Fernseher von Lidl im Schnelltest Wenig Schärfe

31.10.2003
Fernseher von Lidl im Schnelltest - Wenig Schärfe

Das klingt nach einem veritablen Sonderangebot: Für 169 Euro bietet Lidl in dieser Woche einen 55-Zentimeter-Stereo-Fernseher an. An Ausstattung ist alles dran, was nötig ist. Preistreibende Extras und zusätzliche Anschlüsse fehlen allerdings. Im Schnelltest musste der Fernseher zeigen, ob er nicht nur billig, sondern auch brauchbar ist.

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Sendersuche mit Erfolg

Der erste Kontakt verläuft vielversprechend. Nach dem Einschalten stellt der automatische Sendersuchlauf zügig und zuverlässig die Frequenzen der empfangbaren Programme ein. Auch die Bedienung stellt den Schnäppchenjäger vor keine größeren Probleme. Von Nachteil allerdings: Die Tasten und Anschlüsse am Gerät sind wenig kontrastreich beschriftet. Der Neuling muss sehr genau hinschauen, bis er die richtigen Schalter gefunden hat. Außerdem waren Kontrast und Farbstärke verstellt, so dass der Fernseher zunächst ein beunruhigend unnatürliches Bild anzeigte.

Bild mit Mängeln

Doch auch nach manuellem Einstellen von Farbe und Kontrast bleibt die Bildqualität mäßig. Matschig und unscharf erscheint das Programm auf der Mattscheibe - trotz der von der Werbung gerühmten „Black-Matrix-Bildröhre“. Eine Wiese erscheint als nur gleichmäßige grüne Fläche, Feinheiten sind kaum zu erkennen. Senderlogos und Untertitel werden verwaschen angezeigt. Dabei macht es keinen Unterschied, ob der Fernsehempfang oder ein DVD-Spieler die Bilder liefert. Auch bei der Farbwiedergabe leistet der Fernseher sich Schwächen. Schließlich und endlich hat das Lidl-Angebot beim Wechsel von Schwarz nach Weiß seine liebe Mühe: Das Bild pumpt, bis die Elektronik sich auf die neue Situation eingestellt und das Bild stabilisiert hat.

Ton ohne Druck

Auch der Ton vermag nicht zu überzeugen. Obwohl der Anbieter die Verstärkerleistung mit soliden acht Watt RMS je Kanal angibt, schaffen die Lautsprecher schon beim Fernsehempfang recht wenig Lautstärke. Noch leiser wird der Ton, wenn ein DVD-Spieler oder Sat-Receiver über die A/V-Buchse angeschlossen wird. Auch der Klang lässt zu wünschen übrig. Tiefe Töne unterhalb einer Frequenz von rund 100 Hertz sind - wie bei anderen kleinen Fernsehen auch - kaum zu hören. Bei mittleren Frequenzen um 1 000 Hertz sind Verzerrungen zu hören. Da bringt auch „Virtual Dolby Surround“ und Klangregelung per Equalizer kaum noch Verbesserung. Außerdem nervig für Menschen mit gutem Gehör: Die Elektronik des Fernseher produziert ein Sirren in der Frequenz des Zeilenwechsels.

Kleiner Preis, kleine Leistung

Mögliche Ursachen für die meisten Mängel: Schwächen bei der Qualität der Bauteile und der Montage. Offenbar war billig wichtiger als gut. So findet sich auf einer Platine im Batteriefach der Fernbedienung ein Lötfleck. Der verursachte beim Testgerät zwar keine Probleme, ist aber ein Indiz für Qualitätsmängel. Auch die Verzerrungen bei mittleren Frequenzen gehen mutmaßlich auf das Konto schlampig montierter Lautsprecher oder beruhen auf Resonanzen des Gehäuses.

31.10.2003
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