Fernseher im Test

Fernseherkauf – so gehen Sie vor

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Bild­schirm­größe, OLED oder LCD, Betrachtungs­winkel? Vor dem Kauf eines neuen TV-Geräts stellen sich viele Fragen. Hier finden Sie einige Antworten.

Fernseher im Test Testergebnisse für 419 Fernseher

Die richtige Bild­schirm­größe

Die Preise großer Fernseher sind in den vergangenen Jahren stark gesunken. Nun entscheiden sich zunehmend mehr Menschen für den Kauf eines Fernsehers mit 55 oder gar 65 Zoll Bild­diagonale (140 beziehungs­weise 165 Zenti­meter).

Die Geräte nehmen aber viel Platz weg. Kleinere Modelle werden besonders von den großen Anbietern zunehmend stiefmütterlich behandelt: Top-Bild­qualität ist großen Fernsehern vorbehalten, etliche Anbieter bringen schon gar keine 32- oder 24-Zöller mehr auf den Markt.

Fernseher im Test - Top-Bild und Ton – geht auch günstig
Von Riesen- bis Normalgröße. Vier gängige Bild­schirm­diagonalen im Größen­vergleich. © Stiftung Warentest

Und welcher Sitz­abstand?

  • Faust­regeln zur Berechnung des minimalen Sitz­abstands wie Bild­diagonale mal drei halten wir für veraltet.
  • Es kommt auf die Qualität des Bild­materials an: Bei einer Serie in UHD-Auflösung werden auch aus zwei Metern Entfernung keine Pixel zu sehen sein. Das jahrealte Urlaubs­video hingegen sieht aus der Nähe unscharf aus.

Den richtigen Bild­schirm­typ wählen

Wer einen neuen Fernseher kaufen möchte, hat die Wahl zwischen zwei Bild­schirm­typen: Liquid Crystal Displays (LCD) und Organic Light Emitting Diodes (OLED).

LCD-Fernseher

Stan­dard sind seit vielen Jahren LC-Displays mit Flüssig­kristallen und LED-Hintergrund­beleuchtung. Zu den Neuentwick­lungen gehören mit Nanop­artikeln ausgestattete LCD-Fernseher, oft unter den Begriffen LED, NanoCell, QLED oder Triluminos vermarktet. Außerdem gibt es voll­flächig montierte und lokal dimm­bare Leucht­dioden, die für einen besseren Kontrast sorgen. LC-Bild­schirme sind sehr hell und können große weiße Flächen wie Schnee­land­schaften gut darstellen. In dunklen Bild­bereichen scheint die Hintergrund­beleuchtung teil­weise aber etwas durch. Die Folge: Eigentlich schwarze Bereiche sehen eher dunkelgrau aus.

Tipp: In unserem großen TV-Geräte-Vergleich können Sie nach den Test­ergeb­nissen für Fernseher mit LCD suchen.

OLED-Fernseher

Bei OLED-Fernsehern leuchten die einzelnen Bild­punkte selbst, weshalb sie keine Hintergrund­beleuchtung brauchen. Sie stellen ein sehr sattes Schwarz dar, weil die Pixel im ausgeschalteten Zustand nicht mehr leuchten. Auch bei schrägen Blick­winkeln ist die Darstellung bei ihnen meist noch gut, anders als bei LCD. In unseren Tests erzielen OLED-Fernseher die besten Noten bei der Bild­qualität – dafür sind sie im Durch­schnitt auch teurer als die LCD-Konkurrenz.

Tipp: In unserer Daten­bank lassen sich die Test­ergeb­nisse für alle Fernseher mit OLED heraus­filtern.

Die Technik wird immer besser

Alle Techniken haben Stärken und Schwächen, die sich verallgemeinern lassen. Beim Kauf kommt es aber selbst­verständlich auf das konkrete Modell an: Im Einzel­fall kann ein LCD-Fernseher durch­aus mal besser sein als ein OLED-Gerät.

Die Hersteller der Bild­schirme, Panels genannt, vermindern deren spezi­fische Nachteile kontinuierlich. OLED-Fernseher zeigen hellere Bilder als zuvor und LCD-Modelle schaffen ein satteres Schwarz, also besseren Kontrast und knackigere Bilder als noch vor einigen Jahren.

