Fernseher im Test

Zwischen­bilder gegen das Ruckeln

Fernseher im Test - Die besten TV-Geräte im Vergleich
Rechnerei. Fernseher können das ursprüng­liche Video­signal um zusätzliche Zwischen­bilder ergänzen. © Stiftung Warentest

Moderne Fernseher können das Ruckeln von Film­bildern wegrechnen. Manchen Cineasten ist das ein Graus. Dabei ist es oft nur eine Frage der Dosis, wie die Experten der Stiftung Warentest meinen. Worum es bei der Bewegt­bild­optimierung geht und was Sie an Ihrem Fernseher diesbezüglich einstellen können.

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Tom Cruise und die Bewegt­bild­optimierung

Schauspieler Tom Cruise hat eine Mission: Er findet, dass Fernseher falsch einge­stellt sind. Das will er ändern.

Mit einem Video auf Twitter hat er für dieses Anliegen auch bei solchen Medien Aufmerk­samkeit erregt, die sich sonst weniger mit Voreinstel­lungen von Fernsehern befassen.

In dem Video steht er in heroischer Fliegermontur an der Seite seines Dreh­buch­autors und Regisseurs Christopher McQuarrie und erläutert dem Zuschauer, dass er an seinem Fernseher die Bewegt­bild­optimierung abschalten soll. Nur so könne er Filme so ansehen, wie sie aussehen sollen.

Was die Bewegungs­glättung leistet

Damit hat sich der Star der Mission-Impossible-Filme in einer Debatte zu Wort gemeldet, die eine kleine, aber sendungs­bewusste Gemeinde von Film­freunden und -schaffenden schon seit Jahren antreibt. Sie wenden sich gegen eine Technik, die heute bei den meisten besseren Fernsehern voreinge­stellt ist: Motion Smoothing genannt, also Bewegungs­glättung.

Mit der Technik verringern die Geräte Bild­ruckeln und Bewegungs­unschärfen. Sie errechnen zwischen den Einzel­bildern des dargestellten Video­signals zusätzliche Zwischen­bilder. So erscheinen kontinuierliche Bewegungen, wie etwa lang­same Kamera­schwenks, natürlicher und fließender.

„Filme sehen aus wie Fernsehen“

Doch genau das geht Tom Cruise und seinen Mitstreitern gegen den Strich. Es wider­spricht ihrem Verständnis des Mediums Film: Traditionell besteht ein Kino­film aus 24 Einzel­bildern pro Sekunde. Diese eher geringe Bild­rate stammt noch aus Zeiten analoger Film­streifen, trifft aber auch heute auf die meisten Film­produktionen zu.

Wenn ein Fernseher diesen 24 Bildern eigene Zwischen­bilder hinzufügt, geht für Puristen der ursprüng­liche Film­charakter verloren. Sie nennen das „Seifen­oper-Effekt“ – denn Fernsehsendungen werden mit höheren Bild­raten über­tragen.

Der Vorwurf lautet: Mit Motion Smoothing sehen Filme aus wie Fernsehen. Echte Film­freunde sollten deshalb die Technik abstellen – meinen jedenfalls manche Cineasten.

Stiftung Warentest: Feinere Bild­einstel­lungen sind möglich

Was bei der Debatte um „An“ oder „Aus“ verloren geht: Moderne Fernseher erlauben deutlich feinere Einstel­lungen. So lässt sich die Bild­optimierung bei gleich­mäßigen Bewegungen meist in mehreren Stufen verändern. Oft sind sogar Bild­ruckeln und Bewegungs­unschärfen separat zu regeln.

Die Voreinstel­lungen sind in der Tat nicht immer optimal. Wer an seinem Fernseher den besten Kompromiss suchen oder die Sache komplett abschalten will, findet die Einstel­lungen bei LG im Bedienmenü zum Beispiel unter dem Stich­wort „TruMotion“. Bei Loewe heißt es „DMM“, bei Panasonic „IFC“ (Intelligent Frame Creation), bei Philips „Perfect Natural Motion“, bei Samsung „Auto Motion Plus“, bei Sony „Motionflow“, bei Toshiba und Grundig „MEMC“.

Auch eine Frage des Bild­inhalts

Wie sinn­voll Techniken zur Bild­optimierung sind, hängt auch vom Bild­inhalt ab: Während ihr Nutzen bei Filmen umstritten sein mag, sind sie etwa bei Sport­über­tragungen fraglos sinn­voll – wer will schon ruckelnde Fußballer oder Skispringer sehen?

Auch deshalb bewertet es die Stiftung Warentest negativ, wenn Fernseher über­haupt keine Bewegt­bild­optimierung bieten.

Umge­kehrt sollte man sie aber auf jeden Fall ausschalten, wenn der Fernseher als Monitor für schnelle Action-Spiele etwa von der Spiel­konsole genutzt wird. Denn das Errechnen der Zwischen­bilder kostet Zeit, was bei schnellen Spielen problematisch ist.

Die meisten Geräte bieten für verschiedene Anwendungen passende Voreinstel­lungen: etwa einen „Cinema“- und einen „Gaming“-Modus, in denen Bild­optimierungen wie Motion Smoothing oder Rausch­unterdrückung stark reduziert oder abge­schaltet sind.

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