Fernseher mit Aufnahme­funk­tion Special

Aufnahme­funk­tion inbegriffen.

Bei den meisten aktuellen Fernsehern im Produktfoto ist eine Aufnahme­funk­tion schon inbegriffen. Der Nutzer muss aber noch ein Aufnahme­medium anschließen, hier eine USB-Fest­platte.

Eine Sendung aufnehmen, um sie später anzu­sehen: Dafür braucht es nicht zwingend einen Video­rekorder. Jeder bessere Fernseher bringt heute Aufnahme­funk­tionen mit. Je nach Anspruch des Nutzers können sie einen externen Rekorder über­flüssig machen – oder auch nicht. Test.de stellt exemplarisch die Aufnahme­funk­tion von sieben Geräten aus dem Produktfinder Fernseher vor und beant­wortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

Was brauche ich dafür?

Nicht alle Fernseher haben eine Aufnahme­funk­tion – bei etwas besser ausgestatteten Modellen ist sie inzwischen aber Stan­dard. Um sie nutzen zu können, wird in der Regel ein externes Speichermedium gebraucht. Das schließt der Nutzer an einen der USB-Anschlüsse des Fernsehers an. Prinzipiell kommen hier Speicher­sticks und Fest­platten infrage. Vorteil Stick: Er ist kompakter, verbraucht weniger Strom und macht keine Geräusche. Vorteil Fest­platte: Sie bietet mehr Speicher­platz und kostet je nach Speichermenge deutlich weniger. Achtung: Die meisten Fernseher formatieren den USB-Speicher in einem eigenen Format, das ein PC nicht lesen kann. Die Aufnahmen vom Fernseher lassen sich in der Regel nicht am PC wiedergeben oder bearbeiten.

Wieviel Speicher benötige ich?

Ein 90-minütiger Spielfilm braucht in herkömm­licher SD-Auflösung je nach Sender und Über­tragungsweg etwa drei bis vier Gigabyte Speicher. Hoch­auflösende HD-Sendungen brauchen rund doppelt so viel. Wer nur gelegentlich einzelne Sendungen in klassischer SD-Auflösung aufnimmt, kann schon mit 16 bis 32 Gigabyte Speicher auskommen. Wer größere Film­vorräte anlegen oder häufiger hoch­aufgelöste HD-Sendungen aufnehmen will, ist mit einer Fest­platte ab 200 Gigabyte besser beraten.

Arbeitet jeder Fernseher mit USB-Stick?

Manche Fernseher akzeptieren keine Speicher­sticks und nehmen nur auf Fest­platten auf. Auf die Aussagen im Hand­buch ist hier allerdings nicht immer Verlass. So schreibt Samsung in seiner Anleitung zum Samsung UE40H6270: „USB-Speicher­sticks werden nicht unterstützt.“ Die Tester der Stiftung Warentest hatten jedoch keine Probleme, mit dem Gerät TV-Filme auf einen USB-Stick zu ziehen. Panasonic-Geräte wie der TX-39ASW654 verlangen dagegen mindestens 160 Gigabyte Speicher. In dieser Größe gibt es keine Sticks, hier führt an einer Fest­platte tatsäch­lich kein Weg vorbei.

Funk­tioniert das mit jedem Stick?

Bei USB-Sticks gibt es öfters Kompatibilitäts­probleme – nicht jeder Stick funk­tioniert mit jedem Fernseher. Ein Faktor ist dabei die Geschwindig­keit, mit der der Stick Daten schreiben und lesen kann. Ist sie zu gering, funk­tioniert die Aufnahme nicht. Die Fernseher prüfen die Kompatibilität des ange­schlossenen Mediums, wenn sie es zur Aufnahme formatieren. Dies geschieht entweder auto­matisch, sobald das Medium zum ersten Mal an den Fernseher ange­schlossen wird, oder der Nutzer muss es per Bedienmenü initiieren.

Funk­tioniert es mit jeder Fest­platte?

Bei Fest­platten gibt es zuweilen Probleme mit der Spannungs­versorgung per USB, wenn der Strom über den USB-Anschluss nicht ausreicht. Hier kann es helfen, einen USB-Verteiler („USB-Hub“) mit eigener Strom­versorgung zwischen Fest­platte und Fernseher zu stecken. Auch ein Y-Kabel, das auf der einen Seite zwei USB-Stecker hat und Strom aus zwei USB-Anschlüssen zieht, kann in solchen Situationen helfen. Ansonsten muss eine Fest­platte mit eigenem Netz­teil her.

Was ist der Unterschied zwischen dem Aufnahme- und dem Pause-Knopf?

Fernseher mit Aufnahme­funk­tion Special

Aufnahme per Knopf­druck.

Mit der Aufnahme-Taste kann der Nutzer das laufende Programm aufnehmen, um es später anzu­sehen. Die Time­shift-Funk­tion wird dagegen meist mit der Pause-Taste gestartet.

