Im Heimnetz­werk schickt moderne Technik Filme und Fotos vom PC oder aus dem Internet direkt auf den Fernseher. Verschiedene Wege im Test.

Zwei von drei deutschen Haushalten besitzen einen schnellen Internet­zugang und mehr als 2,5 Millionen Fernsehgeräte verfügen über einen Netz­werk­anschluss. Das meldete der Branchen­verband Bitkom im Herbst 2010. Weil zum Breitband-Internet­anschluss meist ein Router gehört (siehe Glossar), steht schon die Basis für eine Heim­vernetzung. Das klingt erst mal kompliziert, aber die Mühe lohnt. Vernetzt spielt die Stereo­anlage mit der auf dem Computer gespeicherten Musik groß auf, der Fernseher setzt Digitalfotos und Videos perfekt in Szene. Der exemplarische Test mit vier Komponenten zeigt: Selbst der interes­sierte Laie kommt zum Erfolg.

Platten­stapel, Foto­album, Film­spule

Der Computer verdrängt Platten­stapel, Foto­album und Film­spule. Was nicht digital vorliegt, kann umge­wandelt werden (Tests zu Musik, Bilder undFilme digitalisieren aus test 2/10, 3/10, 4/10). Mit wenig Aufwand lassen sich diese Daten dann im Wohn­zimmer abspielen. Die Voraus­setzungen: ein Media­server, der alles ins Netz speist, was gehört oder gesehen werden soll. Das kann ein Computer, ein Router mit Media­server oder ein Netz­werk­speicher (NAS) sein. Und ein Fernseher oder ein anderes Wieder­gabegerät mit DLNA-Netz­werk­anschluss (siehe Glossar). Achtung: Manche TV-Geräte spielen nur Musik und zeigen Digitalfotos an, Videos laufen aber nicht.

Die Alternative zum Heimnetz­werk ist eine Multimedia­fest­platte, die direkt an das Fernsehgerät oder die Sound­anlage ange­schlossen wird (Test von Multimediafestplatten aus test 02/2011).

Das Heimnetz­werk einrichten

Die „Inseln“ der Computer­technik im Arbeits­zimmer und der Unterhaltungs­elektronik im Wohn­zimmer verbindet ein Netz­werk­kabel zwischen Router und Fernsehgerät am preis­wertesten. Mit der Verbindung von Media­server und Fernseher ist fast alles getan. Der exemplarisch geprüfte Samsung UE40C7700 für etwa 1 360 Euro (siehe Produktfinder Fernseher) und andere DLNA-taugliche Fernseher erkennen passende Netz­werk­komponenten. Filme und Fotos werden über das Menü unkompliziert abge­rufen.

Das „Strippenziehen“ der Netz­werk­kabel liegt aber nicht jedem. Deshalb kommen immer mehr Fernseher mit Funk­anschluss auf den Markt. Die lästige Verkabelung entfällt dann, wenn ein WLan-Router vorhanden ist. Beim Samsung haben wir auch die Funk­verbindung getestet – sie funk­tioniert. Das passende WLan-Modul gibt es ab etwa 60 Euro zu kaufen.

Fernseher vernetzen Test

Fernbedienung Apple TV: Sie dirigiert durch das am Fernseher sicht­bare iTunes-Menü.

Der Nutzer muss nun noch die Media­daten im Netz­werk frei­geben. Das macht er mit iTunes beziehungs­weise mit dem Wind­ows Media Player. Diese Programme gehören zur Grund­ausstattung von Mac- beziehungs­weise Wind­ows-Rechnern. Apple TV nutzt die Software iTunes (auf Mac und PC oder iPhone) als Media­server, der Fernseher wird über HDMI ange­schlossen.

Das wird Schule machen

Die Vorteile der Heim­vernetzung liegen auf der Hand: Keine Computer­komponente mit brummiger Fest­platte oder nervigem Lüfter muss ins Wohn­zimmer wandern. Vielmehr flitzen die Daten durchs Netz. Um die Speicher zu „füttern“, muss nichts bewegt oder umge­stöpselt werden. Das wird Schule machen und immer mehr Geräte einbeziehen. Schon heute bindet beispiels­weise Samsung mit seiner Allshare-Technologie Smartphones der eigenen Marke ins Netz­werk ein: Das Handyfoto oder -video wird so direkt zum Fernseher gesendet und wiederge­geben.

Ein Netz­werk­speicher wie beim AVM-Router und dem MediaShare von Verbatim sorgt für viel Speicher­platz im Heimnetz­werk. Er sichert Daten, stellt sie nach Belieben auch für den Zugriff aus dem Internet zur Verfügung und braucht weniger Strom als ein Rechner, der bei der Musik­wieder­gabe direkt von der Computer­fest­platte mitlaufen muss. Das mag angehen, wenn nur selten vom Wohn­zimmer aus auf Media­daten zugegriffen wird. Wer ohne Netz­werk häufig digitale Daten im Wohn­zimmer wiedergeben will, ist mit einer Multimedia­fest­platte besser beraten.

Den Tempomacher nutzen

Fernseher vernetzen Test

USB: Die Geräte von AVM und Verbatim bieten Anschlüsse zum Beispiel für Drucker, Kameras und Speicher­sticks (recht­eckige USB-Buchsen). Über die quadratische USB-Buchse kann die Fest­platte auch ohne Netz­werk, direkt am Computer „gefüttert“ werden.

Ohne schnelle Daten­verbindung läuft jedoch nichts. Kritisch ist das Funk­netz­werk. In Mehr­familien­häusern könnten andere WLan-Router stören, die Verbindung wird dann instabil. In der Praxis mindert die Entfernung zwischen Router und Endgerät die Daten­über­tragungs­rate. Der alte WLan-Stan­dard 802.11b/g reicht deshalb nur theoretisch für HD-Videos. Besser ist der aktuelle Stan­dard 802.11n. Er macht richtig Tempo, das kommt der Bild­qualität zugute.

Die stabilsten Verbindungen bietet aber noch immer das Netz­werk­kabel (Ethernet) – so aufwendig das Verkabeln erst einmal auch ist. Und das Tempo? Schon mit 100 Megabit pro Sekunde lassen sich hoch­aufgelöste Videos bequem über­tragen, das können alle drei hier vorgestellten Geräte.

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