Nase, die anatomische Passform entsprach meist nicht den Erfordernissen. Die Bügel übten im Schläfenbereich zum Teil erheblichen Druck aus oder schnitten sogar ein, waren deutlich zu lang oder nicht an die Kontur der Schädelknochen angepasst. In einem Fall war alles akzeptabel – wohl ein Zufall. Der schlechte Sitz wurde von den Testkäufern selbst nicht reklamiert. Das überrascht nicht – Fehler werden meist erst nach einiger Zeit auffällig.

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