Gute Fernseh­bilder auch von der Seite

Beim Blick von der Seite büßen Flach­bild­fernseher Kontrast ein. Bilder sehen dann flauer aus als von vorn – beim frontalen Blick auf den Bild­schirm.

Wer häufig mit der Familie Filme sieht oder Freunde zum Fußball­schauen einlädt, sollte auf das Einzel­urteil „Betrachtungs­winkel“ achten – zu finden etwa in der Vergleichs­ansicht unserer Fernseher-Datenbank, wenn Sie das Gruppen­urteil „Bild“ aufklappen.

Fernseher richtig einstellen

Im Auslieferungs­zustand liefern Fernseher oft nicht das best­mögliche Bild. Wie Sie die Darstellung und den Ton verbessern können, lesen Sie im Artikel Bild und Ton optimal einstellen.

Die richtige Auflösung des Fernsehers

Flach­bild­fernseher können scharfe Bilder zeigen. Dafür brauchen sie aber entsprechend detailreiche Signale. Stand der Technik sind Fernseh­über­tragungen in High Definition (HD). Es werden Bilder mit bis zu 1  920 mal 1 080 Pixeln, also rund 2 Millionen Bild­punkten, gesendet. Die öffent­lich-recht­lichen Sender können Sie immer in HD empfangen. Stellen Sie die Programm­plätze gleich auf die HD-Programme von ARD, ZDF und so weiter. Die privaten Sender verlangen für HD-Qualität einen Obolus.

Tipp: Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel So empfangen Sie HD- und UHD-Fernsehen.

Fernsehgeräte mit Ultra HD

Ultra High Definition (UHD) verfügt über 3 840 mal 2 160 Bild­punkte – viermal so viel wie Full HD. UHD-Fernseher zeigen nicht nur mehr Details, die neueren verbessern auch Kontraste und zeigen mehr Farb­abstufungen (HDR).

Im klassischen Fernseh­programm fristet UHD noch ein Nischendasein, Streaming-Portale aber stellen ihr Angebot über das Internet nach und nach auf UHD um. Eine Alternative sind Ultra-HD-Discs, die jedoch nur auf UHD-Blu-Ray-Spielern laufen.

Glossar: Das TV-Chinesisch erklärt

Ihnen schwirrt der Kopf vor lauter Fach­begriffen? Unser Glossar Fernseher erläutert die zentralen Begriffe wie etwa LCD, OLED, Upscaling und HDMI.

Wenn Sie das Thema „Strom­verbrauch und Energielabel“ vertiefen wollen, finden Sie Informationen dazu im Artikel Standby: Aus ist aus?

Warum HDR für Fernseher wichtig ist

Die Abkür­zung steht für High Dynamic Range, für einen hohen Kontrast­umfang. Fernsehgeräte mit dieser Technik können mehr Farb­abstufungen und stärkere Kontraste anzeigen als Geräte ohne HDR.

Insbesondere größere Modelle mit UHD-Auflösung sollten unbe­dingt HDR bieten, denn ohne diese Technik ist die hohe Auflösung wenig sinn­voll.

Auf den Strom­verbrauch des Fernsehers achten

Kalkulieren Sie die Strom­kosten ein. Die hängen stark von der Größe des Bild­schirms ab: Auch wenn ein kleiner und ein großer Fernseher in derselben Energieeffizienz­klasse sind, zieht der große im Normalfall deutlich mehr Strom.

Mit dem Trend zur besonders hohen UHD-Auflösung stieg der Energieverbrauch bei gleicher Bild­diagonale deutlich und auch der HDR-Modus verbraucht durch die höhere maximale Bild­helligkeit meist mehr Strom.

Wenn Sie den Fernseher im Geschäft kaufen

Beachten Sie: Im Verkaufs­raum ist es oft viel heller als zu Hause. Lassen Sie die Raumbe­leuchtung wenn möglich herunter­drehen.

Das richtige Test­programm ansehen

Die auf den Fernsehern gezeigten Filme sind speziell für die hoch­auflösenden Geräte produziert. Detailreiche Bilder der Serengeti und Models vor einer Urlaubs­kulisse sollen Sie begeistern. Das ist ein Trick.