Die klassische Aufnahme­funk­tion dient dazu, Sendungen aufzuzeichnen und irgend­wann später anzu­schauen. Die Pause-Funk­tion – auch „zeit­versetztes Fernsehen“ oder „Time­shift“ genannt – ermöglicht es, das laufende Programm vorüber­gehend anzu­halten und nach einer kurzen Unter­brechung weiterzuschauen: Einfach die „Pause“-Taste drücken, kurz ans Telefon oder zum Kühl­schrank gehen, und danach an der gleichen Stelle weitersehen. Sobald der Zuschauer diesen „Pause“-Modus verlässt, wird die gepufferte Aufnahme auto­matisch gelöscht. Die Unterscheidung zwischen Pause- und Aufnahme­funk­tion hat auch lizenzrecht­liche Hintergründe: So können Sender bei bestimmten Sendungen die Aufnahme­möglich­keit sperren, aber die Pause-Funk­tion dennoch zulassen.

Wie lassen sich Aufnahmen programmieren?

Am komfortabelsten geht dies über den elektronischen Programm­führer (EPG – für „Electronic Program Guide“) des Fernsehers: Die gewünschte Sendung in der Liste auswählen, bei Bedarf die Start- und Endzeit noch von Hand anpassen, fertig. Bei einigen Geräten, wie dem LG 42LB670V und dem Samsung UE40H6270, lassen sich die Aufnahme­zeiten allerdings nicht direkt bei der EPG-Programmierung ändern. Hier muss der Nutzer statt­dessen den Eintrag in der Timer-Liste noch einmal separat öffnen, wenn er die Zeiten korrigieren will. Das ist etwas umständlicher. Praktisch: Bei Toshiba-Geräten wie dem 58M9363D kann der Nutzer stan­dard­mäßige Puffer­zeiten fest­legen, die der Fernseher dann bei der EPG-Programm­mierung jedes Mal auto­matisch auf die vorgegebenen Start- und Endzeiten aufschlägt. So kann der Nutzer zum Beispiel bewirken, dass der Fernseher grund­sätzlich 15 Minuten länger aufnimmt, als eine Sendung laut EPG dauert. Das sollte in den meisten Fällen reichen, damit auch verspätete Sendungen bei der Aufnahme nicht einfach abbrechen.

Was kann ich über­haupt aufnehmen?

Anders als externe Fest­platten- oder DVD-Rekorder können die allermeisten Fernseher nur das Programm der einge­bauten digitalen TV-Empfänger mitschneiden – also das digitale Kabel- (DVB-C), Satelliten- (DVB-S) oder Antennen­fernsehen (DVB-T). Einige Geräte von LG, wie zum Beispiel der LG 42LB670V, können zudem auch Programme des einge­bauten Analog-Tuners aufnehmen.

Kann ich gleich­zeitig eine Sendung aufnehmen und eine andere ansehen?

Die meisten Fernseher können eine ältere Aufnahme wiedergeben, während sie eine laufende Sendung aufzeichnen. Gleich­zeitig eine Sendung live ansehen und eine beliebige andere aufnehmen geht dagegen nur mit einem Fernseher, der über ein doppeltes Empfangs­teil („Twin Tuner“ oder „Doppeltuner“) verfügt. Nur solche Geräte mit Twin Tuner können auch zwei Sendungen zugleich aufnehmen. Von den hier vorgestellten hat nur der Technisat TechniPlus 42 ISIO einen solchen Twin Tuner. Unter den knapp 200 derzeit noch erhältlichen Fernsehern im Produktfinder bieten 9 Stück diesen Luxus (Stand: 02.09.2014, Erhältliche Fernseher mit Twin-Tuner).

Lassen sich auch verschlüsselte Sendungen aufnehmen?

Wenn ein Fernseher mit Aufnahme­funk­tion verschlüsselte Sendungen darstellen kann, ist er zumindest tech­nisch auch in der Lage, sie aufzuzeichnen. Allerdings kann der Sender dem Fernseher durch mitgesendete Signale mitteilen, ob er eine Sendung aufnehmen darf oder nicht.

Kann ich meine Aufnahmen auf anderen Geräten ansehen?

Bei den allermeisten Fernsehern lassen sich Aufnahmen nicht bearbeiten und nur auf demselben Gerät anschauen, mit dem sie aufgenommen wurden. Selbst ein anderes Exemplar des gleichen TV-Modells wird die Wieder­gabe verweigern. Daher eignet sich die Aufnahme­funk­tion der meisten Fernseher nicht dazu, Sendungen zu archi­vieren. Doch gibt es Ausnahmen, wie zum Beispiel den Technisat TechniPlus 42 ISIO: Anders als die meisten übrigen Geräte speichert er die Aufnahmen in einem Dateiformat, das der Nutzer auch am PC ansehen, schneiden und zum Beispiel auf DVD brennen kann.

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