Der Test: Billigbrillen nicht immer haltbar genug

Optische Wirkung:

In allen Fällen stimmte die deklarierte Dioptrie.

Deklaration:

Die Hersteller von Fertigbrillen müssen den „Zentrierabstand“ angeben. Im Idealfall blickt jedes Auge durch den optischen Mittelpunkt des Glases. Das kann bei einer Fertigbrille höchstens zufällig er­füllt sein. Fragwürdig ist deshalb die Forderung der Norm, nach der der vom Hersteller angegebene Zentrierabstand exakt eingehalten werden muss. Um richtig auswählen zu können, müsste der Käufer seinen Pupillenmittenabstand kennen (!). Zentrierpunktabstand wird bei acht Produkten genannt.

Warnhinweise:

Drei Lesehilfen trugen den Norm-Warnhinweis mit exaktem Wortlaut, vier das Symbol „nicht verkehrstauglich“.

Information:

Sieben Fertigbrillen lagen Gebrauchshinweise bei. Bei Star Optic und CyberLook werden Kunden eingehend informiert. Optikerketten weisen offiziell darauf hin, dass Käufer von Lesehilfen beraten werden sollen. I need you faltbar hatte eine englische Anleitung, im Nannini-Etui steckte ein Zettel mit Fachchinesisch.

Verarbeitung:

Einige Gläserkanten waren nicht durch Anschleifen entschärft worden, zum Beispiel CyberLook, Nannini, alpha, objekta Vision, Rossmann. I need you Jazz, I need you faltbar, alpha und Rossmann-Lesehilfe bestanden die Prüfung auf Haltbarkeit nicht. Diese Brillen sind nicht mit Federscharnieren ausgestattet. Daher verformten sich die Bügel in unserem Test stärker. Bei Jazz, einer randlosen Brille mit gebohrten und verschraubten Gläsern, lockerten sich die Verschraubungen.

Gelenke:

Drei Brillen sind mit Klapp- oder Schiebegelenken zu verkleinern. Das bereitete den Testern bei I need You faltbar und CyberLook Schwierigkeiten.

Schutzlack:

Auf die Qualität der Be­schich­tung von Metallteilen ist nicht Verlass. Käufer können nicht sicher sein, dass ein ausrei­chender Schutz gegen Nickel besteht. Positiv: der Hinweis bei der Rossmann Lesehilfe, dass die Brille Nickel enthält, der Schutzlack mit Vorsicht zu behandeln sei.

Lesen:

Die Tester gaben an, mit Fertigbrillen gut lesen zu können. Beim Check durch den Fachmann stellte sich heraus, dass es noch besser geht. Wer beim Kauf der Fertigbrillen als Lesetest die Ge­brauchs­anleitungen wählte, war besonders auf gute Sicht angewiesen: Die Texte sind so klein gedruckt, dass ohne Lesehilfe oft nichts zu entziffern war.

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