Bleiben Sie kritisch. Bitten Sie darum, TV-Bilder eines Nach­richtensenders einzuspielen. Sieht der Teint des Moderators natürlich aus? Verwischt oder ruckelt die im Nach­richtenti­cker durch­laufende Schrift?

Die Bild­einstel­lungen des Vorführ­geräts zeigen lassen

Ist das Bild hell genug, ohne dass Helligkeit und Kontrast auf Maximum stehen? Können Sie auch von der Seite noch farb­kräftige Bilder sehen? Ist der Fernseher auf den „Shop“-Modus einge­stellt?

Seien Sie wählerisch. Wechseln Sie umge­hend das Geschäft, wenn der Verkäufer Sie nicht unterstützt.

Fernseher im Test Testergebnisse für 419 Fernseher

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884 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

MHeise am 12.01.2023 um 14:23 Uhr
@StiWa - OLED - Einbrennen TEST

@StiWa
Die Beschreibung von Micael lässt auch für aktuelle Modelle vermuten, dass zumindest bei einer externen Quelle (Standbild) sich ein OLED-Fernseher (zumindest von LG) nicht wirklich Einbrennschäden vermeidet.
Ich habe da die Vermutung, dass die Einbrennfunktion besonders für die Senderlogos und "eigene Quellen" optimiert wurde. Bei einem externen Standbild gab es da nach Beschreibung mindestens 2018 noch ein Problem.
Mein Vorschlag wäre, dass die StiWa einmal einen OLED von LG mit einem externe Standbild auf Langzeiteinbrennschäden testet. Es erscheint mir wichtig zu wissen, wo hier die Technik aktuell steht.

Micael am 11.01.2023 um 01:32 Uhr
@mheise Kein Einbrenntest- Schwaeche von LG TV

@mheise Danke für die Antwort. Nein, es handelte sich nicht um ein Geraet der 1. Generation sondern von 2018. Ja, er hat ein refreshprogramm, das nichts gebracht hat und nichts bringt. Nein, es handelt sich nicht um eine Kinderkrankheit sondern um eine Schwaeche von OLED von LG- man kann im Netz dazu viele Threads verfolgen. Wenn man den LG mit einer externen Quelle (reciever) ansteuert, hat dieser keinen automatischen Bildschirmschoner. Wenn dann die externe Quelle zu Ende ist, bleibt quasi ein Standbild, das fuer recht lange Zeit sich nicht aendert (bis der TV sich wegen Energiesparmassnahme abschaltet). Diese Schwaeche war uns unbekannt. LG hat aus meinen Erfahrungen bei Tablet und TV einen der schlechtesten Kundendienste in Deutschland. Als Ferndiagnose haben sie mir nach 3 Jahren Fernsehbesitz ein neues Display (Einbrennstreifen) empfohlen sprich einen Totalschaden - von Kulanz keine Spur. Mich ärgert es, das die trotzdem bei Stiftung Warentest ohne Warnung jeden Test gewinnen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 10.01.2023 um 13:28 Uhr
Link zum Test-Referenzbild funktioniert nicht

@Dedire: Vielen Dank für den aufmerksamen Hinweis! Wir werden das korrigieren.

Dedire am 09.01.2023 um 22:09 Uhr
Link zum Test-Referenzbild funktioniert nicht!

Der im Text angegebene Link "https://www.piv-imaging.com/foto-video/fototechnik/digital-quality-tool-10010954" zum Test-Referenzbild des Photoindustrie-Verbands führt leider ins Leere: "404 - Seite nicht gefunden. Die von Ihnen aufgerufene Seite existiert nicht auf unserem Webserver."

Profilbild Stiftung_Warentest am 06.01.2023 um 15:03 Uhr
Samsung GQ50Q60BAT?

@mapoe: Vielen Dank für Ihren Hinweis. Das Gerät haben unsere internationalen Partner im Gemeinschaftstest der Fernseher besorgt. Das im Labor getestete Gerät QE50Q60BAU entspricht dabei genau dem deutschen Modell GQ50Q60BAU. Wir ändern die Bezeichnung des Geräts entsprechend von BAT auf BAU, die Änderung wird in Kürze sichtbar.