Fernseher von Aldi Schnelltest

Große, flache Fernseher liegen im Trend: Jeder dritte verkaufte Fernseher ist inzwischen ein Flachbildschirm. Doch nicht jeder Flach-TV überzeugt durch Qualität. Herkömmliche Röhrengeräte dagegen sind ausgereift und vor allem deutlich billiger. Das zeigt sich diese Woche bei Aldi Nord: im Angebot ein 70 cm-Stereo-Farbfernseher für 229 Euro. test.de unterzieht das Gerät einem Schnelltest und sagt, ob sich hinter dem Fernseher ein Schnäppchen oder Fehlkauf verbirgt.

Einfache Inbetriebnahme

Schon beim Auspacken fällt positiv auf: Der Fernseher fürs herkömmliche 4:3-Bildformat bringt ein übersichtliches, knapp gehaltenes und daher leicht verständliches Handbuch in deutscher Sprache mit sich. Nach dem ersten Einschalten erscheint automatisch ein Setup-Menü, das Sprache und Land abfragt. Anschließend startet der automatische Suchlauf. Dieser dauert etwa sechs bis sieben Minuten und sortiert praktischerweise gleich die gefundenen Sender. Insgesamt ist die Grundeinstellung einfach und problemlos zu bewerkstelligen. Eine Bildanpassung bei den Kontrasten ist fast nicht notwendig, da das Gerät bereits nahe an den Optimalwerten geliefert wird. Einzig das Antennenkabel fehlt, ist aber für die meisten Käufer auch nicht wichtig.

Leichte Schwächen

Die Bildröhre mit 66 cm sichtbarer Diagonale ist etwas gewölbt und spiegelt recht stark. Bei der Bildqualität weist das Gerät leichte Schwächen auf: In hellen Bereichen verschwinden kontrastarme Strukturen. Wolken am hellen Himmel sind so nur noch als einheitliche weiße Fläche erkennbar. Bei einigen Testbildern rissen die Kanten bewegter Gegenstände digital aus. Manche dieser Schwächen erkennt jedoch nur der geschulte Experte. Unterm Strich liegt die Bildqualität des Medion-Apparats noch deutlich vor LCD-Fernsehern, die ebenfalls als Aktionsware geprüft wurden.

Satte Bässe

Der „Virtual Dolby Surround Sound“ bringt ordentliche Bässe mit sich. Für Sender mit viel Popmusik lohnt sich das. Bei allen anderen Sendungen stören die voreingestellten Bässe etwas, lassen sich aber ohne Probleme wieder runtersteuern. Abgesehen davon ist die Tonqualität eher durchschnittlich. Bei lauten Pegeln fängt das Gerät an zu scheppern - allerdings erst ab einer Lautstärke, die auch Schwerhörigen ausreichen müsste. Wer die voreingestellten Pegel ändern will, kann diese sogar mit einem 5-Band-Equalizer individuell einstellen.

Zahlreiche Extras

Das Gerät ist mit zwei Tunern ausgestattet und bietet zahlreiche Möglichkeiten, diese zu nutzen: Paralleles Einblenden von zwei Programmen nebeneinander (Bild-und-Bild / PAP) oder in einem kleinen Fenster (Bild-in-Bild / PIP) sowie die Multipicture-Funktion mit bis zu 12 kleinen Programmfenstern sind nur einige Facetten, die das Fernsehen mit dem Medion-Gerät bequem machen. Der Videotext läuft nach kurzer Ladezeit sehr schnell und ist durch die Bild-neben-Text-Funktion (PAT und 2PAT) komfortabel ausgestattet. So kann der Zuschauer zum Beispiel das laufende Programm des ZDF anschauen und gleichzeitig den RTL-Videotext lesen.

Keine französischen Sender

Das Gerät empfängt nur Sender im PAL B/G-Format. Wer im Grenzgebiet zu Frankreich wohnt und auch französische Sender empfangen will, hat Pech gehabt: Der Medion-TV hat keinen SECAM-Tuner. Im übrigen Deutschland ist dieser Mangel jedoch nicht relevant.

Testkommentar: Schnäppchen mit leichten Schwächen
Technische Daten: Komponenten und Ausstattung im Überblick
Komplett und interaktiv: 13 LCD- und Plasma-Geräte aus dem Test 10/2005 im Vergleich

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