Fernseher mit DVB-T2 Kaum einer kann es

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Fernseher mit DVB-T2 - Kaum einer kann es
Geduld. Hoch­auflösende Bild­qualität über Antenne erst ab 2017.

Antennen­fernsehen wird ab 2017 schärfer – aber die Fernseher von heute sind dafür noch nicht vorbereitet. Das Zauber­wort heißt: Kompressions­stan­dard. Wer einen Fernseher mit dem hier­zulande vorgesehenen DVB-T2-Empfänger will, sollte daher mit dem Kauf noch etwas warten.

Der Plan

Über Antenne sollen künftig mehr Sender als heute und auch Sendungen in hoch­auflösender HD-Qualität über­tragen werden — mittels der neuen Technik DVB-T2. Das Kürzel steht für Digital Video Broad­casting-Terrestrial. ARD und ZDF planen den Umstieg von DVB-T auf DVB-T2 für 2017, wie test im November 2013 berichtete. Etwa jeder zehnte Haushalt sieht zurzeit über das digitale Antennen­fernsehen DVB-T fern.

Das Problem

Bereits jetzt werden Fernseher mit dem Ausstattungs­merkmal DVB-T2 verkauft. Diese Geräte sind jedoch nicht mit der Technik kompatibel, die in Deutsch­land einge­setzt werden wird.

Der Hintergrund

Fernseher, die heute mit dem Merkmal DVB-T2 verkauft werden, empfangen nur HD-Sendungen unserer Nach­barländer – interes­sant beispiels­weise im Grenz­gebiet zu Frank­reich. Zukunfts­tauglich sind sie nicht. Trotz der gleichen Bezeichnung DVB-T2 nutzen unsere Nach­barn bei ihrer bereits vor Jahren einge­führten Technik den damals neuesten verfügbaren Kompressions­stan­dard H.264 (Mpeg4). Einen besseren gab es seiner­zeit noch nicht. Deutsch­land setzt bei seinem späteren Umstieg auf DVB-T2 auf den neuesten Kompressions­stan­dard H.265 (HEVC).

Die Kompression

Bei der Kompression geht es darum, die opulenten Daten­ströme des HD-Fernsehens „einzudampfen“ – möglichst ohne Verlust bei der Bild­qualität. Der für Deutsch­land vorgesehene Stan­dard wird auch für das besonders hoch­auflösende UHD-Fernsehen verwendet werden. Er erlaubt es, mehr Sender oder mehr Sendungen in höherer Auflösung zu über­tragen.

Tipp: Wer einen Fernseher mit einem hier­zulande vorgesehenen DVB-T2-Empfänger will, muss mit dem Kauf noch warten. Die Hersteller bringen entsprechende Modelle auf den Markt. Alternativ können ältere Fernseher im Jahr 2017 mittels einer dann erhältlichen Settop-Box DVB-T2-kompatibel gemacht werden. Testergeb­nisse, Preise, Fotos und Ausstattungs­details für über 600 Fernseher enthält der Produktfinder Fernseher.

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 26.02.2015 um 11:58 Uhr
Gibt es schon Fernseher mit DVB-T2/HEVC ?

@TestleserOdw: Die Hersteller haben bereits Modelle mit diesem Standard angekündigt. In einem der nächsten Fernsehertests werden wir diese Funktion natürlich überprüfen. (SG)

TestleserOdw am 24.02.2015 um 20:23 Uhr
Gibt es mittlerweile DVB-T2/HEVC-Fernseher in D?

Nun ist der Artikel bereits ein halbes Jahr alt: Gibt es mittlerweile Fernseher auf dem Markt, welche den kommenden DVB-T2/HEVC-Standard bereits jetzt unterstützen? Und wie kann ich das erkennen?

Profilbild Stiftung_Warentest am 15.07.2014 um 09:30 Uhr
@kA2020

Für DVB-T2 wird das Fernsehsignal effektiver komprimiert. Es besticht nicht durch höhere Sendeleistung sondern durch dichter gepackte Informationen.
Noch immer ist Broadcast - also ein Sender mit beliebiger Anzahl von Empfängern innerhalb des Sendegebietes - die effizienteste Art, Informationen zu verbreiten. WLAN und Streaming meint immer Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, die Serverlast bedeuten und zusätzliche Frequenzbänder bei steigender Anzahl von Empfängern belegen. Jede FritzBox zeigt, wie das Frequenzspektrum in einem Mehrfamilienhaus ausgelastet ist.
Die Idee, das Fernsehen per Internet zu übertragen, stammt von Mobilfunkanbietern. Man kann sich denken warum. (SG)

kA2020 am 14.07.2014 um 18:00 Uhr
Omy gott

Also jetzt mal ganz ehrlich, dieses T2 Signal wird noch mehr Power benötigen und diese ganze Frequenzlast in unserer Atmosphäre zu noch mehr belastung führen als sowieso schon. Wieso wird hier nicht endlich mal ein Riegel vorgeschoben und das gesamten FM und DVB-T auf Eis gelegt und statt dessen auf flächendeckende WLAN und Internet Stream gesetzt. So viele Frequenzen können weder für Mensch noch für unsere Bienen und wichtige Tiere, gut sein. Der Wahnsinn muss doch mal ein Ende haben. Flächendeckendes WLAN ist schon Stark, aber wenigstens würden dann nur ein paar Frequenzen belastet, mit geringerer Reichweite, Einflussnahme des gesamte Frequenzspektrums. Man wies noch nicht mal, ob das unsere Biochemischen Signalübertragungen, zwischen den Synapsen, gestört werden. Unwohlsein und Schlafstörungen wären hier die Schlagwörter. Mein gott was tun diese Konzerne, nichts wird hier mit den Bürgern abgesprochen, es wird einfach installiert und gemacht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 14.07.2014 um 15:50 Uhr
@Staudi2014: DVB-T-Empfänger

Sie haben recht, alle heute verwendeten DVB-T-Empfänger werden nutzlos. Heutige Fernseher werden Sie aber weiter benutzen können mit einer neuen Set-Top-Box. Und DVB-T2 ist abwärtskompatibel, was wiederum bedeutet: Wenn Sie demnächst eine neue Set-Top-Box oder einen neuen USB-Stick o.ä. mit DVB-T2 kaufen (aufpassen!), können Sie das Gerät auch schon vor der Einführung der neuen Sendetechnik nutzen. Wir gehen heute davon aus, dass DVB-T2-fähige Geräte mindestens europaweit angeboten werden. (Bu)